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Femtocell – Alcatel zählt zwölf neue Vertragsabschlüsse in drei Monaten Bald auch in Deutschland: Die Mobilfunkzelle für Zuhause und fürs Büro

Redakteur: Ulrike Ostler

Femto-Zellen sind Mini-Mobilfunkzellen. Sie dienen dazu, gezielt Bereiche mit Mobilfunk auszuleuchten, in denen der Empfang schwach oder nicht vorhanden ist, etwa in engen Häuserschluchten. Die Zellen werden aber auch als Ersatz für WLANs gesehen. Hierzulande ist die Technik kaum einem breiteren Publikum bekannt, anderswo schon; so kann Alcatel-Lucent ein Dutzend neue Vertragsabschlüsse in drei Monaten verzeichnen.

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Small Cell 9360 ist die Femto-Cell-Box von Alcatel-Lucent für Unternehmen
Small Cell 9360 ist die Femto-Cell-Box von Alcatel-Lucent für Unternehmen
( Archiv: Vogel Business Media )

„Alcatel-Lucent etabliert sich klar als führender Anbieter im Bereich von End-to-End-Lösungen bei Femtozellen bzw. kleinen Mobilfunkzellen“, teilt das Unternehmen mit. Zurzeit liefen mit der hauseigenen Technik über 20 Tests, zum Beispiel mit Etisalat in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Darüber hinaus konnte der Konzern 14 Vereinbarungen zur kommerziellen Nutzung abschließen, unter anderem für die Bereitstellung eines nationalen Femtozellen-Dienstes in Großbritannien durch die Vodafone-Gruppe. Hier liefert Alcatel rund 35.000 Femtocell-Einheiten. Die Implementierung dieses Projekts hat bereits begonnen.

Das Marktforschungsunternehmen Infonetics Research gehörte zu den ersten, die der Femto-Zellen-Technik eine enormes Martkpotenzial vorausgesagt haben. Auch die kürzlich durchgeführten Studie „4G Strategies: Global Service Provider Survey“ zeige, dass die Provider eine großes Interesse daran haben, Femtozellen-Dienste zur Verfügung zu stellen.

In Deutschland besteht Nachholbedarf

Allerdings bestätigt Alcatel-Lucent, dass es in Deutschland kaum ein sichtbares Interesse an der Femtocell-Technik gibt. Allerdings dächten deutsche Provider über die Einführung der Technik nach. Der Hersteller selbst plant hierzulande eine LTE-Femtocell-Testinstallation.

Im internationalen Einsatz kristallisiere sich heraus, dass die kleinen Funkzellen insbesondere in Ballungsräumen nachgefragt werden, in denen viele Smartphones im Einsatz sind. Denn die benötigen Bandbreite und die Femto-Zellen wirken hier als Verstärker oder als Hotspots.

Rund um eine Femtocell-Box erstreckt sich eine Zelle auf etwa 100 bis 200 Meter. Ein Hochhaus, das mit entsprechender Technik ausgestattet wird, benötigt eine Hardware-Einheit pro Etage. Die Kosten für eine solche Box sind mit denen für einen WLAN-Router vergleichbar.

Die Technik der Femto-Zellen von Alcatel-Lucent

Das „Small-Cell-Produkt“ von Alcatel-Lucent besteht zurzeit aus der so genannten „9361-Home-Cell“ und der „9362-Enterprise-Cell“. Die Technik weist zahlreiche Innovationen der Bell Labs im Bereich der selbstorganisierenden Netzwerke (Self-Organizing Networks; SON) auf. Ein solches kann die Betriebskosten niedrig halten und die Netzleistung gleichzeitig hoch.

SON befähigt das Small-Cell-Portfolio von Alcatel-Lucent nicht nur, sich beim Einschalten automatisch zu konfigurieren. Es ermöglicht den kleinen Mobilfunkzellen auch, periodisch ihre Nachbarverbindungslisten und Handover-Parameter zu überwachen, zu aktualisieren und zu optimieren.

Dadurch können Handover-Fehler um 80 Prozent verringert werden. Dank der Verwendung von SON-Technologien kann das Small Cell-Portfolio von Alcatel-Lucent die Übertragungsrate auch fortlaufend an die Umgebung anpassen und so die bestmögliche Abdeckung anbieten.

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