Qualifizierer-Serie von Softing IT Networks

Qualifizierung und Wartung von Netzwerk­verkabelungen

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Tests mit dem NetXpert XG können am Hauptgerät oder an der Remoteeinheit gestartet werden.
Tests mit dem NetXpert XG können am Hauptgerät oder an der Remoteeinheit gestartet werden. (Bild: Softing IT Networks)

Die Qualifizierer-Geräteserie NetXpert XG von Softing IT Networks soll Installateuren und Betreibern von strukturierter Netzwerkverkabelung eine schnelle, zuverlässige Abnahme und Überprüfung von neuen und bestehenden LAN-Verkabelungen, inklusive entsprechender Dokumentation, ermöglichen.

Laut Softing IT Networks können mit dem NetXpert XG zum ersten Mal Datenstrecken, wie sie heute typischerweise verbaut werden, also bestehend aus mindestens Kategorie-6A-Komponenten mit einer Bandbreite bis zu 500 MHz, an ihrer Leistungsgrenze bei 10-Gigabit-Ethernet getestet und dokumentiert werden. Dies sei bisher nur über aufwendige Zertifizierung möglich gewesen.

Für Betreiber bestehender Verkabelungen, die typischerweise gebaut wurden für die Übertragung von 1 GBit/s, also mit Bandbreiten von 100 MHz (Kategorie 5) und 250 MHz (Kategorie 6), ergebe sich mit dem NetXpert XG jetzt die Möglichkeit, gegen etwas höhere Datenraten zu testen, nämlich 2,5 GBit/s und 5 GBit/s, wie es gerade die neuen WLAN-Access-Points nach IEEE 802.11ac/ax auf der Zuleitungsseite benötigten. Somit lasse sich schon vor der Anschaffung neuer Hardware belegen, ob die vorhandene passive Infrastruktur noch ausreiche oder ob zusätzlich investiert werden müsse. Die Prüfung und Qualifizierung erfolge unabhängig von der Kategorie der Kabel, der Verteilfelder oder der Anschlussdosen.

Aktive Testfunktionen zur Inbetriebnahme und Fehlersuche

Neben dieser „Ethernet Speed Certification“ auf den unterschiedlichen Geschwindigkeiten, so der Hersteller, bieten die Geräte der NetXpert-XG-Serie noch einige aktive Testfunktionen, die bei der Inbetriebnahme und Fehlersuche erforderlich seien. Dabei werde u.a. die PoE-Performance auf Stabilität geprüft, die vorhandenen Teilnehmer würden im Netzwerk aufgelistet und wichtige Beteiligte per Ping-Befehl (einzeln oder als ganze Liste) auf Erreichbarkeit geprüft. Sollte dies einmal nicht klappen, könne der Weg per „Traceroute“-Funktion Hop für Hop nachgezeichnet werden. Um sich einen Überblick über die angeschlossenen Geräte des laufenden Netzwerkes zu verschaffen, baue die Funktion „Netzwerkerkennung“ wahlweise eine grafische oder tabellarische Übersicht über die aktiven Stationen und ihre jeweiligen IP- und MAC-Adressen und Gerätetypen auf. Ergänzend könnten noch CDP- und LLPD-Protokolle ausgewertet und VLANs erkannt und aufgelistet werden. Diese aktiven Tests könnten sowohl über Kupfer-, Glasfaser- als auch WLAN–Verbindung durchgeführt werden.

Fehlerfreie Übertragung dank Prüfparameter

Für eine möglichst genaue Pass/Fail-Aussage zur Übertragungsleistung könne der NetXpert XG mehrere einzelne Testparameter kombinieren. Als Basis diene die Bestimmung der korrekten Verdrahtung mit Auswertung der Leitungslänge und des daraus resultierenden Laufzeitunterschieds der einzelnen Signalteile. Anschließend werde das Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) der zu testenden Strecke ermittelt. Zudem werde die Qualität der Übertragung durch den Bit Error Rate Test (BERT) über eine gewisse Zeitdauer abgesichert.

Die Tests könnten sowohl am Hauptgerät als auch an der Remoteeinheit gestartet werden. Somit würden die Wegezeiten und die Gesamtarbeitszeit reduziert. Die genannten Tests könnten auch einzeln durchgeführt werden, um die Zeit der Fehlersuche zu verkürzen. Die Ergebnisse würden anschließend in einem Gesamtergebnis zusammengeführt und auf dem großen, hochauflösenden Touchdisplay farbig dargestellt. Die Ermittlung der Entfernung zur Störstelle erfolge über ein vollwertiges TDR (Time Domain Reflektometer).

Der Qualifizierer biete dabei auch für große Projekte genügend internen Speicher und könne auf Wunsch intern fertige Abnahmeberichte mit allen relevanten Informationen generieren, welche abschließend über einen USB-Stick auf den PC transferiert werden könnten.

Mit dem NetXpert XG mit 10-GBit/s Leistungsumfang seien Anwender für die Ära des High-Speed-Qualifizierens gerüstet. Für Unternehmen, die nicht gleich mit dem Topmodell einsteigen wollen, gebe es innerhalb der NetXpert-XG-Produktfamilie auch ein Einstiegsmodell mit 1 GBit/s maximaler Ethernet-Geschwindigkeit und ein etwas höherwertiges Gerät bis hinauf zu 2,5/5 GBit/s. Diese kleineren Modelle könnten über ein Lizenzsystem auf die nächsthöhere Stufe aufgerüstet werden.

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