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Verivox-Marktanalyse zum Glasfaserausbau Jeder zweite Haushalt erreicht schnelle Glasfaser

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Knapp die Hälfte der deutschen Haushalte kann laut einer Verivox-Analyse einen Gigabit-Glasfaseranschluss buchen. Binnen drei Jahren habe sich der Wert mehr als verdoppelt. Die regionalen Unterschiede bleiben aber groß: Während Norddeutschland die Spitzenplätze belegt, hinken Thüringen und Baden-Württemberg hinterher. Topografie und frühe Kooperationen erklärten die Spreizung.

Laut Verivox-Analyse können 49 Prozent der Haushalte Gigabit-Glasfaser buchen. Norddeutschland führt, Thüringen und der Süden hinken nach.(©  Christian Schwier - stock.adobe.com)
Laut Verivox-Analyse können 49 Prozent der Haushalte Gigabit-Glasfaser buchen. Norddeutschland führt, Thüringen und der Süden hinken nach.
(© Christian Schwier - stock.adobe.com)

Im bundesweiten Schnitt könnten aktuell 49 Prozent der privaten Haushalte auf Gigabit-Glasfaseranschlüsse zugreifen. 2022 lag dieser Wert noch bei 23 Prozent. Das geht aus einer Marktanalyse des Vergleichsportals Verivox hervor, die auf Daten des Breitbandatlas der Bundesnetzagentur basiert.

Die höchsten Quoten erreichten die Stadtstaaten Bremen und Hamburg mit 86 beziehungsweise 80 Prozent. Bestes Flächenland sei Schleswig-Holstein mit einer Ausbauquote von 74 Prozent, gefolgt von Niedersachsen mit 72 Prozent. In Hamburg und Schleswig-Holstein stieg der Ausbau seit 2022 um rund 30 Prozentpunkte, in Bremen um fast 70 Prozentpunkte.

Kooperationen als Treiber

Den starken Anstieg in Bremen führt Verivox auf zwei Faktoren zurück. „Der stark gestiegene Versorgungswert für Bremen hat vor allem zwei Gründe: einen frühen Start und feste Vereinbarungen“, sagt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. In der Hansestadt seien frühzeitig verbindliche Kooperationen mit mehreren Anbietern geschlossen worden, auch um einen Doppelausbau zu vermeiden. Ein Breitbandzentrum diene zudem als Schnittstelle zwischen Bürgern, Wirtschaft und ausbauenden Anbietern. Auch in Hamburg und Schleswig-Holstein hätten zahlreiche Unternehmen den Ausbau seit Jahren mit eigenen Mitteln vorangetrieben.

Bei den Landeshauptstädten setzt sich das Bild fort: Die Gigabit-Quote von Kiel sei doppelt so hoch wie die Stuttgarts, Saarbrücken nur halb so gut versorgt wie Hannover. Auffällig sei auch Schwerin. In der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns kletterte die Quote für Gigabit-Glasfaser innerhalb von drei Jahren von 16 auf 74 Prozent. Die Stadt spreche auf Anfrage von einer „hohen Ausbaudynamik, die durch das Zusammenspiel von eigenwirtschaftlichen und geförderten Ausbauvorhaben“ entstanden sei. Auch in Schwerin koordiniere eine zentrale Stelle zwischen Stadt, Fördermittelgebern und Unternehmen.

Topografie bremst Süden und Osten

Die niedrigsten Versorgungswerte verzeichneten Thüringen mit 26 Prozent und Baden-Württemberg mit 35 Prozent, gefolgt von Sachsen mit 37 Prozent. Berlin komme auf eine Gigabit-Quote von 53 Prozent. Seit 2022 habe sich die Ausbaudichte im Saarland fast versechsfacht und in Thüringen verdreifacht, beide Länder lägen aber weiter deutlich hinter dem Norden.

„Nach wie vor investieren Anbieter lieber in Metropolregionen als in topografisch anspruchsvollen Gebieten“, sagt Schamberg. Der aufwendige Tiefbau verlangsame den Ausbau in den bergigen Regionen Süddeutschlands sowie bei der Erschließung dünner besiedelter Flächen im Osten. Beide Landesteile hätten aufgeholt, kämen an die nördlichen Länder mit deren frühen, strategischen Investitionen jedoch nicht heran.

354 Gemeinden mit Vollversorgung

In 354 deutschen Gemeinden könnten 100 Prozent der Haushalte auf schnelle Glasfaser zugreifen, mehr als zwei Drittel davon lägen in Schleswig-Holstein. „Der Glasfaser-Ausbau ist teuer, deshalb wird meist weniger flächig ausgebaut als bei DSL oder Kabel üblich“, sagt Schamberg. So könne es vorkommen, dass in einem Landkreis einzelne Gemeinden vollversorgt seien, benachbarte Orte hingegen gar nicht oder nur zu einem geringen Prozentsatz.

Zur Methodik

Die Analyse umfasst Daten zur Glasfaserversorgung aller 16 Bundesländer inklusive Stadtstaaten, der Landeshauptstädte sowie der Kreise mit 100 Prozent Abdeckung. Grundlage sind die Festnetzdaten des Breitbandatlas der Bundesnetzagentur mit den Datenständen Dezember 2022 und Dezember 2025. Die Abdeckungsrate gibt den Anteil der Haushalte an, die Gigabit-fähige Anschlüsse mit bis zu 1.000 Mbit/s erhalten könnten. Berücksichtigt sind die Anschlusstechniken Fiber to the Home (FTTH) und Fiber to the Building (FTTB).

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