Studie: Cloud fördert Trend zum SD-WAN

SD-WAN: zentraler Faktor in Netzwerkstrategien

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Ein Großteil der Unternehmen will in den kommenden ein bis zwei Jahren ein SD-WAN oder einen entsprechenden Service nutzen.
Ein Großteil der Unternehmen will in den kommenden ein bis zwei Jahren ein SD-WAN oder einen entsprechenden Service nutzen. (Bild: Frost & Sullivan)

Wie Silver Peak informiert, nehmen SD-WANs in Netzwerkstrategien immer öfter zentrale Rollen ein. Dies belege eine Studie von Frost & Sullivan, derzufolge Service-Provider und Unternehmen derzeit dabei seien, ihre Wide Area Networks mithilfe von SD-WANs auf neue Grundlagen zu stellen.

Die vom Beratungshaus Frost & Sullivan durchgeführte Analyse habe ergeben, dass etwa ein Drittel der Unternehmen bereits eine SD-WAN-Lösung implementiert hat oder gerade dabei ist, dies zu tun. Mehr als 60 Prozent planten dies innerhalb der kommenden zwei Jahre. Dieser Trend habe handfeste technische und wirtschaftliche Gründe. Mithilfe von softwarebasierten Weitverkehrstechnologien wollten Unternehmen in erster Linie

  • die Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit von unternehmensweiten Netzen und Anwendungen sicherstellen,
  • detaillierte Sicherheitsregeln für User und Applikationen umsetzen und
  • die Leistung von Anwendungen und des Weitverkehrsnetzes steigern.

Dagegen diene SD-WAN nicht primär als Ersatz für herkömmlichen MPLS-Netze (Multi-Protocol Label Switching). Vielmehr würden Unternehmen in allen Ländern eine Doppelstrategie verfolgen – einen Teil ihrer Niederlassungen über Internet- und Ethernet-Breitbandverbindungen an Unternehmensrechenzentren oder eine Cloud anbinden und MPLS parallel dazu weiterhin an ausgewählten Standorten einsetzen.

SD-WAN ersetzt Router und IT-Security-Systeme

SD-WANs wiederum würden dazu genutzt, die Netzwerk- und Sicherheitsarchitektur in Niederlassungen zu konsolidieren. Fast 44 Prozent der deutschen Unternehmen, so die Studie, möchten beispielsweise mithilfe eines softwarebasierten WANs die Router in Außenstellen „loswerden“. Bei rund 52 Prozent gebe es Pläne, Router mit Erreichen des „End-of-Life“-Datums durch SD-WAN-Komponenten zu ersetzen.

Ebenfalls rund die Hälfte aller Unternehmen sehe in einem SD-WAN eine Möglichkeit, die IT-Sicherheit zu verbessern. SD-WAN-Systeme würden in diesem Fall Firewalls und Unified-Threat-Management-Appliances ersetzen oder den Funktionsumfang solcher Lösungen erweitern. Vor allem Unternehmen aus dem Finanz- und Hightechsektor sowie aus dem Bereich Fertigung würden dazu tendieren, SD-WANs mit der bestehenden Sicherheitsarchitektur zu kombinieren.

Höhere Flexibilität durch Policies

Eine softwarebasierte WAN-Lösung wie etwa Silver Peak Unity EdgeConnect biete Unternehmen in Bezug auf IT-Sicherheit eine größere Flexibilität. Sie seien nicht mehr gezwungen, in jeder Niederlassung eine Firewall zu installieren oder alternativ dazu den Datenverkehr über Security-Systeme im zentralen Firmenrechenzentrum laufen zu lassen. IT-Administratoren hätten die Möglichkeit, den Datenverkehr automatisch von einer Appliance in einer Niederlassung oder einem Security-Service in der Cloud prüfen zu lassen.

Dies erfolge auf Basis von zentral festgelegten Regeln (Policies) für Verkehrsarten, Nutzergruppen und Sicherheitsanforderungen. Die Umsetzung durch die SD-WAN-Lösung erfolge automatisch. Damit dies reibungslos funktionieren könne, müsse ein SD-WAN über Mechanismen verfügen, welche Datenströme klassifizieren können. Silver Peaks First-Packet-iQ-Technologie könne Anwendungen und Webtraffic anhand des ersten übermittelten Datenpakets identifizieren. Anschließend würden die Pakete an die entsprechenden Security-Dienste weitergeleitet.

WAN-Optimierung ist weiterhin wichtig

Ein weiteres Ergebnis der Studie von Frost & Sullivan: Die Optimierung von WAN-Verbindungen sei auf der Anforderungsliste von Netzwerkspezialisten nach wie vor weit oben zu finden. So hätten rund 47 Prozent der IT-Fachleute in Deutschland angegeben, dass WAN-Optimierung für ihr Unternehmen unverzichtbar sei und ein fester Bestandteil einer SD-WAN-Lösung sein sollte. An die 53 Prozent wünschten sich, dass ein Anbieter von SD-WAN-Services oder entsprechenden Produkten WAN-Optimierung nach Bedarf bereitstellen kann.

Die Integration von WAN-Optimierungsfunktionen in SD-WAN-Appliances habe den Vorteil, dass der Einsatz spezieller WAN-Beschleunigungssysteme überflüssig wird. Silver Peak biete beispielsweise mit Unity Boost eine Erweiterung für seine SD-WAN-Lösungen an. Mit ihr könnten Nutzer den Transfer von Daten über Weitverkehrsstrecken optimieren.

Fazit: SD-WAN unverzichtbar im Cloud-Zeitalter

Silver Peak zufolge bestätigt die Untersuchung von Frost & Sullivan, dass die Mehrzahl der Unternehmen SD-WANs als zentralen Faktor ihrer Netzwerkstrategie betrachtet. Dies sei darauf zurückzuführen, dass in Firmen und deren Niederlassungen immer mehr Cloud-Applikationen zum Einsatz kommen. Hinzu komme der Trend, Cloud-Dienste unterschiedlicher Anbieter einzusetzen, Stichwort „Multi-Cloud“.

Mithilfe eines SD-WANs könnten IT-Abteilungen sicherstellen, dass auch über komplexe Corporate WANs Applikationen sicher, zuverlässig und in der erforderlichen Qualität bereitgestellt werden. Die entsprechenden Regeln (Policies) könne ein Unternehmen selbst definieren – im Einklang mit Geschäftserfordernissen. Dieses Maß an Flexibilität sei für ein Unternehmen heute unverzichtbar.

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