Labor: Voice-over-LTE-Anrufe laufen als herkömmliche Mobilfunktelefonate weiter

Handovers aus LTE in UMTS unter Realbedingungen

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Telefónica führte den Handover eines mobilen Telefongesprächs aus Voice-over-LTE ins UMTS-Netz durch.
Telefónica führte den Handover eines mobilen Telefongesprächs aus Voice-over-LTE ins UMTS-Netz durch. (Bild: Telefónica)

Der Netzbetreiber Telefónica Deutschland hat eine Technik demonstriert, die Telefongespräche ohne Unterbrechung aus dem LTE-Netz in das UMTS-Mobilfunknetz übergibt und dafür Komponenten von verschiedenen Lieferanten nutzt.

Telefónica Deutschland ermöglicht den sogenannten Handover seit einigen Tagen im Labor unter den Realbedingungen eines echten Mobilfunknetzes. Mit diesem unmerklichen Wechsel werden Sprachanrufe, die als Voice over LTE (VoLTE) beginnen, beim Verlassen des LTE-Netzes als herkömmlicher Anruf weitergeführt.

Bisher müssen beinahe alle LTE-Smartphones für Telefonate auf ältere Standards wie GSM oder UMTS umschalten. VoLTE ist sehr selten nutzbar. Telefónica nutzt die neue Technik in seinem Münchner Labor und demonstriert dort auch den Handover in sein 3G-Mobilfunknetz. Er sei besonders für die Nutzung im Auto wichtig. Ohne den Handover würden VoLTE-Telefonate abreißen, wenn das Fahrzeug den LTE-Funkbereich verlässt.

Handover durch Single Radio Voice Call Continuity

Für den Handover aus dem LTE-Netz in eine benachbarte UMTS-Funkzelle nutzen die Techniker den SRVCC-Standard (Single Radio Voice Call Continuity). Nach eigenen Angaben ist Telefónica Deutschland weltweit der erste Netzbetreiber, der SRVCC mit Komponenten von mehreren verschiedenen Lieferanten demonstriert, wie es den realen Bedingungen in heutigen Mobilfunknetzen entspricht. Es kommen Endgeräte und Netzbauteile von mindestens sechs verschiedenen Herstellern zum Einsatz: Acme Packet, Ericsson, Huawei, Nokia Siemens Networks, Qualcomm und Sony Mobile.

Kernnetz mit gemeinsamem IMS

Momentan bauen Telefónica-Techniker ein einheitliches Kernnetz für Telefonate in Festnetz und Mobilfunk auf, das ein gemeinsames IP-Multimedia-Subsystem (IMS) nutzt. Für VoLTE-Telefonate verwendet Telefónica denselben IMS Core, der bereits für DSL-Telefonate im Einsatz ist. Außerdem wird dieselbe Mobilfunkteilnehmerdatenbank genutzt, wie für die bisherigen Techniken GSM und UMTS.

Telefónica präsentiert seine Technologien auf dem Mobile World Congress in Barcelona (25. bis 28. Februar, Halle 3, Stand 3B108). Dabei wird die Umsetzung von Sprachdiensten in LTE-Netzen vorgestellt und die Mobilfunkstrategie für die Zukunft erläutert.

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