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Transportnetz für Mobilfunk HGC transformiert Fronthaul mit Infinera

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

HGC nutzt Infineras TM-Serie für eine transformierte Mobile-Fronthaul-Lösung. Die könnte künftig Base Band Units aus der Cloud nutzen und somit noch effizienter arbeiten.

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Mobilfunkbetreiber transofrmieren ihre Netzwerke durch die Nutzung von Glasfaser zum Sendeturm und durch den Einsatz zentralisierter Cloud-RAN-Architekturen.
Mobilfunkbetreiber transofrmieren ihre Netzwerke durch die Nutzung von Glasfaser zum Sendeturm und durch den Einsatz zentralisierter Cloud-RAN-Architekturen.
(Bild: Infinera)

Als Referenzkunde nutzt der in Hongkong aktive Provider Hutchison Global Communications Limited (HGC) Infineras TM-Serie für eine Mobile-Fronthaul-Lösung im gesamten optischen Netz. Die versprochenen Vorzüge: Geringe Latenz, hervorragende Synchronisation, geringer Energie- und Platzbedarf.

Mit Infineras TM-Serie können aktive Fronthauls gebaut werden. Die zeichnen sich laut Hersteller durch RAN-neutrale Infrastrukturen aus. Zudem böten sich Anwendern erweiterte Netzwerkoptionen (Point-to-Point and Protected Rings, Transponder und Muxponder) sowie erweiterte Managementmöglichkeiten.

Verglichen mit passiven Lösungen bedingen aktive Bauteile allerdings auch höhere Latenzen und beeinflussen Synchronisationssignale. Herausforderungen, die Infinera offenbar zufriedenstellend lösen konnte.

Infinera selbst wirbt mit einer „Ultra-Low Latency“ von unter fünf Nanosekunden für Transponder respektive vier Mikrosekungen für Muxponder. Byron Chiang, Chief Technology Officer von HGC, führt aus: „Wir haben uns die verfügbaren Mobile-Fronthaul-Lösungen angesehen und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Infinera TM-Serie die besten Ergebnisse bezüglich massiver Bandbreite und geringer Latenz bietet und gleichzeitig neue Mobilfunktechnologien unterstützt“.

Was hinter der Transformation steckt

Laut Infinera transformieren Mobilfunkbetreiber derzeit ihre Netzwerke durch die Nutzung von Glasfaser zum Sendeturm und durch den Einsatz zentralisierter Cloud-RAN-Architekturen (RAN = Radio Access Networks). Entsprechende Fronthaularchitekturen seien dabei auch eine Voraussetzung für künftige 5G-Netze.

Bei dem Ansatz werden bislang im Schaltschrank nahe des Funkturms untergebrachte Komponenten ausgelagert: Überflüssig wird die bisherige Remote Radio Unit (RRU), die per Koaxialkabel mit den Antennen des Funkturms verbunden war. Ersetzt wird die RRU durch einen Remote Radio Head (RRH), der per Glasfaser gespeist und in direkter Näher zu den Antennen angebracht wird.

Beim bereits heute verfügbaren, zentralisierten Zugangsnetz (Centralized-RAN) verbleiben die Base Band Units in den Schaltschränken und werden per Digital Radio over Fiber (D-RoF) vom Central Office – der Schnittstelle zwischen Fronthaul und Backhaul – gespeist. Die dabei verwendeten Protokolle heißen Common Public Radio Interface (CPRI) und Open Base Station Architecture Initiative (OBSAI).

Bereits über dieses C-RAN können LTE-A-Anwendungen abgebildet werden, sagt Infinera. In einer Präsentation zeigt das Unternehmen, wie Endgeräte gleichzeitig von drei Funkzellen bedient werden (Coordinated Multipoint (CoMP) und Enhanced Inter-Cell Interference Coordination (E-ICIC)).

Künftig soll sich das C-RAN zu einem Cloud-RAN entwickeln. Bei diesem wandern die BBUs vom Schaltschrank am Funkmasten hinter einen Load Balancer im Central Office.

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