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Rund 200 Zähler im Neubaugebiet Emden-Wolthusen bekommen einen DSL-Anschluss Smart Metering als Komplettservice zum monatlichen Festpreis

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die Deutsche Telekom stattet für die Stadtwerke Emden ein Neubaugebiet mit der Infrastruktur für intelligente Gas- und Stromzähler aus. In den nächsten Wochen installieren die Stadtwerke in Emden-Wolthusen rund 200 Smart Meter – ein Projekt ohne Versuchscharakter.

Auch in Emden-Wolthusen können bald 100 Haushalten ihren aktuellen Stromverbrauch auf dem Smartphone ablesen wie hier auf dem Bild Dr. Germar Buengener. Er wendet die intelligente Stromablesung E-Metering zuhause und in der Arztpraxis im Rahmen des T-City Projekts der Deutschen Telekom AG in Friedrichshafen an. Bild: DTAG
Auch in Emden-Wolthusen können bald 100 Haushalten ihren aktuellen Stromverbrauch auf dem Smartphone ablesen wie hier auf dem Bild Dr. Germar Buengener. Er wendet die intelligente Stromablesung E-Metering zuhause und in der Arztpraxis im Rahmen des T-City Projekts der Deutschen Telekom AG in Friedrichshafen an. Bild: DTAG
( Archiv: Vogel Business Media )

Seit der zweiten Jahreshälfte 2008 schon gibt es ein Gesetz zur Öffnung des Messwesens bei Strom und Gas für Wettbewerb, damit eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und damit neue Rahmenbedingungen für die Messzugangsverordnung (MessWG). In der Gesetzesbegründung steht, dass die Bundesregierung im Strombereich nach einem Zeitraum von sechs Jahren intelligente Zähler „in den Grenzen der wirtschaftlichen Vertretbarkeit möglichst flächendeckend und unter Einsatz variabler Tarife“ zum Einsatz kommen sollen.

Doch damit sieht es nicht gut aus. Die Gutachter für den Bericht der Bundesnetzagentur, „Wettbewerbliche Entwicklungen und Handlungsoptionen im Bereich Zähl- und Messwesen und bei variablen Tarifen“, vom März dieses Jahres „sehen bisher nur wenig Bewegung hin bis zum Einsatz moderner Messgeräte“, heißt es dort.

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Angesichts der Tatsache, dass §21bm Absatz 3B des EnWG vom Messbetreiber fordert: „Messstellenbetrieber haben ab dem 1. Januar 2010 beim Ersatz bestehender Messeinrichtungen solche Messeinrichtungen einzubauen, die dem jeweiligen Anschlussnutzer den tatsächlichen Energieverbaruch und die tatsächliche Nutzungszeit wiederspiegeln“, klingt das dürftig.

Gründe für die schleppende Einführung von Smart Meter

Gründe sind schnell gefunden. Neben hohen Kostenschranken bei geringer Aussicht auf zeitnahe Amortisierung sei das Risiko für freie, nicht regulierte Akteure hoch. Dazu komme: „Der Kunde ist noch nicht soweit.“

So wissen die Kunden offenbar zumeist noch nichts mit den Begriffen „Smart Metering/Smart Grid“ anzufangen. Außerdem fehlt die Einsicht in die Notwendigkeit zu einer entsprechenden technischen Ausstattung.

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand:

Smart Metering, der Einsatz kommunikationsfähiger Zähler, ist die Voraussetzung dafür, dass die Verbraucher unmittelbar, etwa über ihre entsprechend ausgesattete Heim-Computer, Erkenntnisse über den Haushalts-internen Stromverbrauch gewinnen, von

  • häufig genutzten Geräten wie Microwelle, Herd, Computer, Licht
  • typischen Gebrauchsgewohnheiten
  • Standby-Schaltungen
  • Heizungspumpen
  • der Wirkung geschlossener Rollladen, gekippter Fenster oder Absenkung der Heiztemperatur

Durch den Einsatz von Analyse-Softwarebeziehungsweise Apps lassen sich daraus Einsparpotenziale ermitteln oder defekte Geräte aufspüren. Letztlich zielt Smart Metering auf eine intelligentere Nutzung der Energieressourcen, beziehungsweise eine intelligentere Steuerung beim Verbraucher und beim Versorger mit einer bedarfsabhängigen Netzsteuerung im Smart Grid. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Smart-Grid als eine intelligente Lösung, um Energiekosten zu sparen: Miele päsentiert auf der IFA 2010 dafür ausgerüstete Hausgeräte. Sie sollen automatisch den günstigsten Stromtarif nutzenkönnen und sind mit dem Logo „SG ready“ gekennzeichnet. Bild: Miele (Archiv: Vogel Business Media)

Darüber hinaus lassen sich Elektrogeräte bauen, die intelligenter als bisher mit Strom umgehen. So stellt etwa Miele auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA), die heuer von 3. bis 8. September in Berlin stattfindet, erste Smart-Grid-fähige Waschmaschinen und Trockner vor. Die mit dem Logo „SG ready“ gekennzeichneten Geäte sollen helfen Energiekosten zu sparen. Denn diese Maschinen können quasi automatisch den günstigsten Stromtarif nutzen.

weiter mit: Neue, intelligente Zähler sind notwendig

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