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Interview-Serie: Netzwerk-Planung für digitale Bildung Zyxel – Bildungs-WLAN aus der Cloud oder standalone?

Autor / Redakteur: Dr. Harald Karcher / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Schulen stellen spezielle Anforderungen an das WLAN. Wir fragen Norbert Roller, Senior Director Channel Business DACH bei Zyxel, warum gerade Zyxel der richtige Digitalisierungs-Partner für Schulen sein sollte.

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Norbert Roller, Senior Director Channel Business DACH bei Zyxel Networks; gibt Auskunft über die Rolle seines Unternehmens bei der Digitalisierung in Schulen.
Norbert Roller, Senior Director Channel Business DACH bei Zyxel Networks; gibt Auskunft über die Rolle seines Unternehmens bei der Digitalisierung in Schulen.
(Bild: Zyxel)

Zyxel hat ein modernes und bezahlbares LAN/WLAN-Portfolio für kleine und mittlere Betriebe. Wie Cisco und Lancom kann man auch bei Zyxel das Netzwerk bequem über die Cloud managen. Wir fragen Norbert Roller, Senior Director Channel Business DACH bei Zyxel, warum Zyxel auch der richtige Digitalisierungs-Partner für Schulen sein könnte.

IP-Insider: Welche Ihrer WLAN-Produkte eignen sich besonders für Schulen?

Norbert Roller: Das hängt von mehreren Faktoren ab: dem Schultyp, der verfügbaren WAN-Anbindung und natürlich auch dem Budget.

Am unteren Ende des professionellen Levels bieten wir den Wave2-Access-Point NWA1123AC-v3 an. Dieser ist kostengünstig und bietet WLAN-Leistung für 15 bis 20 Personen pro Gerät.

Allerdings beobachten wir bei den 4x4-Wi-Fi-6-Access-Points (NWA210AX oder NWA510AX) eine hohe Nachfrage. Es bietet sich an, diese mit einem 2,5G-Switch zu kombinieren. So können dann 20 bis 25 Personen problemlos das WLAN nutzen.

Am oberen Ende des Profi-Sortiments ist der WAX650S für Schulen zu empfehlen. Denn damit können bis zu 150 Personen gleichzeitig bedient werden. Er eignet sich hervorragend für Hörsäle, Aulen und Aufenthaltsräume. Dafür wird dann allerdings ein 5G-Switch benötigt. Sonderfälle, wie zum Beispiel Sporthallen und Außengelände, können über spezialisierte Outdoor-Access-Points versorgt werden.

Ein großer Vorteil unseres Sortiments: Alle Geräte können je nach Bedarf oder Präferenz sowohl im Standalone-Modus als auch per Hardware- oder Cloud-Controller betrieben werden. Software-Features wie Mesh, Client-Steering und der Smart-Classroom-Modus stellen in dieser Preisklasse zwar eine Ausnahme dar, werden für Schulen künftig aber von großer Bedeutung sein.

Hervorzuheben wären noch das unauffällige Design der Geräte sowie die abschaltbaren LEDs, denn was nicht flackert, wird auch nicht wahrgenommen. Außerdem können einige der Geräte sowohl an der Wand als auch an der Decke montiert werden, was mehr Freiheiten bei der Netzwerkplanung einräumt. Ein großes Plus für Schulen ist auch unsere Diebstahlsicherung durch eine einrastende Bodenplatte in den Geräten.

Mehr zu den CLOUD-Lösungen von Zyxel lesen Sie hier:

IP-Insider: Helfen Sie den Schulen auch bei der Planung und Projektierung?

Roller: Zyxel unterstützt die Fachhändler selbstverständlich in der Planung und bei Bedarf auch gerne vor Ort. Die Planung eines WLAN-Netzwerks, Standortuntersuchungen und die Verwaltung führen wir mit dem Software-Tool Ekahau durch.

Dabei sind wir natürlich auch in Kontakt mit dem jeweiligen Hausmeister sowie Elektrikern, um Brandschutzauflagen zu erfüllen und mögliche Kabelwege im Sinne der optimalen Ausbreitung des WLANs von Beginn an einzuplanen.

Bei Bedarf übernehmen unsere Techniker in unserer Zentrale in Würselen die gesamte Netzplanung. Über kostenpflichtige Voucher wickeln sie auf Wunsch auch die vollständige Konfiguration aller Komponenten ab, was den Fachhändler vor Ort deutlich entlastet.

IP-Insider: Welche Rolle spielt Security bei Schulen?

Roller: Zyxel bietet eine ganze Bandbreite an Firewalls an, mit denen alle Anforderungen, die der Schulbetrieb mit sich bringt, abgedeckt werden. Aus unserer Erfahrung sind Schulen weniger an den UTM-Funktionen als vielmehr an der WAN-Bündelung sowie dem VPN-Zugang interessiert.

IP-Insider: Wie gut liegt Zyxel in Sachen Kosten? Beim Erstkauf? Bei den Folgekosten?

Roller: Das liegt daran, dass die Bildungsinitiative der Bundesregierung zwar die Initialinvestition stark fördert, die fortlaufenden Kosten allerdings von der Schule getragen werden müssen. Um Schulen hier zu unterstützen, bietet Zyxel eine Fünf-Jahres-Garantie, die bereits im Kaufpreis enthalten ist. Damit heben wir uns im Markt ab. Viele Hersteller bieten zwar niedrige Einstiegspreise, aber darin ist lediglich eine sechsmonatige Garantie enthalten und die Preise für die Garantieverlängerung sind sehr hoch.

Ein weiterer Vorteil: Die Basis-Version unserer Cloud-Management-Plattform Nebula ist kostenfrei und deckt in der Regel alle Anwendungsfälle mühelos ab, die in einer Schule anfallen. Zudem sind die Betreuungskosten eines externen Administrators mit dem Nebula-Cloud-Controller minimal. Da sich die Hardware selbstständig konfiguriert, kann sie bei Bedarf auch vom Hausmeister ausgetauscht werden.

IP-Insider: Welche Rolle spielen Ihre Händler und Systempartner?

Roller: Da Schulen verpflichtet sind, Ausschreibungen durchzuführen, stehen hier der IT-Schulberater und der gewünschte Fachhändler im Mittelpunkt. Zyxel unterstützt beide gerne – bei Bedarf auch vor Ort. Direktgeschäfte mit Hardware werden in diesem Kontext nicht gemacht.

IP-Insider: Haben Sie Referenz-Projekte in Schulen?

Roller: Wir haben sowohl im deutschsprachigen Raum als auch in ganz Europa zahlreiche Referenzprojekte. Dabei decken wir von kleineren Schulen bis hin zu großen Bildungseinrichtungen mit mehreren Standorten alles ab. Zwei Beispiele:

Die Alemannenschule in Wutöschingen stieß im Zuge des steigenden Datenaufkommens durch die im Unterricht eingesetzten Tablets mit ihrer damaligen Netzwerklösung schnell an ihre Grenzen. Das Resultat waren vermehrte Verbindungsabbrüche. Einerseits lag das Hauptaugenmerk auf einer flächendeckenden WLAN-Ausleuchtung und dem Vorhalten der für den Betrieb benötigten Bandbreite. Andererseits musste die bestehende Serverinfrastruktur in die neue Lösung integriert werden und aus dem einen vorhandenen Schulnetz sollten drei voneinander getrennte Netze geschaffen werden. Hier musste einer starken Frequentierung – von bis zu 500 gleichzeitigen Nutzern und dem zu erwartenden hohen Datenaufkommen durch Streaming und ähnlich datenintensiven Anwendungen – Rechnung getragen werden. Trotz der Komplexität konnte das gesamte Projekt innerhalb von nur sechs Tagen zu aller Zufriedenheit abgeschlossen werden.

Die Geschwister-Scholl-Grundschule in Gengenbach wollte dagegen ein schnelles und leistungsfähiges WLAN-Netz aufbauen, das aus der Cloud heraus verwaltet und konfiguriert werden kann. Da pro Klasse bis zu 20 Geräte auf einen Access-Point zugreifen, mussten Schnittstellen zwischen LAN- und WLAN-Netzwerk verbaut werden, die eine hohe Zahl an Nutzern dynamisch und mit gleichmäßiger Anpassung der Datenrate mit maximaler Performance versorgen können. Auf diese Weise ist bei Prüfungsszenarien die ultimative Chancengleichheit aller Beteiligten gewährleistet. Durch den verlässlichen, leistungsstarken Internetzugang verfügt die Schule jetzt über einen eigenen, unabhängig arbeitenden Cloud-Speicher, der die schnelle Bereitstellung von Lehr- und Lerninhalten über das Internet ermöglicht. Mit einem überschaubaren finanziellen Einsatz konnten so alle gesetzten Planziele schnell und erfolgreich umgesetzt werden.

IP-Insider: Wie sehen Sie WLAN 2025 in Schulen?

Roller: Derzeit liegt der Fokus in vielen Schulen noch auf dem Erlernen des Umgangs mit Computern. Das wird sich mit dem Jahr 2025 ändern. Denn dann wird die Erarbeitung von Hausarbeiten, Präsentationen, Projekten und Abschlussarbeiten über alle Schulen hinweg – von der Grundschule bis zum Gymnasium – im Vordergrund stehen.

Damit gehen selbstverständlich auch neue Herausforderungen an das WLAN-Netzwerk einher. Technisch muss sichergestellt werden, dass allen Anwendern im Raum die gleiche Netzwerkgeschwindigkeit zur Verfügung gestellt wird. Allerdings sind WLAN-Netzwerke eigentlich nicht darauf ausgelegt. Inspiriert vom US-amerikanischen und den asiatischen Märkten hat Zyxel eigens eine Funktion entwickelt, die allen Clients innerhalb von nur zwei Minuten die gleiche Bandbreite zur Verfügung stellt. Sind in einem Raum mehrere Access-Points installiert, werden durch diese Funktion sogar die verbundenen Clients optimal zwischen den Access-Points balanciert. Dies geschieht im Rahmen des WLAN-Standards und ohne spezielle Software auf den Clients.

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Dr. Harald Karcher

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Journalist