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„Dark Fiber“ wird zum nachhaltigen Geschäftsmodell Wie die Stadtwerke Karlsruhe ihr Glasfasernetz vermarkten

Ein Gastbeitrag von Michael Homann und Jan Lange 5 min Lesedauer

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Der Glasfaserausbau hat an Fahrt aufgenommen, insbesondere in urbanen Räumen. Oft stehen kommunale Versorger allerdings vor der Frage, wie sie aus „Dark Fiber“ ein wirtschaftlich nachhaltiges Geschäftsmodell entwickeln. Die Stadtwerke Karlsruhe setzen auf eine noch junge White-Label-ISP-Plattform von Telemaxx, um als Netzbetreiber Ihre Endkunden zu erreichen.

Immer mehr regionale Energieversorger verfügen über gut ausgebaute Glasfasernetze doch deren wirtschaftlicher Betrieb als vollwertiger Internet Service Provider ist komplex und teuer. Die White-Label-ISP-Plattform von Telemaxx kann hier Abhilfe schaffen.(Bild: ©  RioPatuca Images - stock.adobe.com)
Immer mehr regionale Energieversorger verfügen über gut ausgebaute Glasfasernetze doch deren wirtschaftlicher Betrieb als vollwertiger Internet Service Provider ist komplex und teuer. Die White-Label-ISP-Plattform von Telemaxx kann hier Abhilfe schaffen.
(Bild: © RioPatuca Images - stock.adobe.com)

Immer mehr regionale Energieversorger verfügen über gut ausgebaute Glasfasernetze. Aber sie stehen dabei häufig vor einer strukturellen Herausforderung: Die Infrastruktur ist vorhanden, doch der wirtschaftliche Betrieb als vollwertiger Internetanbieter (ISP, Internet Service Provider) setzt eine komplexe Plattformarchitektur voraus – zu dieser gehören beispielsweise OSS/BSS-Systeme, die Entwicklung einer Provisionierungslogik, das Billing, ein CRM und – nicht zuletzt – eine funktionierende Hardwarelogistik. Für kleinere und mittlere Stadtwerke ist der Aufbau dieser Infrastruktur in Eigenregie wirtschaftlich kaum darstellbar.

Ausgangslage: Glasfasernetz ohne wirtschaftliche Verwertung

Die Stadtwerke Karlsruhe haben in den vergangenen Jahren begonnen, Fiber-to-the-Home-Netze (FTTH) zu errichten. Damit verbundenes Ziel ist die Breitbandversorgung im eigenen Versorgungsgebiet. Zunächst blieb dieses Netz „Dark Fiber“: physisch vorhanden, aber ohne aktive Endkundenvermarktung. Dies änderte sich im weiteren Verlauf. Als erfolgreich erwies sich dabei eine strategische Allianz mehrerer Stadtwerke im Raum Nordbaden, die sich mit einer Grundsatzfrage beschäftigten: In wie weit können kommunale Versorger gemeinsam eine zentrale Plattform nutzen, anstatt jeweils individuelle Technologie aufzubauen und zu betreiben? Denn als mittelgroße Versorger mit entsprechendem Anschlussvolumen wären sie kaum in der Lage, die Fixkosten eines vollintegrierten ISP-Betriebs zu tragen. Eine konsolidierte Plattform würde diese Kosten dagegen auf mehrere Schultern verteilen und wirtschaftliche Spielräume schaffen.

Plattformarchitektur und technische Umsetzung

Nachdem erste Assessments gute Erfolgschancen prognostizierten, war es für die Stadtwerke Karlsruhe wichtig, einen Partner für die Entwicklung und Maintainance einer White-Label-ISP-Service-Plattform zu finden. Basierend auf positiven Erstgesprächen fiel die Wahl auf die Telemaxx Telekommunikation. Ihre primäre Aufgabe: Performante Technologie bereitstellen, die alle IT- und Serviceprozesse in einer einzigen Plattform bündelt. Gleichzeitig soll den Stadtwerken jedoch volle operative Unabhängigkeit ermöglicht werden. Weitere zentrale Anforderungen waren:

  • ein Hohes Maß an Sicherheit im IT-Betrieb
  • Automatisierung der gesamten Customer Journey
  • umfassende Features wie Verfügbarkeitscheck, Abbildung der Bestellstrecke und Provisionierung
  • Abwicklung des gesamten Billings
  • Integration weiterer Ebenen wie Logistik und technischer Service

Telemaxx erkannte in der Anfrage der Stadtwerke Karlsruhe früh die Chance, mit gezielten Investitionen einen neuen Markt zu erschließen. Daher hat das ebenfalls in der Technologieregion Nordbaden ansässige Unternehmen große Ressourcen mobilisiert, um ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Letztlich überzeugte dies den regionalen Versorger anhand mehrerer zentraler Eckpunkte. So wurde im Konzept der Telemaxx insbesondere ein zentrales Ziel – die durchgängige Automatisierung der Customer Journey – konsequent umgesetzt: von der Online-Verfügbarkeitsprüfung über die Bestellstrecke und Provisionierung bis hin zu Billing und Rechnungsbereitstellung. Standardkunden sollten das System ohne manuelle Eingriffe aktivieren können, auch die Konfiguration der Endgeräte (Fritz!Box) würde automatisiert per Remote-Provisioning erfolgen. Die Hardwarelogistik – inklusive Versand, Rücklaufprüfung und Wiederaufbereitung – übernimmt ein zentraler Logistikpartner. Beim Produktportfolio wollte Telemaxx Glasfaser-Internettarife mit Downloadraten von bis zu 1.000 Mbit/s sowie symmetrische Upstreambandbreiten ermöglichen, ergänzt um VoIP-Telefonie und IPTV über waipu.tv.

Darüber hinaus kristallisierte sich der „Faktor Sicherheit“ als klare Stärke heraus: Die Kernkomponenten der ISP-Plattform laufen mehrfach redundant in den Telemaxx-Rechenzentren in Karlsruhe; sie stellen damit ein hohes Maß an Ausfallsicherheit und Cybersicherheit sicher. Das OSS-System betreibt Telemaxx in der eigenen Cloud, während das CRM-System in einer externen deutschen Cloud-Infrastruktur gehostet wird. Ergänzend sind Vorleistungs- und Interconnection-Partner direkt in die Plattform integriert.

Migration der Bestandskunden

Die Migration bestehender Internetkunden auf die neue Plattform erfolgte in drei Schritten: Zunächst wurde die Transferierung der Vertrags- und Kundendaten durchgeführt, im nächsten Schritt folgte die Übernahme des Gerätemanagements für vorhandene ONTs (Optical Network Termination) und Fritz!Boxen. Letztlich wurde der interne Wechsel des Endkundenproviders (EKP) und des Voice-Vorleistungsanbieters vollzogen. Durch dieses Vorgehen konnten alle Bestandskunden unterbrechungsfrei und ohne Hardwaretausch innerhalb weniger Wochen migriert werden. Der Umstand, dass die Plattform ohne Legacy-Strukturen neu aufgesetzt wurde, erforderte eine vollständige manuelle Datenmigration – das wiederum hatte den Vorteil, dass sich saubere Prozesse ohne technische Altlasten implementieren ließen.

Wir haben mit der Telemaxx einen Partner gefunden, der uns eine technologisch moderne, skalierbare und auf die Bedürfnisse kommunaler Versorger zugeschnittene Plattform bietet. So können wir alle ISP-Prozesse digital abbilden und schaffen langfristig einen betriebswirtschaftlichen Nutzen.

Michael Homann, Geschäftsführer Stadtwerke Karlsruhe

Michael Homann.(Bild:  Samuel Mindermann)
Michael Homann.
(Bild: Samuel Mindermann)

Jan Lange.(Bild:  TelemaxX)
Jan Lange.
(Bild: TelemaxX)

Skalierungsmodell im kommunalen Verbund

Das wirtschaftliche Fundament des Modells lässt sich dadurch schaffen, dass mehrere kommunale Partner gebündelt werden: So nutzen inzwischen neben den Stadtwerken Karlsruhe auch weitere Versorger in der Region und darüber hinaus die Plattform; auch ein Roll-out für zusätzliche Stadtwerke ist konkret in Planung. Dieses Modell verteilt die Investitionen in Hardware, OSS/BSS-Systeme und Automatisierungskomponenten auf mehrere Akteure. Ein weiterer Vorteil: Für die angeschlossenen Energieversorger entfallen faktisch anfängliche Investitionen. Die Telemaxx finanziert die Plattforminfrastruktur vollständig – und refinanziert sie ausschließlich über das Nutzungsmodell. Gleichzeitig behalten die Stadtwerke die volle Kontrolle über die Preisgestaltung ihrer Endkundenprodukte.

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Über die Autoren

Michael Homann ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Karlsruhe GmbH; Jan Lange ist CEO der Telemaxx Telekommunikation GmbH.

Über die Telemaxx Telekommunikation GmbH

Die Telemaxx Telekommunikation GmbH betreibt vier Hochsicherheitsrechenzentren und bietet Housing-Lösungen sowie Managed Services. Ergänzt wird das Portfolio durch eine White Label ISP-Service Plattform für regionale Versorger. Mehr unter www.telemaxx.de

Das hier angewendete Modell der Telemaxx schließt eine strukturelle Lücke im Markt: Denn White-Label-ISP-Angebote großer Carrier verlangen in der Regel Mindestvolumina, die kleine und mittlere Stadtwerke kaum erreichen. Doch der Aggregationsansatz von Telemaxx senkt diese Einstiegshürde deutlich – ohne Abstriche bei Markenführung oder Tarifflexibilität. Ferner lässt sich das Modell mit weiter wachsender Teilnehmerzahl skalieren, insbesondere mit Blick auf OSS/BSS-Kapazitäten und Supportprozesse. Dabei sind die aktuellen Plattformkapazitäten nach Unternehmensangaben derzeit noch nicht ausgeschöpft. Für die beteiligten Stadtwerke wird sich der kommerzielle Erfolg im Glasfasergeschäft erwartungsgemäß mittel- bis langfristig zeigen. Der Versorgungsauftrag steht dabei strategisch gleichrangig neben der Renditeerwartung.

Über die Stadtwerke Karlsruhe

Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH gehören zu den großen kommunalen Versorgungsunternehmen in Deutschland: Sie beliefern die Region mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser. Ferner werden Angebote für Internet und Telekommunikation bereitgestellt. Mehr unter stadtwerke-karlsruhe.de

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