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Wi-Fi Alliance präsentiert „Generational Wi-Fi“ Ziffer soll IEEE-Spezifikation ersetzen

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die Wi-Fi Alliance hat jetzt eine vereinfachte Kennzeichnung für WLAN-Standards vorgestellt. Die soll leichter von Verbrauchern verstanden werden und als Teil des Nutzerinterfaces sogar mehr Informationen liefern als bislang üblich.

Die genutzte WLAN-Generation soll künftig auch vom Betriebssystem angezeigt werden.
Die genutzte WLAN-Generation soll künftig auch vom Betriebssystem angezeigt werden.
(Bild: Wi-Fi Alliance)

Ingenieure und Laien sprechen nicht selten verschiedene Sprachen. Darauf reagiert die Wi-Fi Alliance jetzt und schlägt eine von der IEEE-Terminologie abweichende Benennung von WLAN-Standards vor. Dank des „Generational Wi-Fi“ genannten Marketingprogramms sollen Endverbraucher rasch erkennen, ob ihr Equipment dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Zusätzlich werden die neuen Bezeichnungen auch im Nutzerinterface von Anwendungen auftauchen und so verdeutlichen, auf welche Weise Nutzer jeweils mit ihrer drahtlosen Gegenstelle kommunizieren.

Konkret kategorisiert die Wi-Fi Alliance folgende WLAN-Generationen:

  • Wi-Fi 6 entspricht 802.11ax
  • Wi-Fi 5 entspricht 802.11ac
  • Wi-Fi 4 entspricht 802.11n

Die Nummerierung soll sich dabei auf eine ganze Zahl beschränken; für frühere Standards sind keine äquivalenten Bezeichnungen vorgesehen. Das bedeutet also: Eine Version Wi-Fi 3 für 802.11g wird es ebenso wenig geben wie ein Wi-Fi 5.2 für „Wave 2“-Geräte.

Die Bezeichnungen sollen ausschließlich in Textform verwendet und nicht mit anderen Logos oder Designs verbunden werden. Bestehende Zertifizierungen, wie „WiFi CERTIFIED ac“ bleiben parallel nutzbar.

Die Wi-Fi Alliance hofft, dass sich die neuen Begriffe branchenweit durchsetzen und auch von Partnern, Presse und Analysten benutzt werden.

Anpassungen bei Oberfläche von Betriebssystemen

Zusätzlich präsentiert die Wi-Fi Alliance visuelle Darstellungen, die allerdings ausschließlich innerhalb der Benutzeroberfläche von Betriebssystemen verwendet werden sollen. Ergänzend zur Signalstärke zeigt eine Ziffer im WLAN-Statussymbol dann an, gemäß welcher WLAN-Generation Client und Access Point aktuell miteinander kommunizieren. Wie Hersteller bestehende Darstellungen mit einer Ziffer aufwerten können, beschreibt der als Download erhältliche Wi-Fi User Guide (PDF).

Wenngleich die ergänzende Darstellung im Nutzerinterface zusätzliche Verbindungsdetails verrät, unterschlägt die von der Wi-Fi Alliance vorgeschlagene Terminologie an anderer Stelle etliche Details.

So erlauben die neuen Marketingbegriffe allein beispielsweise keine Rückschlüsse auf die für Smart Home (802.11ah „HaLow“), Videoübertragungen (802.11ad) oder Hotspot 2.0 (802.11u) entwickelten Erweiterungen des Standards. Wie bereits angedeutet liefert Wi-Fi 5 zudem keinen Anhaltspunkt, ob es sich um Geräten der ersten oder zweiten Zertifizierungswelle („Wave 2") handelt.

Exkurs IEEE 802.11

Wenngleich das jetzt vorgestellte Konzept vom „Generational Wi-Fi“ für Konsumenten leichter verständlich sein mag, wird die vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) verwendete Terminologie damit also nicht obsolet. Welcher Logik der Berufsverband bei seinen Bezeichnungen folgt, lässt sich übrigens im Dokument IEEE-SA Project Numbering Policy (PDF) nachvollziehen.

Demzufolge werden Projekte nach Eingang des „Project Authorization Request“ mit einer ganzen Zahl gekennzeichnet. Die dient dann als Bezeichner des daraus resultierenden Standards. 802 repräsentiert beispielsweise eine Familie von Vorgaben für lokale Infrastrukturen und Metro-Netze. Untergeordnete Projekte mit eigenständiger Publikation erhalten eine weitere, durch Punkt abgetrennte Nummer: Während 802.3 das Ethernet behandelt, widmet sich 802.11 drahtlosen Infrastrukturen. Ergänzungen werden schließlich durch Kleinbuchstaben in alphabetischer Reihenfolge deutlich gemacht; ist das Alphabet nach 26 Änderungen erschöpft, werden zwei Buchstaben verwendet. Eingeweihte konnten damit auch schon bisher zumindest schlussfolgern, dass 802.11n ein älterer Ansatz sein muss als 802.11ac.

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