Mehr Speed auf die Kupferleitung

G.fast: Deutschlandpremiere in München

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Bei der Vorstellung des G.fast-Projekts (von links): Michael Fränkle (M-net), Dorit Bode (M-net), Walter Haas (Huawei Deutschland), Yang Tao (Huawei Deutschland) und Dr. Gerd Thiedemann (AVM).
Bei der Vorstellung des G.fast-Projekts (von links): Michael Fränkle (M-net), Dorit Bode (M-net), Walter Haas (Huawei Deutschland), Yang Tao (Huawei Deutschland) und Dr. Gerd Thiedemann (AVM). (Bild: M-net)

Der Münchner Provider M-net setzt als erster Telekommunikationsanbieter in Deutschland die Datenübertragungstechnologie G.fast ein. Huawei liefert hierfür die Netzwerkkomponenten; in der Wohnung des Kunden kommt die Fritz!Box 7582 von AVM zum Einsatz.

Die FTTB-Technologie (Fiber to the Building) G.fast ermögliche hohe Bandreiten über die hausinterne kupferbasierte Verkabelung. Sie sei damit optimal geeignet, um in Bestandsbauten mit mehreren Wohneinheiten schnellere Internetanschlüsse anzubieten.

Nach eigenen Angaben realisiert M-net derzeit eines der größten FTTB-Glasfaserausbauprojekte in ganz Deutschland. Das Unternehmen habe gemeinsam mit den Stadtwerken München (SWM) zwischen 2010 und 2014 in der kompletten Innenstadt Glasfaserleitungen bis in die einzelnen Häuser verlegt. Im zweiten Ausbauschritt folge die Erschließung weiterer Stadtteile außerhalb des Mittleren Rings. Bis 2021 möchten M-net und die SWM insgesamt über 620.000 Wohneinheiten in der bayerischen Landeshauptstadt mit FTTB-Anschlüssen ausgestattet haben. Dies würde knapp 70 Prozent aller privaten Wohnungen und Gewerbeeinheiten entsprechen.

Mit dem FTTB-Ausbau sei der Grundstein für eine zukunftsfähige Internetanbindung gelegt, jedoch ende die Glasfaserleitung in der Regel im Keller des Gebäudes. Bis zur Wohnung des Kunden komme oftmals noch die hausinterne Telefonleitung zum Einsatz. Vor allem in Mehrfamilien- oder Mietshäusern begrenze dieses Nadelöhr die Geschwindigkeit des Internetanschlusses. Mit G.fast könnten jedoch künftig höhere Bandbreiten als bisher über die Kupferkabel im Haus übertragen werden.

Gigabit-Access-Lösungen von Huawei

Im Rahmen des Glasfaserausbaus setzt M-net seit 2008 auf das Know-how von Huawei und dessen Technologien für den Gigabitausbau. G.fast ist ein ITU-T-Standard (G.9700 und G.9701) der DSL-Technik auf Basis des Vectoring-Übertragungsverfahrens. Die G.fast-Technologie werde hauptsächlich im FTTB- und FTTdp-Ausbau (Fiber to the Distribution Point) eingesetzt. Auf Grund des genutzten Frequenzbandes sei der Einsatz optimiert für kurze Leitungsdistanzen bis ca. 250 Meter. „Für den Münchner Ausbau liefern wir u.a. die so genannten DPUs. Diese setzen in den Gebäuden die Datensignale aus dem Glasfasernetz der M-net in G.fast-Daten um, die dann über die bestehenden Telefonleitungen in die Kundenwohnungen gelangen“, erklärt Walter Haas, Chief Technology Officer von Huawei Deutschland. Mittels G.fast seien Bandbreiten bis 1 GBit/s möglich.

Highspeed am Anschluss

Die Fritz!Box 7582 setzt auf G.fast und Supervectoring 35b, um das schnelle Tempo eines Glasfasernetzes auch in den Wohnhäusern über die dort vorhandenen Kupferleitungen bereitzustellen. „Die Fritz!Box 7582 ist perfekt auf diese DSL-Ausbaustufen abgestimmt und garantiert Kompatibilität zu allen bestehenden Anschlüssen: VDSL-Vectoring, VDSL und ADSL“, so Dr. Gerd Thiedemann, Leiter Produktmanagement bei AVM. Im Heimnetz stehe neben WLAN AC mit 1.300 MBit/s (5 GHz) gleichzeitig ein WLAN-N-Funknetz mit 450 MBit/s (2,4 GHz) zur Verfügung.

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