IT-Investitionen in Enterprise Mobility und das Internet der Dinge

IDC: 2015 steht im Zeichen der Digitalen Transformation

| Autor / Redakteur: Lynn-Kristin Thorenz / Andreas Donner

Das Internet der Dinge wird 2015 an Bedeutung gewinnen und sich zum Kernantriebsfaktor für die digitale Transformation entwickeln.
Das Internet der Dinge wird 2015 an Bedeutung gewinnen und sich zum Kernantriebsfaktor für die digitale Transformation entwickeln. (Bild: morganimation – Fotolia.com)

Investitionen in die dritte Plattform – Mobililty, Cloud-Computing-Services, Big Data und Analytics sowie soziale Netze – werden nach Einschätzung von IDC den deutschen IT-Markt im Jahr 2015 durchschnittlich um 1,5 Prozent auf nahezu 78 Mrd. Euro wachsen lassen.

Wenn auch die IT-Ausgaben der Firmen und Organisationen 2015 im Lichte der digitalen Transformationen stehen, befindet sich die Mehrzahl deutschen Unternehmen noch am Anfang dieser Reise und muss jetzt aufpassen, den Anschluss nicht zu verpassen. So sind sich die meisten Unternehmen noch nicht sicher, wie sie Informationstechnologie am besten einsetzen und nutzen sollen, um ihre Geschäftsprozesse tatsächlich umfassend zu verändern. Sie zögern oftmals aufgrund der Annahme, mit noch einer weiteren nicht integrierten IT-Lösung arbeiten zu müssen, ohne dass ein fühlbarer Effekt im Sinne von Veränderung zum Tragen kommt.

Dementsprechend geht IDC davon aus, dass deutsche Unternehmen sich vor allem Unterstützung von Unternehmen suchen werden, die Expertise in den Bereichen Business und Technologie vorweisen können und vielleicht sogar auf ganz andere Art und Weise an IT herangehen. Im Ergebnis heißt das vor allem, dass die die Zusammenarbeit von Fachbereichen und IT im Zuge der digitalen Transformation deutlich zunehmen muss. Unternehmen, die sich dieser Tatsache nicht bewusst sind, könnten 2015 sogar den Anschluss im Transformationsprozess verpassen. Die führenden Unternehmen hingegen werden daher sogar einen neue Rolle in ihrem Unternehmen schaffen: den Chief Digital Officer – auch wenn diese Rolle sehr wahrscheinlich mit den unterschiedlichsten offiziellen Titeln versehen wird.

Treibender Faktor: Internet der Dinge

Auf der digitalen Agenda der deutschen Unternehmen wird in 2015 auch das Thema „Internet der Dinge“ (Internet of Things; IoT) stark an Bedeutung gewinnen und sich zum Kernantriebsfaktor für die digitale Transformation entwickeln. Hat in 2014 vor allem „Industrie 4.0“ die Schlagzeilen beherrscht, erkennen im laufenden Jahr vor allem die Unternehmenslenker – also die CEOs – das Potential von IoT zur Steigerung ihres Umsatzes und des Wertbeitrags für ihre Kunden. Vor diesem Hintergrund werden auch die Ausgaben für Cloud Services und Mobility sowie für Data Analytics und Social weiterhin überdurchschnittlich steigen. Insbesondere im Hinblick auf Cloud Services hat Deutschland im weltweiten Vergleich noch Nachholbedarf.

Voraussetzung für eine erfolgreiche „Digitalisierung“ ist u.a. die Nutzung unterschiedlicher Sourcing-Modelle aus Cloud Services, On Premise und Hybrid-IT als „As-a-Service“-Modell. Ein Key Enabler für IoT ist das Netzwerk, mit dem sich die CIOs in diesem Jahr deutlich intensiver auseinandersetzen müssen, damit es nicht zum vielzitierten Flaschenhals wird. Um außerdem die technologische Umsetzung der IoT-Projekte zu gewährleisten, die den einzelnen Fachabteilungen entspringen, müssen die IT-Abteilungen deutlich stärker Hand in Hand mit den Fachabteilungen arbeiten. Vor diesem Hintergrund werden die CIOs auch ihre Beziehungen zu Mobilfunkanbietern, Cloud-Providern und Big-Data-Spezialisten überprüfen und neue Partnerschaften forcieren.

Größere Rolle: Enterprise Mobility

Ein weiterer Trend wird aus Sicht von IDC auch weiterhin die IT-Ausgaben beflügeln: Enterprise Mobility. Die Herangehensweise an die Thematik ist in vielen Unternehmen in den letzten Jahren deutlichen gereift. War das Mobile Enterprise Management (MEM) zunächst auf die Verwaltung von Geräten und Kosten fokussiert, dehnte sich seine Rolle auf zusätzliche Aspekte wie die sichere Bereitstellung von Dateien auf mobilen Geräten und die Entwicklung sowie Verwaltung von mobilen Apps aus. In vielen Unternehmen hat sich dabei aus IDC-Sicht der Fokus vom Risiko- und Kostenmanagement hin zu „Business Enablement“ durch mobile Technologien verschoben. Unternehmen stehen nun vor der Herausforderung, Fachbereiche stärker zu unterstützen und gleichzeitig eine verbesserte Erfahrung für Kunden und Partner durch mobile Lösungen zu realisieren. Die Ausweitung der mobilen Applikationslandschaft wird dabei 2015 im Fokus stehen.

Um dies zu erreichen, kommt der Entwicklung von mobilen Applikationen für Smartphones und Tablet-PCs eine zentrale Rolle zu. Die Ergebnisse der aktuellen IDC-Studie zu Enterprise Mobility zeigen deutlich, dass IT-Verantwortliche die Anzahl an mobilen Apps massiv ausweiten wollen. Dies erfordert ein durchgängiges Mobile Application Lifecycle Management – von der Entwicklung, über das Testing, die Bereitstellung bis zur Aktualisierung der Apps.

Lynn-Kristin Thorenz ist Director Research & Consulting bei IDC in Frankfurt am Main.
Lynn-Kristin Thorenz ist Director Research & Consulting bei IDC in Frankfurt am Main. (Bild: IDC)

IDC erwartet, dass die Unternehmen hierzulande getrieben von diesen Trends auf den Zug der Digitalisierung aufspringen werden und dass die Innovationen und der erzeugte Mehrwert auf der Grundlage der dritten Technologieplattform geradezu explodieren werden. Die verbleibenden Ausgaben für traditionelle IT, nach IDC-Definition die sogenannte zweite Plattform, zielen immer stärker darauf ab, die bestehenden Systeme am Laufen zu halten, und werden in den kommenden Jahren weiter sinken.

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