Definition

Was ist eine Fingbox?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

(© aga7ta - Fotolia)

Die Fingbox ist ein Netzwerkgerät, mit dem Anwender bequem lokale Infrastrukturen überwachen, verwalten und absichern können. Die Lösung wird dabei über eine mobile App gesteuert und von Cloud-Diensten unterstützt.

Die Fingbox ist ein im Jahr 2017 zunächst über die Crowdfounding-Plattform Indiegogo finanziertes und mittlerweile für etwa 130 Euro allgemein erhältliches Netzwerkgerät des zu Domotz gehörenden Anbieters Fing. Die Hardware ergänzt dessen gleichnamigen Netzwerkscanner, der kostenlos für Apple iOS, Google Android sowie Amazon Fire OS zu haben ist.

Der Anbieter bewirbt das Gerät als Management- und Security-Device für private Nutzer. Die können sich mit dem System nicht nur einen Überblick über ihr lokales Netz verschaffen. Überdies spürt das Device auch im 2,4-GHz-Band funkende Geräte auf – ganz gleich ob sich diese ins WLAN einbuchen oder nicht. Somit können Anwender beispielsweise die Anwesenheit bekannter Nutzer prüfen oder über das Wireless Intrusion Detection System (WIDS) verdächtige Geräte – wie Rogue Access Points – aufspüren.

Innerhalb des lokalen Netzwerkes kann die Fingbox mögliche Sicherheitslücken aufdecken, etwa offene Ports. Überdies erkennt die Lösung auch ohne IP-Adresse ausgestattete Geräte und kann so Konfigurationsfehler aufdecken.

Zudem beinhaltet das Gerät verschiedene Monitoring- und Überwachungsfunktionen. So können Anwender die Geschwindigkeit ihrer aktuellen Internetanbindung messen oder die aktuelle Bandbreitennutzung einzelner Geräte im Netzwerk verfolgen. Darüber hinaus lassen sich einzelne Geräte blockieren oder vom Internet trennen. Um das zu erleichtern unterstützt die App verschiedene Nutzerprofile und Zeitpläne.

Wenngleich es der Funktionsumfang nahelegt, agiert die Fingbox selbst nicht als klassischer Router oder zwischengeschaltete Firewall. Vielmehr wird das Gerät mit einem freien Netzwerkport verbunden und manipuliert den Netzwerkverkehr per ARP-Spoofing. Wird beispielsweise der Internetzugang für ein Gerät blockiert, mappt die Fingbox ihre MAC-Kennung auf die IP-Adresse des Gateways – und kann Anfragen somit ins Leere laufen lassen.

Um die Fingbox sinnvoll zu nutzen ist neben einer mobilen App auch eine Internetverbindung nötig. Offline lässt sich die Box nicht konfigurieren und die meisten Dienste funktionieren nicht. Einmal eingerichtet bleibt ohne Internet-Connect immerhin eine Blockade einzelner Rechner oder des Internetzugangs bestehen. Dank Cloud-Anbindung kann die Fingbox allerdings Warnmeldungen verschicken, wenn Fingbox und lokales Netz offline gehen. Bei funktionierender Verbindung lässt sich die Fingbox per Internet bedienen; für einfache Überwachungsaufgaben steht hierfür auch eine per World Wide Web zugängliche und von Fing betriebene SaaS zu Verfügung.

Zum Innenleben der dosenartig geformten Fingbox mit circa zehn Zentimetern Durchmesser gehören neben ARM-7-Prozessor, Gigabit-Ethernet-Port und WLAN-Antenne auch vier GByte Speicher und 512 MByte RAM. Als Betriebssystem kommt Linux Ubuntu Core zum Einsatz. Strom fließt durch einen Micro-USB-Anschluss ins Gerät; eine weitere USB-A-Buchse ist vorhanden, wird aber nicht explizit genutzt.

Fing positioniert die Fingbox insbesondere als Security- und Troubleshooting-Gerät für Endanwender. Unternehmen mit mehreren Netzen oder höheren Ansprüchen an den Funktionsumfang empfiehlt man derweil für den professionellen Einsatz gedachte Lösungen wie Domotz Pro.

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