Zuverlässige Verbindungen im Fahrzeug

Die Netzwerkkonnektivität geht auf die Straße

| Autor / Redakteur: Sascha Kremer / Andreas Donner

Organisationen aller Art benötigen konstante und zuverlässige Verbindungen im Fahrzeug.
Organisationen aller Art benötigen konstante und zuverlässige Verbindungen im Fahrzeug. (Bild: © – Chesky_W – istockphoto.com)

Zuverlässige mobile Konnektivität hilft Unternehmen, Flotten optimal zu verwalten und effizienter einzusetzen, was schlussendlich einer für die Kunden besseren Dienstleistung zugutekommt – doch nur, wenn die Hindernisse, die der drahtlose Einsatz in Fahrzeugen birgt, vermieden werden.

Die Möglichkeit, die Netzkonnektivität auf Fahrzeuge auszudehnen, hat die Art und Weise, wie Unternehmen Business generieren, erheblich verbessert – ja sogar revolutioniert. Ausgangspunkt war die digitale Transformation. Sie schafft die Notwendigkeit eines flexiblen, agilen Netzwerks, wodurch die traditionellen Anbindungen an die Zentrale so gut wie verschwinden. Die physischen Grenzen verlieren zunehmend an Bedeutung. Organisationen aller Art benötigen konstante und zuverlässige Verbindungen im Fahrzeug, um mit den sich verändernden Geschäftsanforderungen Schritt halten und mit ihren Kunden jenseits der gewohnten Umgebungen kommunizieren zu können.

Stand-alone-Charakter vermeiden

Für Unternehmen, etwa in der Logistikbranche, bedeuten Ausfallzeiten immer auch einen wirtschaftlichen Verlust. 4G/LTE-Netzwerklösungen sind ein zuverlässiges, sicheres und kosteneffizientes Mittel, um stets mit der Zentrale in Verbindung zu stehen. Die Herausforderungen an eine mobile Konnektivität sind naturgemäß andere als in einem Büro. So ist z.B. das Befahren holpriger Straßen, das Überqueren von Grenzen und das Betreiben von Geräten mit einer Fahrzeugbatterie bei der Einrichtung im Vorfeld zu berücksichtigen und entsprechend zu planen. Eine gut funktionierende Netzwerklösung im Fahrzeug sollte keinen Stand-alone-Charakter haben, sondern die unternehmenseigene Netzwerkstruktur erweitern. Überdies müssen alle Aspekte der virtuellen und physischen Anforderungen sowie die beabsichtigte Nutzung einbezogen werden. Es geht nicht nur darum, einen Hardware- und Datenplan zu haben: Unternehmen müssen darangehen, eine zuverlässige und umfassende Netzwerklösung unter Berücksichtigung der Sicherheitsstandards auf die Straße zu bringen. In den meisten Fällen ist ein einziges LAN erforderlich, um die mobilen Verbindungen herzustellen und dessen Nutzung optimal zu gewährleisten.

Fahrzeugkonnektivität für IoT und GPS

Es gibt viele gute Gründe, weshalb Unternehmen die Netzwerkkonnektivität in ihren Flottenfahrzeugen einsetzen: Internet-of-Things-Systeme (IoT) erlauben die automatische Aktualisierung und Nachverfolgung des Warenbestands. GPS-Tracking geht über die bloße Standortbestimmung der Fahrzeuge hinaus. So lassen sich Haltepunkte überwachen oder gefahrene Kilometer erfassen sowie das Fahrverhalten des Fahrers erkennen. Dies alles geschieht mit cloudbasierter Software von einem weit entfernten Standort aus.

Dank einer ständigen mobilen Verbindung können Fahrzeuge moderne Digital-Signage-Inhalte nutzen, die sich remote verwalten und bei Bedarf aktualisieren lassen. Für Unternehmen mit Sicherheitsbedenken bietet die Videostreamingfunktion den Vorteil einer Echtzeitüberwachung, die es ermöglicht, die Sicherheit von einem entfernten Standort aus im Blick zu haben und Behörden sofort zu alarmieren, wenn Probleme auftreten.

Von Rettungssanitätern, der Polizei und Pendlern

Ersthelfer und Rettungsdienste nutzen bereits die unternehmenskritische mobile Konnektivität für die Patientenüberwachung, die Zustandsanalyse und Diagnose – alles auf der Fahrt zum Krankenhaus. Rettungssanitäter können so zeitsparend auf wichtige Informationen zugreifen und Aufzeichnungen aktualisieren. In anderen Fällen nutzt die Polizei sichere Verbindungen, um Führerscheine und Fahrzeugregistrierungen zu überprüfen und Berichte digital in Echtzeit zu erstellen.

WLAN in öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein thematischer Dauerbrenner. Pendler und Urlauber verlangen in Bahn und Bus einen Internetzugang so selbstverständlich wie einen Sitzplatz und Pünktlichkeit. WLAN für Reisende gehört zu einem guten Kundenerlebnis mittlerweile schlichtweg dazu.

Dynamische statt statische IP-Adressen

Bei der Implementierung von mobilen Konnektivitätslösungen sollten sich Organisationen strategisch bewegen, indem sie sich an den praktischen Möglichkeiten innerhalb der Branche orientieren. Wie gesagt, das Netzwerk sollte sich nahtlos in die bestehende Infrastruktur einfügen, und das LAN sollte für die Fahrzeuge „offen“ sein. Für einen optimalen Betrieb benötigen Router regelmäßige Software- und Firmware-Updates, Konfiguration, Wartung und Fehlerbehebung. Oft besteht die Herausforderung für Unternehmen darin, dass sie logistisch nicht in der Lage sind, ihre Flotte mehrmals pro Woche an einen zentralen Ort anzudocken, um Updates zu installieren, Probleme zu beheben oder Daten zu übertragen. Eine softwaredefinierte, cloudbasierte Remote-Management-Plattform kann Software- und Firmware-Updates, Konfigurationen, Sicherheitspatches und die Wartung von drahtlosen Geräten remote leisten und gleichzeitig sicherstellen, dass sensible Daten auch sicher bleiben.

Da ein mobiler Router in einem Mobilfunknetz dynamische, private IP-Adressen verwendet, sollte die Verwaltungsplattform keine statische IP besitzen, um sich mit dem Router zu verbinden. Zudem sollte es eine Routinglösung erlauben, große Dateien – wie etwa bei der Videoüberwachung – schnell über ein nichtzellulares WAN zu ziehen, um die Datennutzung zu verringern und Fahrzeuge schneller wieder einzusetzen.

Hardwareeinsatz: aufpassen bei der Platzwahl

Verschiedene Faktoren, wie die Größe des Fahrzeugs oder sein Design, beeinflussen die Verbindungsqualität. Wie zuverlässig die mobile Verbindung ist, hängt daher von der richtigen Platzierung des Wireless-Routers und der Antenne ab. In der Regel ist der Platz jedoch begrenzt, und Fahrzeuge, die viele Benutzer transportieren, benötigen unter Umständen mehrere Router, um den hohen Volumenbedarf zu decken.

Es ist wichtig, die Router unter Berücksichtigung der physischen und virtuellen Barrieren zu installieren, sodass keine Verbindungseinschränkungen auftreten können. Die Anzahl der zu installierenden Geräte hängt einerseits von der Anzahl der Mitfahrenden und andererseits von der zu erwartenden Nutzungshäufigkeit ab. In Fahrzeugen des öffentlichen Nah- oder Fernverkehrs sind Router naturgemäß hohen Vibrationen ausgesetzt. Hier sind robuste Geräte nötig, die raue Umgebungen unbeschadet aushalten können.

Sascha Kremer.
Sascha Kremer. (Bild: Cradlepoint)

Die Verbindung aller Geräte in einem Fahrzeug mit einem einzigen LAN ist eine im Zuge der Weiterentwicklung der Technologien voranschreitende Entwicklung. Mit der Implementierung von Gigabit-LTE und 5G wird eine weitere grundlegende Veränderung der mobilen Netzwerkverbindung stattfinden. Im Moment setzen sich 4G/LTE-Netzwerke weiter durch, und Unternehmen können sich auf diese mobile Konnektivität verlassen, um ihr volles Potenzial ausschöpfen und um ihre Kunden und Mitarbeiter besser bedienen zu können.

Über den Autor

Sascha Kremer ist Director Carrier Development bei Cradlepoint.

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