Mobile-Menu

Netzwerk-Automation HPE baut autonome Netz­werk­funk­tio­nen in Mist und Aruba Central aus

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

HPE erweitert sein Networking-Portfolio um neue Self-Driving-Funktionen für WLAN, Security und Betrieb. Die Plattform soll Störungen nicht nur erkennen, sondern in mehreren Bereichen automatisiert beheben. Neu seien unter anderem VLAN-Autokorrekturen, Rogue-DHCP-Abwehr, DFS-Optimierung und NAC-Tests im Produktivkontext.

Das Marvis-Dashboard in HPE Mist zeigt alle erkannten Netzwerkprobleme in einer Baumstruktur. Über Toggle-Schalter legt der Administrator fest, welche Self-Driving-Aktionen das System eigenständig ausführen darf.(Bild:  HPE)
Das Marvis-Dashboard in HPE Mist zeigt alle erkannten Netzwerkprobleme in einer Baumstruktur. Über Toggle-Schalter legt der Administrator fest, welche Self-Driving-Aktionen das System eigenständig ausführen darf.
(Bild: HPE)

HPE hat neue Funktionen für autonome Netzwerke vorgestellt. Der Hersteller beschreibt den Ansatz als Zusammenspiel aus Microservices, KI-Agenten und einem „Agentic Mesh“. Im operativen Zielbild soll das Netzwerk nicht bei Analyse und Alarmierung stehen bleiben, sondern Gegenmaßnahmen direkt ausführen.

Im WLAN-Betrieb führt HPE eine dynamische Kapazitätsoptimierung ein. Das System soll Lastspitzen eigenständig erkennen und Funkparameter wie Kanalbreite, Bandwahl und Sendeleistung anpassen. Das greift ein Thema auf, das in vielen Unternehmensnetzen seit Jahren kritisch ist, nämlich die WLAN-Planung und Funkzellenoptimierung. Laut Hersteller fließen dabei gelernte Auslastungsmuster ein. Als typische Problemzonen gelten Umgebungen mit hoher Endgerätedichte, etwa Konferenzbereiche.

Neue Self-Driving-Aktionen in der Zugangsschicht

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Access-Ebene. HPE ergänzt eine autonome Behebung fehlender VLAN-Konfigurationen an Switch-Ports. Fehler in der Segmentzuordnung zählen in Campus- und Enterprise-Netzen zu häufigen Ursachen für Verbindungsstörungen bei Clients und IoT-Systemen. Fachlich passt das zu den Grundlagen von VLANs in Unternehmensnetzen.

Im Security-Umfeld erweitert HPE die Plattform um Schutzmechanismen gegen unautorisierte DHCP-Server. Solche „Rogue“-Systeme können Endgeräten manipulierte Netzparameter zuweisen und Verkehrsflüsse umlenken. Die neue Funktion soll diese Quellen erkennen und automatisch isolieren. Der Ansatz zahlt auf typische Zero-Trust-Prinzipien im Netzwerk ein.

Das Transparency Dashboard dokumentiert die Entscheidungslogik hinter einer autonomen VLAN-Korrektur. Das System protokolliert jeden Analyseschritt, von der Erkennung über die Kreuzkorrelation bis zur Validierung.(Bild:  HPE)
Das Transparency Dashboard dokumentiert die Entscheidungslogik hinter einer autonomen VLAN-Korrektur. Das System protokolliert jeden Analyseschritt, von der Erkennung über die Kreuzkorrelation bis zur Validierung.
(Bild: HPE)

DFS, Roaming und Latenz im Fokus der Nutzererfahrung

Für das 5-GHz-Band ergänzt HPE die Dynamic Frequency Selection um eine lernende Komponente. Access Points sollen Kanäle mit erhöhter Radarerkennung proaktiv meiden. Das soll erzwungene Kanalwechsel und kurzzeitige Unterbrechungen bei aktiven Sessions reduzieren. Ergänzend führt HPE neue Roaming-Einblicke ein. Die Plattform analysiert Verbindungsdaten von Endgeräten samt Standortbezug und soll daraus automatisierte Korrekturen für Übergaben zwischen Access Points ableiten. Technisch betrifft das ein Feld, das bei WLAN-Roaming und QoS regelmäßig zu Praxisproblemen führt.

Hinzu kommen Latenzmetriken für den „First Connect“-Zeitpunkt. Sichtbar wird damit der Pfad vom Client bis zu Cloud-Diensten, was die Ursachenanalyse bei Verzögerungen beschleunigen soll.

OpenRoaming, Mikrosegmentierung und NAC-Dry-Run

Mist und Aruba Central erhalten laut HPE eine erweiterte OpenRoaming-Integration. Geräte sollen sich dadurch identitätsbasiert und ohne wiederholte Portal-Anmeldung in kompatiblen Netzen verbinden. Das Thema liegt nahe an Passpoint und OpenRoaming im Enterprise-Einsatz.

Im Zero-Trust-Kontext ergänzt HPE eine vereinfachte Inline-Mikrosegmentierung mit einheitlicher Regelbasis für kabelgebundene und drahtlose Segmente. Für die Zugriffskontrolle baut HPE Mist Access Assurance aus. Eine neue Dry-Run-Funktion soll NAC-Regeln unter Realbedingungen testen, bevor sie produktiv durchgesetzt werden. Das Ziel ist, Fehlwirkungen neuer Policies früh zu erkennen und Unterbrechungen im Live-Betrieb zu vermeiden. Inhaltlich passt das zu Network Access Control als Zero-Trust-Baustein.

Dual-Plattform-APs und Finanzierung

Als verfügbar meldet HPE zudem die ersten im Dezember angekündigten Dual-Plattform-Access-Points. Den Anfang macht das Modell 723H. Die Geräte lassen sich sowohl mit HPE Mist als auch mit HPE Aruba Central betreiben und liefern Telemetriedaten für KI-gestützte Betriebsfunktionen.

Flankierend kündigt HPE zwei Finanzierungsangebote an. Genannt werden ein Preisvorteil von 10 Prozent auf ausgewählte Rechenzentrums-Netzwerktechnik und Enterprise-Routing für KI-Workloads sowie eine Null-Prozent-Finanzierung für laufzeitbasierte HPE-Networking-Software.

(ID:50843990)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Netzwerktechnik, IP-Kommunikation und UCC

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung