Internet of Things

Was man über Industrial Ethernet wissen sollte

| Autor / Redakteur: Kristin Rinortner / Andreas Donner

Im Zeitalter von IoT regeln die Referenzarchitektur RAMI und die Industrie-4.0-Komponente die industrielle Kommunikation. Im Bild der Karosseriebau des Audi TT.
Im Zeitalter von IoT regeln die Referenzarchitektur RAMI und die Industrie-4.0-Komponente die industrielle Kommunikation. Im Bild der Karosseriebau des Audi TT. (Bild: Belden)

Die Veränderungen in der industriellen Kommunikation erklärte Belden in seinem zweiten „Industrial Ethernet Infrastructure Design Seminar“ (IEIDS), zu dem etwa 100 Kunden und Partner aus 30 Ländern nach Istanbul kamen.

Der französische Schriftsteller Antoine de Saint Exupéry schrieb vor knapp 100 Jahren: „Deine Aufgabe ist es nicht, die Zukunft vorherzusehen, sondern sie zu ermöglichen“. Diese Aussage überträgt Wolfgang Schenk, VP Sales und Marketing bei Belden, auf das Internet der Dinge. Hier werden intelligente vernetzte Geräte die Kommunikation tiefgreifend verändern. Belden sieht sich an dieser Stelle als „Enabler“ mit entsprechender Technologie, Expertise und industrieller Erfahrung. Welche Veränderungen in der industriellen Kommunikationstechnik derzeit erfolgen legte das Unternehmen in seinem zweiten europäischen „Industrial Ethernet Infrastructure Design Seminar“ (IEIDS) dar, zu dem etwa 100 Partner und Kunden aus mehr als 30 Ländern nach Istanbul kamen.

Experten schätzen dass es seit etwa 2010 mehr vernetzte Geräte als Menschen auf der Erde gibt. Prognosen sagen, dass bereits 2020 die vernetzten „Dinge“ über die Hälfte der 26 bis 30 Milliarden vernetzten Geräte ausmachen werden. Ein Großteil dieser „Dinge“ werden autonom handelnde Maschinen in vollautomatisierten Fertigungen sein. „Daraus ergeben sich neue Herausforderungen für die Automatisierungstechnik, da Maschinen immer höhere Intelligenz benötigen und diese zusätzlich dezentralisiert werden muss“, erklärt Axel Vornhagen, VP ICOS bei Belden. „In fünf Jahren werden fast alle Unternehmen digitalisiert sein“, fügt Schenk hinzu. Und in Europa werden 110 Mrd. Euro pro Jahr für Serviceleistungen geplant.

Schenk postuliert, dass die Netzwerke der Zukunft TSN (Time Sensitive Networking) und OPC UA (Open Platform Communications Unified Architecture) sein werden. OPC UA kann Maschinendaten (Regelgrößen, Messwerte, Parameter usw.) nicht nur transportieren, sondern auch maschinenlesbar semantisch beschreiben.

Trends in der industriellen Netzwerktechnik

Trends in der industriellen Netzwerktechnik beschreibt Mark Cooksley, Produktmanager Netzwerkmanagement, so: „Einfach Geräte zusammenzustecken funktioniert heute nicht mehr bei Industrial Ethernet. 35 % der Probleme rühren von der Verkabelung, 25 % von den Switches her. Deswegen rät er, von seriell auf Ethernet, von Profibus auf Profinet, von Modbus auf Modbus/TCP/IP-Kommunikation umzusteigen. Weitere Veränderungen bestimmen die zunehmende Verbreitung von Windows als Betriebssystem, Oracle und SQL als Datenbanken sowie MES im Fertigungsmanagement. Auch Audio- und Videodaten werden in den Produktionsprozessen immer häufiger verwendet. So kommt auch der Bandbreite eine immer stärkere Bedeutung zu.

„Industrial Ethernet ist mehr als IT-Ausrüstung und Blockdiagramme robuster zu machen“, so Cooksley.

Ergänzendes zum Thema
 
Kommunikation im Zeitalter von Industrie 4.0

Security-Aspekte bei industriellen Netzwerken

Eric Byres, Sicherheitsexperte bei Belden, erläutert dann, warum „Security“ heute kein IT-Problem mehr ist und postuliert sieben Sicherheitsanforderungen für ein gutes Sicherheitsmanagement. Das sind das Einbeziehen von Sicherheitsaspekten in die Unternehmenskultur und -strategie, ein transparenter Support, Einbinden der Security-Aspekte in den Risk-Management-Prozess, Standards und Best-Practice-Szenarien, Erkennen der unternehmensspezifischen „Cyber Risks“, ein strenges Reporting sowie die Fähigkeit einzuschätzen, wann ein Verstoß kritisch wird.

„Bis zum letzten Jahr waren Sie Opfer, ab jetzt sind Sie schuldig“, erklären Byres und Schenk abschließend.

Trends in der Verbindungstechnik im IIoT

Als wesentliche Trends in der Verbindungstechnik im Industrial IoT (IIoT) bezeichnet Fabian Seymer, Produktmanager bei Belden, die Echtzeit-Kommunikation, Datenraten größer als 1.000 GBit/s sowohl kabelgebunden als auch drahtlos, die Zeitsynchronisation / derterministisches Ethernet sowie eine intelligente Steuerung des Informationszugangs.

Axel Vornhagen, verantwortlich für die Steckverbindersparte, ergänzt: „Obwohl sich zurzeit ein großer Hype um Wireless Verbindungen abzeichnet, bieten diese noch nicht die nötige Cyber Security, die gigantischen Datenmengen, also Big Data, sicher und fehlerfrei zu verarbeiten. Big Data, Cyber Security und immer komplexere Prozesse stellen kabellose Verbindungen vor große Herausforderungen. Fehler, Verlust oder gar Manipulation dieser Daten könnte zu schwerwiegendsten Folgen auf sämtliche Prozesse und direkten Einfluss auf die Sicherheit der Mitarbeiter haben. Bedrahtete Kommunikation, durch Kabel und Steckverbinder, wird also auch in Zukunft eine große Rolle im Internet of Things spielen.“

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