Definition

Was ist eine Dark Fiber?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Andreas Donner

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt. (Bild: © aga7ta - Fotolia)

Eine Dark Fiber ist ein unbenutzter Lichtwellenleiter. Er kann von einem Anbieter angemietet und für den Aufbau eines eigenen Netzwerks oder einer Übertragungsstrecke verwendet werden. Für den Betrieb der hierfür benötigten Übertragungstechnik ist der Mieter selbst zuständig.

Der Begriff Dark Fiber (auch Dark Fibre), im Deutschen dunkle Faser, leitet sich von der Tatsache ab, dass in einem unbenutzten Lichtwellenleiter kein Lichtsignal vorhanden ist und die Faser dunkel bleibt. Es handelt sich dabei um einen Lichtwellenleiter, der von einem Anwender gemietet und für eigene Zwecke genutzt werden kann. Es lassen sich Netzwerke und Verbindungen im Weitverkehrsbereich realisieren.

Um Daten oder Informationen über die Glasfaser zu übertragen, muss der Anwender selbst die benötigten übertragungstechnischen Komponenten bereitstellen und betreiben. Anbieter von Dark-Fiber-Leistungen sind oft Versorgungsunternehmen oder Stromnetzbetreiber, die Lichtwellenleiter parallel zu ihrer Infrastruktur verlegen. Um den Ausfall einzelner Fasern abzusichern, sind häufig redundante Lichtwellenleiter vorhanden. Eine Dark Fiber ist zwischen zwei Standorten durchgespleißt und ermöglicht Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.

Varianten der Dark Fiber

Die Dark Fiber ist neben dem dedizierten Lichtwellenleiter in weiteren Varianten erhältlich. Bei einer so genannten Managed Dark Fiber handelt es sich um eine Lichtwellenleiterverbindung, in die der Anbieter auf einer bestimmten Wellenlänge ein eigenes Wartungssignal einspeist. Über dieses Signal ist er in der Lage, zusätzliche Management-Leistungen anzubieten und die Faser zu überwachen.

Eine virtuelle Dark Fiber stellt keinen eigenen Lichtwellenleiter, sondern lediglich eine individuelle Wellenlänge des Lichts innerhalb einer Glasfaserverbindung bereit. Über Wellenlängen-Multiplexverfahren lassen sich Services für mehrere Kunden auf einer einzigen Lichtwellenleiterverbindung realisieren.

Vorteile einer Dark Fiber

Die Nutzung einer dedizierten Glasfaserverbindung bietet dem Anwender zahlreiche Vorteile. Er kann ein privates Netzwerk realisieren, das ausschließlich seine Daten transportiert. Der Anwender hat volle Freiheit und Flexibilität bei der Nutzung der Glasfaserverbindung. Über die übertragungstechnische Ausstattung der Verbindungen entscheidet er frei. Per Lichtwellenleiter lassen sich große Entfernungen ohne Signalverstärkung überbrücken. Mit Wellenlängen-Multiplexverfahren sind die Bandbreiten fast unbegrenzt erweiterbar. Eine exklusive Nutzung der Lichtwellenleiter bietet einen hohen Sicherheitsstandard. Die Verbindungen sind nur mit sehr hohem Aufwand abzuhören. Da in der Regel redundante Fasern vorhanden sind, lassen sich die Verbindungen zudem gut gegen Ausfälle schützen.

Der Einsatz angemieteter Glasfaserleitungen für den Betrieb eines eigenen Netzwerks

Der Einsatz dedizierter Glasfaserverbindungen für den Betrieb eines eigenen Netzwerks stellt einen gegensätzlichen Ansatz zur Anmietung von Übertragungsbandbreite auf dem Netzwerk eines Providers dar. Die Lichtwellenleiterverbindung ist von anderen Kunden völlig entkoppelt und lässt sich exklusiv nutzen. Mit mehreren Glasfaserverbindungen sind Punkt-zu-Punkt-, Stern- und Ring-Topologien oder vermaschte Netzwerke realisierbar. Da die Technik an den Endpunkten der Fasern von der gleichen Organisation verantwortet werden, ist beliebige Technik einsetzbar. Wird höhere Kapazität benötigt, kann leicht auf aktuellere Übertragungsverfahren umgestellt werden.

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