Mit Windows-Bordmitteln Probleme lösen

Diese Befehlszeilentools sollten Admins kennen

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Zur Administration von Windows-Maschinen sind nicht immer zusätzliche Werkzeuge nötig – vieles lässt sich bereits mit Bordmitteln erschlagen.
Zur Administration von Windows-Maschinen sind nicht immer zusätzliche Werkzeuge nötig – vieles lässt sich bereits mit Bordmitteln erschlagen. (Bild: Microsoft / Joos)

In vielen Fällen lassen sich Probleme mit Windows-Rechnern auch ohne Zusatztools beheben. Denn unter Windows stehen viele kleinere, oftmals unbekannte Befehlszeilentools zur Verfügung, die bei Problemen schnell und einfach helfen. Wir stellen die Tools vor und erläutern deren Bedienung.

Um Probleme zu lösen, sei es im Netzwerk oder bei lokalen Problemen mit Windows, greifen viele Administratoren auf Spezialwerkzeuge zurück oder setzen kommerzielle Anwendungen ein. Bei sehr vielen Probleme reichen oft aber auch Befehlszeilentools aus, die zu den Bordmitteln von Windows 10 und älter aber auch zu den Windows-Server-Editionen gehören.

Zwischen PowerShell und Befehlszeile wechseln

Zu aktuellen Windows-Systemen gehört mittlerweile auch die PowerShell. Wer die Befehlszeile nutzt, kann daher auch auf Befehle aus der PowerShell zurückgreifen, muss dazu aber in die PowerShell wechseln. Das geht generell in einem einzigen Fenster. Um in der Eingabeaufforderung zur PowerShell zu wechseln, reicht es aus, den Befehl „powershell“ einzugeben.

Innerhalb der PowerShell kann die grafische Oberfläche der PowerShell mit „ise“ gestartet werden. In der PowerShell lassen sich zwar auch die Befehle der Befehlszeile nutzen, aber in der Befehlszeile keine Befehle der PowerShell, wenn nicht zunächst mit „powershell“ gewechselt wird. Um von der PowerShell in die Eingabeaufforderung zu wechseln wird der Befehl „cmd“ verwendet (siehe Abbildung 1)

Dienste verwalten

Mit dem Tool „net.exe“ (siehe Abbildung 2) lassen sich viele Einstellungen für Windows im Netzwerk vornehmen. Dazu gehört die Verwaltung von Benutzerkonten ebenso, wie die Verwaltung der Systemdienste. Dienste können mit „net start“ gestartet und mit „net stop“ beendet werden. Eine Liste der Dienste kann mit „sc query“ aufgerufen werden. Der Befehl hilft dabei, einen Überblick zu den Diensten zu erhalten (siehe Abbildung 3). Der Befehl „net file“ zeigt wiederum alle Dateien an, die derzeit über das Netzwerk geöffnet wurden.

Angemeldeten Benutzer und Informationen zum System anzeigen

Soll der angemeldete Benutzer angezeigt werden, zum Beispiel zur Überprüfung von Benutzerrechten, wird „whoami“ eingegeben. Der Befehl „hostname“ zeigt zudem noch den Namen des Computers an. Ausführliche Informationen zu einem PC werden durch Eingabe von „systeminfo“ angezeigt. Mit „systeminfo >c:\temp\systeminfo.txt“ werden die Daten in eine Textdatei umgeleitet. Eine solche Umleitung funktioniert generell mit allen Befehlen der Befehlszeile. Der Befehl überschreibt bereits vorhandenen Text in der Datei. Soll der vorhandene Text erhalten bleiben, also der neue Text angehängt werden, wird der Befehl „systeminfo >>c:\temp\systeminfo.txt“ verwendet.

Daten sicher endgültig von Festplatten löschen

Um Daten in Windows vollständig und unwiederbringlich zu löschen, sind nicht unbedingt Zusatztools notwendig. Auch über die Eingabeaufforderung kann das erledigt werden. Dabei hilft der Befehl „cipher /w:<Ordner oder Datei>“. Das Tool gehört zum Lieferumfang von Windows. Das Betriebssystem löscht den Ordner oder die entsprechende Datei und überschreibt anschließend den ehemaligen Speicherplatz mehrmals. Die Daten lassen sich dann nicht mehr wiederherstellen, weil der ursprüngliche Speicherplatz keine wiederherstellbaren Bereiche der Daten mehr enthält. Allerdings ist das Tool zum Löschen ganzer Festplatten eher ungeeignet, da es zu umständlich und langsam ist.

Netzwerkverwaltung in der Eingabeaufforderung

Sollen Netzwerkeinstellungen von Computern in der Eingabeaufforderung geändert werden, kann auf das Tool „netsh.exe“ zurückgegriffen werden. Um zum Beispiel IP-Adresse und DNS-Server der Netzwerkschnittstelle »lan« zu ändern, werden die folgenden Befehle verwendet:

Netsh interface ip set address "lan" static 192.168.178.99 255.255.255.0 192.168.178.4 1
Netsh interface ip delete dns "lan" 192.168.178.1
Netsh interface ip add dns "lan" 192.168.178.4

Die Einstellungen lassen sich mit den folgenden Befehlen in der Eingabeaufforderung anzeigen:

Netsh interface ip show address "ethernet"
Netsh interface ip show dns "ethernet“

Anwender, die verschiedene Subnetze nutzen, können IP-Pakete mit den Befehlen „pathping“ oder „tracert“ nachverfolgen. So lassen sich schnell Probleme auf Routern finden oder Geschwindigkeitsprobleme beseitigen, um bestimmte Routen zu umgehen (siehe Abbildung 5).

Die aktuelle IP-Adresse wird mit „ipconfig“ angezeigt, mehr Informationen mit „ipconfig /all“. Die Anweisung „ipconfig /displaydns“ zeigt den lokalen DNS-Cache, die zuletzt geöffneten Internetseiten und aufgelösten DNS-Namen an.

Anzeigen von geöffneten Ports und mehr

Wird der Befehl „netstat -an“ eingegeben, zeigt Windows die geöffneten Ports der Netzwerkverbindungen an (siehe Abbildung 6). Ausführlichere Informationen werden mit „netstat -banvo“ angezeigt. Die Routingtabelle des Computers kann mit „netstat -r“, Statistiken zu TCP/IP mit „netstat -s“ angezeigt werden.

Defekte Systemdateien und Boot-Manager reparieren

Funktionieren Systemdateien in Windows nicht mehr, reagiert das Betriebssystem teilweise mit Fehlermeldungen oder Abstürzen, die sich nur schwer zuordnen lassen. Im Command Line Module stehen Befehle zur Verfügung, mit denen sich Probleme beim Start von Windows beheben lassen. Die Tools lassen sich auch über die „Computerreparaturoptionen“ starten, die über die Installations-DVD oder einen USB-Stick zur Verfügung stehen:

DISM /Online /Cleanup-Image /Scanhealth

Bei Problemen mit Windows wird nach dem Scanvorgang folgender Befehl eingeben:

DISM /Online /Cleanup-Image /Checkhealth

Dieser Befehl überprüft, ob eine Fehlermeldung im System von einem früheren Scanvorgang vorliegt.

Um Fehler zu reparieren:

DISM /Online /Cleanup-Image /Restorehealth

Danach sollten mit „sfc /scannow“ weitere Systemdateien überprüft werden. Sind Fehler auf dem System vorhanden, sollte die Protokolldatei „CBS.Log“ im Ordner „C:\Windows\Logs\CBS“ überprüft werden.

Bootmanager reparieren

Um den Boot-Manager zu reparieren, werden die folgenden Befehle verwendet:

bootrec /fixmbr
bootrec /scanos
bootrec /rebuildbcd
bootrec /fixboot

Wenn der Start von Windows dreimal hintereinander abgebrochen wird, startet das Betriebssystem die automatische Reparatur.

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