So begegnen Sie den steigenden Anforderungen beim drahtlosen Netzwerkzugriff

WLAN-Virtualisierung: freier Funk für alle

| Autor / Redakteur: Marius Schenkelberg / Andreas Donner

Mittels Channel Layering will Meru die Bandbreite im WLAN für alle Clients signifikant erhöhen.
Mittels Channel Layering will Meru die Bandbreite im WLAN für alle Clients signifikant erhöhen. (Bild: Meru Networks)

WLAN-Konzepte auf Microcell-Basis kämpfen aufgrund steigender Anforderungen an die Mobilität zunehmend mit Problemen bei der Funkverbindung, beim Roaming und bei der Skalierbarkeit. Ein Trend der diese Probleme lösen kann ist die WLAN-Virtualisierung.

Nach der traditionellen WLAN-Technologie erfordert eine höhere Dichte an WLAN-Clients auch eine höhere Dichte von Access Points, um die notwendige Bandbreite pro Client bereitstellen zu können. Erfordert eine größere Anzahl von WLAN-Clients innerhalb des Funkfelds eine Erhöhung des Durchsatzes, dann muss der Abstand zwischen den Access Points verringert werden.

Diese Technik wird als Mikrozellentechnik bezeichnet. Bei der Microcell-Architektur handelt es sich um ein funkgesteuertes Netzwerk, bei dem sich die nebeneinanderliegenden Access Points (APs) auf unterschiedlichen RF-Kanälen befinden. Entwickelt wurde dieses Verfahren schon Ende der 90er mit dem Ziel, dass sich die einzelnen APs nicht gegenseitig stören. Aufgrund der noch geringen Anzahl an WiFi-Geräten funktionierte dieser Ansatz auch gut.

Heutzutage machen Microcell-Architekturen aber sowohl dem Benutzer als auch der IT-Abteilung zunehmend Schwierigkeiten. WLAN-Zugang hält in immer mehr Unternehmen Einzug und mit ihm die Probleme in Form von Interferenzen und Kollisionen bei der Funkübertragung, der Kanalplanung und der Bandbreitenzuteilung. Oft sieht man sprichwörtlich abgewandelt „vor lauter Access Points die Übertragung nicht mehr“.

Hohe AP-Dichte möglichst ohne gegenseitige Beeinträchtigungen

Eine grundlegende Voraussetzung für eine funktionierende WLAN-Architektur ist, dass sich die einzelnen Access Points einander nicht stören. In Mikrozellen-Architekturen birgt deren hohe Anzahl allerdings Nachteile: Je mehr APs existieren, desto häufiger muss deren Leistung bzw. Konfiguration angepasst werden, um Störungen zu vermeiden.

Die Leistung der einzelnen Zellen sinkt somit kontinuierlich, je mehr Access Points dazukommen, und ein Großteil der verfügbaren Kapazität wird vergeudet. Dabei sollten alle APs gleichzeitig mit voller Leistung senden können bzw. im Optimalfall ihre Leistung gegenseitig sogar noch steigern. Die Berechnung der Leistung und die Kanaleinstellung eines solchen Zugangspunktes sind aber kompliziert bzw. erfordern spezielle Software. Zudem ist die Kanalplanung für Microcells keine einmalige Angelegenheit, sondern muss jedes Mal erneut durchgeführt werden, sobald ein Access Point in ein Netzwerk integriert oder verschoben wird.

Das Hinzufügen neuer Access Points zur Beseitigung von Funklöchern oder das Erweitern der Reichweite sollte für den IT-Administrator aber so einfach wie möglich gemacht werden und am besten wäre es daher, wenn gar keine Kanalplanung mehr notwendig wäre und alle Access-Points auf demselben Kanal arbeiten könten.

Wenn man aber bedenkt, dass selbst das Verschieben eines Schranks den RF-Sende- und Empfangsbereich für funkgesteuerte Clients stören und ein Funkloch erzeugen kann, ist es sicher keine leichte Aufgabe, wenn alle neuen APs denselben Kanal nutzen und mit derselben vollen Leistung senden wie die übrigen. Dennoch ist dieser Ansatz machbar!

Bring-your-own… Problems

Eine andere Herausforderung, denen sich heutige WLAN-Infrastrukturen stellen müssen, ist die Bring-your-own-Device-Mentalität (BYOD). Um in Verbindung zu bleiben, bringen Mitarbeiter vermehrt persönliche Wireless-Geräte mit zum Arbeitsplatz. Hier stellt sich die Frage: „Kann ich mein Gerät für Arbeitszwecke im Firmennetzwerk benutzen?" Mitarbeiter möchten nur ungern ein firmeneigenes und ein persönliches Wireless-Gerät mit sich herumtragen. Dies wiederum führt zu einer neuen Anforderung: Netzzugriffsrichtlinien und -funktionen, die es den Mitarbeitern gestatten, „eigene Geräte“ mitzubringen: BYOD!

Die BYOD-Unterstützung ist jedoch nicht ganz unkompliziert und erfordert Planung und Kenntnis der verschiedenen Zugriffsszenarien. Da Wi-Fi als ein Netzwerk-Portal für diese persönlichen Geräte angesehen werden kann, sind die Infrastruktur 802.11 und ihre Funktionen der wichtigste Baustein zur Einführung einer stabilen BYOD-Lösung.

Sehr wahrscheinlich muss Gästen eine Wireless-Verbindung zum Internet zur Verfügung gestellt werden. Ohne die automatische Festlegung eines Client-Wi-Fi-Profils wird die Bereitstellung der einzelnen Geräte zum Support-Problem. Beim größtmöglichen Geräteeinsatz ist der Support bei mehreren tausend Benutzern und zahlreichen unterschiedlichen Gerätetypen, OS-Plattformen und Wi-Fi-Treibern nicht mehr zu managen. Die Virtualisierung der WLAN-Infrastruktur kann hier Abhilfe schaffen.

weiter mit: Freiheit den APs!

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