Günstig schneller surfen im Home-Office

802.11ac WLAN Dual-Band-Router im Praxistest

| Autor / Redakteur: Frank-Michael Schlede, Thomas Bär / Andreas Donner

Der Linksys Smart WiFi Router EA6200 ist ein Dual-Band 802.11ac-Gerät für kleine Netze und Home-Office-Umgebungen.
Der Linksys Smart WiFi Router EA6200 ist ein Dual-Band 802.11ac-Gerät für kleine Netze und Home-Office-Umgebungen. (Bild: Linksys)

Einrichtung und Betrieb eines Routers können je nach Modell sehr komplex ausfallen. Der 11ac-WLAN-Router AC900 (EA6200) von Linksys bietet sich hier nicht nur als einfach zu installierende sondern auch als preisgünstige Alternative an.

Auch wenn es manchmal in öffentlichen Bereich in Deutschland noch nicht so scheint, sind doch die Zeiten, in denen sich die mobilen Nutzer mit 11 Mbit/s an einem WLAN Access-Point anmeldeten und dann auf die Daten zu warten hatten, endgültig vorbei: Note- und Ultrabooks moderner Bauart aber auch Tablets und Smartphones unterstützen in der Regel bereits standardmäßig den WLAN-Standard 802.11n. Zudem nimmt auch auf der Client-Seite die Zahl der Geräte zu, die eine 802.11ac-Unterstützung anbieten können. So wird es also höchste Zeit, die Router und damit zumeist auch die WLAN Access Points im Büro oder im Heim-Office auf den neusten Stand der Technik zu bringen.

Wie fast alle Anbieter von Routern bietet auch die Linksys diverse Modelle an, die bereits die schnelle Übertragung nach 802.11ac zur Verfügung stellen. Im Testlabor stand uns als eines dieser Exemplare der Dual-Band WLAN-Router AC 900 (EA6200) der Firma Linksys zum Test zur Verfügung.

Ausgeliefert wird er mit einem externen Netzteil, einem sehr kurzen Ethernet-Kabel, einer CD mit Dokumentation und einer gedruckten Kurzanleitung. Passend für das zuvor angesprochene Umfeld, hat Linksys das Gerät gerade für Anwender, die bisher noch wenig Erfahrung bei der Einrichtung eines Routers hatten, mit einer als Smart Wifi bezeichnete Software ausgestattet.

Setup-Hilfe Smart Wifi

Diese Lösung soll dann eine sehr einfache Konfiguration erlauben. Wer sich an die in fünf Schritte aufgeteilte Anleitung hält, den Router also zunächst über das vorkonfigurierte Passwort via WLAN kontaktiert und dann mit dem Browser auf die Konfigurationsoberfläche zugreift, wird dabei nach unserer Erfahrung auch wirklich sehr schnell zum Ziel kommen. Allerdings muss dabei unbedingt sichergestellt sein, dass der Router zu diesem Zeitpunkt schon eine Verbindung zum DSL- oder Kabelmodem und damit einen Internet-Zugang besitzt. Darauf weist die Anleitung aber auch sehr deutlich hin.

Unser Versuch, die Einstellungen auf dem Router zunächst isoliert und ohne Verbindung zum Internet vorzunehmen – eine Vorgehensweise, die im Testlabor allein aus Sicherheitserwägungen häufig zum Einsatz kommt – führte leider dazu, dass die Software sich aufhängte. Durch Verwendung des Reset-Knopfs gelang es uns dann aber schnell, wieder den Anfangszustand zu erreichen und das Gerät anschließend wie im Quick Start Guide beschrieben zu konfigurieren.

Solider und schneller Einsatz des Routers

Die Oberfläche der Software ist übersichtlich gestaltet und kann mit Hilfe der verschiedenen Widget-Elemente vom Nutzer in gewissem Maß selbst eingerichtet werden. Bei der Installation bietet die Software dem Nutzer auch gleich an, ein Konto auf der Web-Seite des Herstellers anzulegen, mit dessen Hilfe dann auch eine Administration des Routers über Apps für iOS und Android möglich ist. Wer das nicht will, muss es an dieser Stelle nicht tun. Allerdings hat der Router zu diesem Zeitpunkt beim Setup bereits automatisch eine Verbindung zur Web-Seite von Linksys aufgebaut.

Wer einen ac-Router in seinem Netzwerk installiert, möchte den Nutzern natürlich vor allen Dingen einen schnellen WLAN-Zugang bieten. Wir haben den Linksys-Router deshalb mit unterschiedlichen Client-Systemen getestet. Dazu gehörte ein aktuelles Ultrabook Dell XPS 12, das mit einer Core i7-CPU der Haswell-Reihe und damit auch mit einem WLAN-Chip von Intel des Typs Dual Band Wireless-AC 7260 ausgestattet ist, der 802.11ac unterstützt. Als Betriebssystem kam auf diesem System Windows 8.1 zum Einsatz.

Als zweites Testgerät haben wir zum direkten Vergleich ein älteres Notebook von Asus unter Windows 7 mit einem WiFi USB-Adapter ausgestattet und im WLAN untersucht. Schließlich kamen noch ein älteres Apple MacBook unter OS X 10.6.8 (Snow Leopard), ein Samsung Smartphone Galaxy S2 und ein Google Nexus 7 Tablet im drahtlosen Netz zum Einsatz.

Mit dem Standard-Windows-Treiber für den WLAN-Chip des XPS-12-Ultrabooks wurden uns unter Windows zunächst nur wenig mehr als 300 MBit/s bei der Anzeige der Übertragungsrate präsentiert – ein Wert, den wir auch schon bisher mit unserem 802.11n-Router fast erreichen konnten. Erst nach der Installation eines aktuellen Treiber von der Intel Web-Seite (Erscheinungsdatum März 2014) zeigte dann das Windows-8.1.-System eine Geschwindigkeit zwischen 400 und 500 MBit/s für die Übertragungsrate an.

Die Performance unter der Lupe

Da die Anzeige der Übertragungsgeschwindigkeit aber unter Windows alles andere als zuverlässig ist, haben wir zur Untersuchung des Durchsatz zwei unterschiedliche, frei erhältliche Programme verwendet: Dabei handelte es sich einmal um die Software „iperf“. Ein Kommandozeilenprogramm, das zum Messen der Performance in Netzwerken eingesetzt werden kann. Wer dieses Programm verwenden will, sollte dazu aber unbedingt auch die Java-Applikation „JPerf“ installieren, die dieses etwas unhandliche Programm unter Windows dann mit einer entsprechenden Oberfläche versieht.

Die andere, weitaus leichter einzusetzende Software trägt die Bezeichnung TamoSoft Throughput Test. Auch hierbei handelt es sich um eine Freeware, die in einem Paket sowohl eine Client- als auch eine Server-Komponente zur Untersuchung der Leistung von Netzwerken (drahtlos und drahtgebunden) beinhaltet. Ihr großer Vorteil: Sie erlaubt es beim Test verschiedene QoS-Einstellungen (Quality of Service) auszuwählen, sodass das WLAN-Netzwerk gezielt daraufhin untersucht werden kann, ob beispielsweise VoIP-Daten schnell und fehlerfrei übertragen werden.

Beide Programme zeigten nach mehreren Messungen einen durchschnittlichen Datendurchsatz von 200 MBit/s an. Nach dem Gang aus dem Labor über die Treppe einen Stockwerk tiefer (zwei Türen und zwei Mauern dazwischen) waren es immerhin im Schnitt noch 70 MBit/s, die zwischen dem Router und unserem Client-System übertragen wurden.

Beim Einsatz des Dual Band USB-Adapters AC 580 von Linksys auf dem älteren Windows 7-System zeigte das System in den Netzwerkeinstellungen einen Wert von circa 500 Mbit/s an. Der Durchsatz hier entsprach bei den Messungen in etwa dem Wert, der mit dem Ultrabook unter Windows 8.1 und dem integrierten Intel WLAN-Adapter erreicht wurde. Wichtig dabei: Gerade wenn ein solcher USB-Stick zum Einsatz kommt, klappt eine schnelle Übertragung nur mit den richtigen Treibern (des Anbieters) auf der Client-Seite – die Standardtreiber der Windows-Systeme bringen hier leider nur schlechte Ergebnisse.

Auch der schon ältere Apple-Rechner (MacBook Pro) konnte problemlos eine Verbindung zum Linksys-Router und dem 5-GHz-WLAN aufbauen und arbeitete mit einer Geschwindigkeit von etwas mehr als 300 Mbit/s.

Fazit: Schnelle Internet-Verbindung zum günstigen Preis

Mit dem Linksys AC 900 (EA 6200) steht ein WLAN Dualband-Router bereit, der eine umfangreiche Ausstattung mit einer sehr einfachen Bedienung sowohl im täglichen Betrieb als auch bei der Einrichtung kombiniert. Der Router ist standardmäßig so vorkonfiguriert, dass er je ein verschlüsseltes WLAN-Netz im 2,4- und im 5-GHz-Bereich aufbaut. Hier ist dann auch, wie es bei aktuellen Geräten zu erwarten ist, eine WPA/WPA-Personal Verschlüsselung vorkonfiguriert. Der Nutzer kann über die Oberfläche zusätzlich noch ein entsprechendes Gastnetzwerk einrichten.

Das Gerät ist mit vier Ethernet-Ports mit 10/100/1000 Gigabit und einem USB-3.0-Port ausgestattet. Der Router ist zudem IPv6-fähig. In Zusammenspiel mit einem aktuellen Straßenpreis von unter 90 Euro steht hier ein günstiger, kleiner und handlicher Router zur Verfügung, der auch von Laien schnell und problemlos eingerichtet und betrieben werden kann. So kann ein WLAN beim Einsatz von 802.11ac-fähigen Client-Systemen relativ leicht auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden.

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