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Definition Was ist eine Routing Table?

Eine Routing Table enthält Einträge, die den Weg zu einem bestimmten Ziel im Netz beschreiben. Die Tabelle kann durch statische oder dynamisch gelernte Einträge gefüllt werden. Routingprotokolle sorgen für den automatischen Austausch von Routing-Informationen zwischen Routern.

(© aga7ta - Fotolia)

Routing Table ist die englische Bezeichnung für den deutschen Begriff Routingtabelle. In einer Routingtabelle sind Einträge gespeichert, die den Weg in einem Netzwerk zu einem bestimmten Ziel beschreiben. Eine Routing Table lässt sich mit statischen oder mit dynamischen Routingeinträgen füllen. Im Fall von dynamischen Einträgen übernehmen Routingprotokolle wie BGP, OSPF, EIGRP oder RIP das automatische Füllen der Tabellen. Direkt mit dem Router verbundene Netzwerke werden ebenfalls automatisch in die Tabelle eingetragen.

Routingtabellen finden sich in Routern aber auch auf Endgeräten wie Computern. Je mehr Interfaces ein Router hat und je mehr Endgeräte und Netze vorhanden sind, desto größer ist die Routingtabelle. Große Internetrouter besitzen oft Tabellen mit vielen tausenden Einträgen, mit deren Hilfe sich Datenpakete im Internet vermitteln und zustellen lassen.

Inhalt und Aufbau der Routing Table

Die Routingtabelle muss alle benötigten Informationen enthalten, um Pakete auf der bestmöglichen Verbindung zum gewünschten Ziel zu transportieren. IP-Pakete sind mit IP-Zieladressen versehen, die ein Router in der Routing Table nachschlägt und dadurch die nächste Station auf dem Weg zum Ziel bestimmt. Zur Auswahl der Route besitzt ein Eintrag in der Routing Table mindestens folgende Informationen:

  • den Ziel-IP-Adressbereich
  • die zum Ziel-IP-Adressbereich zugehörige Subnetzmaske
  • der nächste Hop (auch Gateway genannt), an den Pakete aus dem Ziel-IP-Adressbereich weiterzuleiten sind
  • das Interface, das die Verbindung zum nächsten Hop bedient
  • die Metrik, die die Kosten oder die Priorität der Route festlegt

Dynamische und manuelle Einträge in der Routingtabelle

Einträge in der Routing Table erfolgen manuell oder dynamisch. Die manuellen Einträge erstellt ein Administrator. Sie sind statisch und ändern sich erst, wenn der Administrator diese manuell anpasst. Für dynamische Einträge sind Routingprotokolle zuständig. Dies können beispielsweise folgende Protokolle sein:

  • RIP: Routing Information Protocol
  • OSPF: Open Shortest Path First
  • BGP: Border Gateway Protocol
  • EIGRP: Enhanced Interior Gateway Routing Protocol
  • IGP: Interior Gateway Protocol

Dynamische Routingprotokolle sind in der Lage, auf Netzwerkveränderungen wie den Ausfall einer Teilstrecke oder eines Netzknotens automatisch zu reagieren. Sie ermitteln ohne manuellen Eingriff einen neuen Weg zum Ziel und tragen das Ergebnis in die Routing Table ein. Auch Ereignisse wie Netzwerkstaus oder Überlastungen sind prinzipiell erkennbar.

Grundsätzlich kann zwischen Routingprotokollen mit Link-Status-Algorithmus (LSA) oder Distance-Vector-Algorithmus (DVA) unterschieden werden. Router mit LSA-Protokoll kennen in der Regel die komplette Netzstruktur. Die einzelnen Router tauschen sich über Multicast-Nachrichten über die verschiedenen Verbindungswege aus. Bei einem DVA-Routingprotokoll ist jeweils nur der nächste Hop zu einem Zielnetzwerk in der Routing Table eingetragen. Nur direkt benachbarte Router tauschen die Informationen ihrer Routingtabellen untereinander aus.

Besondere Einträge in der Routingtabelle

Neben den Routen zu den verschiedenen Zielnetzen sind in der Routing Table Einträge mit besonderen Funktionen zu finden. In vielen Fällen ist eine Standardroute mit der Netzwerkmaske 0.0.0.0 eingetragen. Der nächste Hop für diese Route ist das Default Gateway. Der Eintrag bewirkt, dass alle Pakete, für die kein passender Routingeintrag existiert, an das Default Gateway geschickt werden.

Der Eintrag mit dem Netzwerkziel 127.0.0.0 ist die so genannte Loopbackadresse. Sie ist für das lokale Netzwerkinterface reserviert. Alle Pakete, die an diese Adresse gesendet werden, bleiben lokal. Weitere Einträge mit Sonderfunktionen sind Multicast- und Broadcasteinträge mit Netzwerkbereichen wie 224.0.0.0 oder 255.255.255.255. Finden sich mehrere Routen zu einem identischen Ziel mit einer gleichen Metrik, findet oft ein Verteilen des Verkehrs auf beide Routen statt (Loadbalancing).

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