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IT Infrastruktur-Konzepte für kleine Netzwerke, Teil 1 Welche Netzwerktechnik passt zu meinem Unternehmen? – ein Leitfaden

Autor / Redakteur: Frank Castro Lieberwirth / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Mittlerweile gibt es eine fast unüberschaubare Menge von Hardwarekomponenten für Home-Office und Industrie. Doch welche Komponenten sind die besten für kleine Unternehmen? Das richtige Augenmaß für eine Investition ist gefragt, um den idealen Kosten-Nutzen-Faktor zu erreichen. Dieser Beitrag gibt praktische Tipps in Text und Bild.

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Netzwerke verbinden.
Netzwerke verbinden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Wir betrachten einmal exemplarisch einen kleinen Handwerks- oder Industriebetrieb mit 20 Mitarbeitern, 8 PCs und 5 Drucker, die im Werkstatt- und Bürobereich stehen. Ein Internetanschluss ist Pflicht, auch weil die Buchhaltung steuerliche Aufgaben wahrnimmt und eine kleine Homepage existiert. Das System funktioniert, doch stellt sich die Frage nach Verbesserungen oder einer dringenden Notwendigkeit, Änderungen vornehmen zu müssen.

Vorteile und Nachteile der „Vernetzung“

Die Vernetzung ermöglicht es, gemeinsam teure Ressourcen, wie beispielsweise ein Internetanschluss, Drucker/Kopierer, Mail-, Dateiserver usw. zu nutzen. Im obigen Beispiel könnten mindestens 3 Drucker abgeschafft und dadurch Kosten reduziert werden.

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Eine Vernetzung für sich betrachtet hat nur wenige Nachteile, von der Anschaffung eines Switches und diverser Kabel mal abgesehen. Moderne Betriebssysteme erkennen Netzwerkanschlüsse selbständig, sodass auch hier der Aufwand gering ist. Nicht berücksichtigt werden diejenigen Kosten, die sowieso angefallen wären, wie zum Beispiel für eine Internet-Firewall oder einen DSL-Router.

Werden allerdings die Möglichkeiten bzw. der Mehrwert eines Netzwerks genutzt, steigen auch die Kosten. Um das etwaige Ausfallrisiko zu minimieren, ist die Verwendung von Industrieware gegenüber Heimprodukten vorzuziehen, da in diesem Produktsegment ein schneller Austauschservice und lange Garantiezeiten gewährt werden.

Kabel oder Funknetz?

Derzeit gängige Kabel sind UTP- (Unshielded Twisted Pair) und STP-Kabel (Shielded Twisted Pair), die sich hauptsächlich darin unterscheiden, ob und wie stark sie vor elektrischen Feldern geschirmt sind. Gängige Kabel-Kategorien sind derzeit Cat 6E oder 7.

Elektrische Felder und die Kabellänge verringern die Datenübertragungsrate. Je höher die Kategorie des Kabels ist, desto höher kann eine mögliche Datenübertragung sein. Für den High-end-Einsatz gibt es zudem Glasfaserkabel, die dann eingesetzt werden, wenn eine extrem schnelle Datenverbindung erwünscht ist. Glasfaserkabel sind weniger anfällig gegenüber elektrischer Strahlung; Glasfaserkabel und entsprechende Switches sind jedoch vergleichsweise teuer.

Geschwindigkeitslimit

Erwähnt werden muss auch, dass die theoretische Geschwindigkeit von 1 GBit/s derzeit in vielen Fällen nicht annähernd erreicht wird, da die betreffenden Computer und Server des unteren Preissegments diese Geschwindigkeit nicht liefern können. Praktisch liegt sie hier etwa bei 80-300 MBit/s.

Funknetze sind eine praktische Sache, gerade wo kein Kabel gelegt werden kann und auch keine elektrischen Störfelder existieren, sind sie weit verbreitet. Je länger der Abstand vom Sender (Access Point) zum Empfänger (Client) wird, desto geringer wird der Datendurchsatz bzw. die Geschwindigkeit. Wände verringern den Empfang ebenfalls erheblich. Die Geschwindigkeit ist folglich für Geräte der anvisierten Preisklasse, verglichen mit den jeweiligen Kabel-Varianten, wesentlich geringer.

weiter mit: Empfehlungen für Kabel und Funknetz, Voice over IP und Internetverbindungen

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