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Definition Was ist IPAM (IP Address Management)?

Mit einem IP Address Management lassen sich IP-Adressen und IP-Adressräume verwalten. Es handelt sich um Softwaretools, die es Administratoren ermöglichen, den Bestand von verfügbaren und verwendeten IP-Adressen aktuell zu halten und die Verwendung von Adressen zu dokumentieren.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Die Abkürzung IPAM steht für den englischen Begriff IP Address Management (im Deutschen IP-Adressmanagement). Es handelt sich um Softwarelösungen, mit denen sich Internet-Protokoll-Adressen (IP-Adressen) und IP-Adressräume verwalten und sich deren Verwendungen planen, überwachen und dokumentieren lassen. Auch für das Troubleshooting in Netzwerken liefert das IP Address Management wertvolle Informationen.

IPAM-Lösungen kommen in Unternehmensnetzwerken oder bei Internet-Providern zum Einsatz und bieten gegenüber der manuellen Verwaltung zahlreiche Vorteile. Das IP Address Management verhindert zum Beispiel, dass Störungen durch doppelt vergebene Adressen entstehen. Zusammen mit dem DHCP-System und dem DNS-System bildet IPAM das sogenannte DDI (DNS/DHCP/IPAM). Aufgrund der steigenden Komplexität der IP-Adressvergabe durch die zunehmende Verwendung von IPv6 gewinnen IPAM-Lösungen an Bedeutung. Am Markt existieren zahlreiche kommerzielle oder frei nutzbare IPAM-Programme.

Abgrenzung DDI, DNS, DHCP und IP Address Management

Die Begriffe DDI, DNS, DHCP und IP Address Management werden oft in ähnlichem Kontext genannt, beschreiben aber unterschiedliche Dinge. DDI stellt den Überbegriff für DNS-, DHCP- und IPAM-Funktionalitäten dar. DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) sorgt für die automatische Zuweisung von IP-Adressen und IP-Konfigurationen an Netzwerkgeräte.

Das DNS (Domain Name System) ist für die Auflösung der Zuordnung von Domainnamen zu IP-Adressen zuständig. Per IPAM werden IP-Adressen und IP-Adressräume verwaltet, dokumentiert und überwacht. Oft kommen in großen Netzwerken DDI-Systeme zum Einsatz, bei denen die Einzelkomponenten DNS, DHCP und IPAM integriert sind und untereinander kommunizieren. Dadurch ist das IPAM in der Lage, sich mit den verschiedenen Systemen auszutauschen. Es teilt ihnen zu vergebende und freie Adressen mit. Gleichzeitig erhält es von ihnen Informationen, welche IP-Adressen und Hostnamen vergeben sind. Alle Instanzen haben einen gleichen Adress- und Informationsbestand.

Funktionen des IP Address Managements

Hauptfunktion des IP Address Managements ist es, sämtliche IP-relevanten Informationen aktuell und übersichtlich für Administratoren bereitzustellen. Es sollte auf einen Blick ersichtlich sein, welcher Host welche Adresse benutzt, wie lange diese Adresse belegt ist und welche freien IP-Adressen noch zur Verfügung stehen. In integrierten DDI-Lösungen steuert das IPAM zudem die DNS- und DHCP-Server und empfängt Information von diesen. Die wichtigsten Funktionen eines IP Address Managements sind kurz zusammengefasst folgende:

  • Planung und Zuteilung von IP-Adressen und IP-Adressräumen (private und öffentliche IP-Adressen)
  • Anzeige freier und belegter IP-Adressbereiche (IPv4 und IPv6)
  • Steuerung des Dynamic Host Configuration Protocols und des Domain Name Systems
  • Nachverfolgung und Kontrolle von Veränderungen und Aktivitäten an IP-Adressen

Da in großen Unternehmen und Netzwerken die Verwaltung von IP-Adressen zwischen verschiedenen IT-Abteilungen und IT-Administratoren aufgeteilt sein kann, arbeitet das IPAM rollenbasiert. Je nach Berechtigung des Anwenders können unterschiedliche Aktionen ausgeführt werden. Typische Informationen, die ein IP Address Management zur Verfügung stellt, sind:

  • Größe des verfügbaren IP-Adressraums und Anzahl der freien IP-Adressen
  • zur Verfügung stehende Subnetze
  • Verwendung von IP-Adressen und Subnetzen
  • Status der statischen oder dynamischen Vergabe von Adressen
  • einer IP-Adresse zugeordneter Hostname
  • einer IP-Adresse zugeordnete Hardware

Ziele und Vorteile des IP Address Managements

Ab einer gewissen Größe eines Netzwerks ist es nicht mehr sinnvoll, IP-Adressinformationen manuell beispielsweise in Excel-Listen zu pflegen. Aufwand und Fehleranfälligkeit der manuellen IP-Adressvergabe steigt mit der Komplexität des Netzwerks und der Anzahl an Netzwerkgeräten. Für Unternehmen oder Internet-Service-Provider ist es unumgänglich, IPAM-Lösungen für das Management von IP-Adressen einzusetzen, da die manuelle Verwaltung nicht mehr beherrschbar ist.

Voraussetzung für den Betrieb eines performanten und verfügbaren Netzwerks ist die komfortable Kontrolle der IP-Adressen und -Adressräume. Sind Veränderungen im Netzwerk vorzunehmen, liefert das IPAM die notwendigen IP-Informationen. Der Bestand aller IP-Adressen und deren Verwendung ist stets auf dem aktuellsten Stand. Bei der Fehlersuche lassen sich Probleme mit den Informationen aus dem IPAM schneller eingrenzen. IT-Services sind durch die Kenntnis aller Endgeräte eines IP-Netzwerks und deren IP-Konfiguration effizienter bereitstellbar. Auch die Betreuung der Anwender und die Verwaltung der Desktopsysteme ist erleichtert.

IP Address Management und IPv6

Im Zuge der Einführung von IPv6 gewinnt das IP Address Management an Bedeutung. Aufgrund der komplexeren und längeren IPv6-Adressen sowie der größeren Anzahl an Adressen ist die Dokumentation und das Management per IPAM ab einer gewissen Netzwerkgröße unumgänglich. Mobiles Computing und die dynamischen Adressierungsmöglichkeiten von IPv6 erfordern ein leistungsfähiges IP Address Management.

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