Produkte und Architektur für breitbandiges Funken

Aruba setzt sich mit Roaming und neuem WLAN-Standard auseinander

14.06.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler

Zwei Dinge bewirbt Aruba Networks derzeit vorzugsweise: Ein Whitepaper, das sich mit dem kommenden Funkstandrad 802.11n auseinandersetzt, und Lösungen, die mobile Mitarbeiter unterwegs komfortabel und sicher wie im Unternehmensnetz kommunizieren lassen sollen.

Unterbrechungsfreies und sicheres Roaming für mobile Mitarbeiter will Aruba Networks ab kommendem Monat anbieten. Dazu braucht es neben einem Controller zwei neue Produkte: ein mobiler Zugriffspunkt „Mobile Access Point“ und eine Kontinuitäts-Software „Mobile Voice Continuity“.

Mit Hilfe des Access-Point wird eine Verbindung zum Unternehmen aufgebaut. Diese verfügen über statusbezogene Zugangskontrollen, die als so genannte „Statefull Firewall“ agieren. Sie eröffnen per „Split-Tunneling“ einen parallelen Zugang zum öffentlichen Internet und zum Virtual Private Network (VPN). Das erlaubt, den unternehmensinternen Verkehr an einen „Mobility-Controller“ im Unternehmen zu leiten, Internet-Zugriffe und Druckaufträge aber ohne Rückgriff auf das Unternehmensnetz, lokal abzuhandeln.

Die Zugriffspunkte sind zentral steuerbar, verbinden aber Netzwerk-Security und Zugangsregeln mit jedem Anwender individuell. Das ist nach Unternehmensdarstellung neu: Bislang mussten Benutzer ihr Equipment mit spezifischen Ports im Netzwerk verbinden. Mit der „Follow-me“-Security-Software des Herstellers gelten alle die Regeln, die am Aruba Mobility Controller für den jeweiligen Anwender festgelegt wurden, an jedem Access Point, auf dem die Mobility-Access-Point-Software läuft.

Zentrale Kontrolle

Das funktioniert auch, wenn sich mehrere Anwender an einem Access Point anmelden. Sofern dieser mit dem Aruba-Programm arbeitet, wird jeder Benutzer separat verwaltet.

Mit einer „Hotel-Connect“-Funktion, die in die mobilen Aruba-Access-Points eingebaut sind, können Mitarbeiter auch auf die Internet-Anbindung von Hotels mit Dual-Mode-Telefonen, PDAs und anderen mobilen Geräten zugreifen. Normalerweise, so erläutert Frank Wiesel, frisch ernannter Regional Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz, blockiert das hoteleigene Abrechnungssystem diese Zugangsmethode. Nur ein Zugriff per PC war möglich.

Mit dem Hotel-Connect-Feature wird der Anwender am Portal registriert und kann dann mit jedem Gerät arbeiten, als wäre im Unternehmen: Datenzugriffe, Voice over IP, Skype und Videokonferenzen und die Übertragung von Streaming-Daten seien möglich.

Zwischen WLAN und Telefonnetz

Die Mobile-Voice-Continuity-Software indes sorgt für die Übergabe von Daten- und Sprachübertragungen zwischen einem Wireless LAN, das auf Aruba-Produkten basiert, und einem Mobifunknetz. Ein Upgrade der IP-Telefonanlage oder Partnerschaft mit Mobilfunk-Netzbetreibern erübrige sich, erläutert Wiesel das Produkt.

Außerdem seien die Algorithmen des Management-Programms in der Lage zu erkennen, wenn sich ein Anwender vom Unternehmensgelände entferne. Es werde dann quasi automatisch initiiert, dass der Anwender von der Telefonanlage angerufen wird.

Der Aruba-Client nimmt den Anruf entgegen, ohne dass der Anwender etwas davon merkt, transferiert den Anruf ins öffentliche Mobilfunknetz und beendet die Wireless-LAN-Verbindung. Umgekehrt, wenn ein telefonierender Mitarbeiter das Unternehmen betritt, überträgt der Mobility Controller gemeinsam mit der IB-PBX-Anlage den Anruf aus dem öffentlichen Funknetz ins W-LAN und beendet die Mobilfunkverbindung.

Die Lösung läuft auf Aruba Mobility Controllern und arbeitet mit SIP-basierten Anlagen (SIP = Session Initiation Protocol). Telefoniert der Anwender mit einem Wireless IP-fähigen Telefon, registriert das Gerät den Vorgang. Ausgeführt wird der Anruf dann von der IP-PBX-Anlage (PBX = Private Branch Exchange).

Der neue WLAN-Standard

Während es bei der Mobility-Thematik um die konkrete Umsetzung von Lösungen mit Hilfe schon bald verfügbarer Aruba-Produkte geht, setzt sich das Whitepaper „Designed for Speed: Network Infrastructure in an 802.11n World“ prinzipiell mit der Koexistenz von hybriden 802.11a/b/g/n-WLANs auseinander. Mike Tennefoss, Head of Strategic Marketing bei Aruba Networks, ist derzeit auf Europa-Tour, um die Thesen zu vertreten.

Er warnt Anwenderunternehmen davor, zu früh – das heißt jetzt schon – in den kommenden IEEE-Standard zu investieren. Erstens sei er jetzt noch einmal um sechs Monate mindestens verschoben worden. Zweitens laufe damit die Frist für das Kommentieren der bisherigen Spezifikationen noch und es könne sein, dass der eine oder andere Einspruch zu Änderungen führe. Somit investierten die Unternehmen vielleicht in eine Hardware, die hernach nicht zu gebrauchen sei.

„Solange es keinen dringenden Bedarf für die Installation von noch nicht standardisierten Produkten gibt, sollten Anwender abwarten, bis der 802.11n-Standard ratifiziert ist und konforme Produkte erhältlich sind“, rät Tennefoss.

Besser ausreizen

Bedeutsamer sei unter Umständen jedoch, dass viele Anwender heute noch kein 802.11n-Standard benötigten, da verfügbare Funknetze noch gar nicht ausgereizt sind.

Der Autor Peter Thornycroft behandelt in seinem Papier den Einfluss des Multiple-Input/Multiple-Output-Antennen-Designs (MMO) auf verschiedene Installations-Szenarien. Da 802.11n-Produkte gegenüber den 802.11a/b/g unterschiedliche Leistungswerte erreichen, gibt das Dokument Empfehlungen für die Platzierung von Access-Points, so dass sich die Funkausleuchtung optimieren lässt.

Investitionsschutz

Darüber hinaus rät er Unternehmen, die heute vor der Anschaffung neuer Mobility-Infrastrukturlösungen stehen, auf die Verfügbarkeit mehrerer Gigabit-Ethernet-Ports zur Anbindung an das Unternehmensnetz sowie die Durchsatzleitung dieser Mobility-Lösungen zu achten, damit große Datenströme, die mit dem neuen Standard kommen, verarbeitet werden können.

Laut Thornycroft zeigen Tests, dass Produkte, die speziell für die Verarbeitung hochvolumiger Netzwerkdaten entwickelt wurden, eine wesentlich bessere Performance erreichen als Systeme, die auf umgebauten herkömmlichen PC-Architekturen basieren.

Wehren gegen die Konkurrenz

Die Aruba-Manager Tennefoss und Thornycroft scheinen sich mit seinem Papier gegen die Strategie eines bestimmten Anbieters zu stellen. Tatsächlich habe er die Produkte und den Marktauftritt von Meru Networks im Sinn, bestätigt Tennefoss. Der Anbieter hat bereits Produkte im Markt, die den künftigen Standard unterstützen.

Pikant ist, dass er zuvor als Vice President bei diesem Konkurrenten tätig war. Nun plant er, sein Geschäft vor allem in Deutschland stark auszubauen – auch personell.

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