Definition

Was ist ein SFP-Port?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Andreas Donner

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt. (Bild: © aga7ta - Fotolia)

Der SFP-Port ist ein standardisierter Port für modulare Transceiver. An die optischen oder elektrischen Transceiver lassen sich abhängig vom Typ kupferbasierte Netzwerkkabel oder Lichtwellenleiter anschließen. SFP-Ports sind häufig an Netzwerkswitches zu finden.

Die Abkürzung SFP steht für Small Form-factor Pluggable. Bei einem SFP-Port handelt es sich um einen Anschlussport, in den sich standardisierte Module zum Anschluss von Netzwerkverbindungen einschieben lassen. Diese Module werden als SFP-Transceiver oder Mini-GBIC-Transceiver bezeichnet. Die Transceiver besitzen Anschlussstecker für schnelle Gigabit-Ethernetverbindungen, SONET oder Fiber Channel.

Zum Einsatz kommen SFP-Ports beispielsweise in Netzwerkswitches oder Routern. Die Abmessungen und Eigenschaften des SFP-Ports sind vom Small Form Factor Committee in der Multi-Source-Vereinbarung (MSA) definiert. Viele Hardwarehersteller unterstützen den populären Standard. Im Vergleich zum GBIC-Standard besitzt ein SFP-Port kleinere Abmessungen. Dadurch ermöglicht er Netzwerkgeräte mit größerer Portdichte.

SFP-Transceiver und SFP-Module

SFP-Transceiver oder -Module sind in vielen verschiedenen Ausführungen erhältlich. Sie lassen sich für Glasfaserverbindungen mit Monomode- oder Multimodefasern und verschiedene Wellenlängen einsetzen. Oft kommen zum Anschluss der Lichtwellenleiter sogenannte LC-Stecker zum Einsatz. Über Verriegelungshebel sind die Glasfaseranschlüsse gesichert. Ebenfalls verfügbar sind SFP-Module für den Anschluss von Twisted-Pair-Kabeln (1000BASE-T). Einige optische SFP-Module benötigen nur einzelne Fasern. Für Sende- und Empfangsrichtung verwenden diese Module unterschiedliche Wellenlängen des Lichts.

Die Vorteile von SFP-Ports

SFP-Ports in einem Netzwerkgerät wie beispielsweise einem Switch bieten zahlreiche Vorteile. Sie sorgen für mehr Flexibilität, Effizienz und Zukunftssicherheit. SFP-Module sind schnell und einfach auszutauschen. Die Netzwerkgeräte sind problemlos auf andere Übertragungstechniken und -medien umstellbar. Defekte Module sind kostengünstig zu ersetzen und erfordern keine Reparatur oder den Austausch des kompletten Switches.

Im Vergleich zu einem GBIC ist ein SFP-Modul wesentlich kleiner. Es lassen sich Netzwerkgeräte mit hohen Portdichten bereitstellen. Über die SFP-Module besteht die kostengünstige Möglichkeit, das Netzwerkgerät mit einer Vielzahl unterschiedlicher Glasfasertypen zu beschalten. Sind neue Standards oder Technologien vorhanden, ist das mit SFP-Ports ausgestattete Netzwerkgerät zukunftssicher. Es kann einfach mit neuen SFP-Modulen bestückt werden und unterstützt die aktuellen Anschlussvarianten. Ein weiterer Vorteil ist, dass Netzwerkhardware flexibler einsetzbar ist, da sie sich mit den passenden SFP-Modulen in jede bestehende Netzwerkinfrastruktur integrieren lässt.

Die Unterschiede zwischen SFP, SFP+ und SFP28

Neben dem SFP-Port sind durch Erweiterungen des Standards auch SFP+-Ports und SFP28-Ports definiert. SFP+ (Enhanced Small Form-factor Pluggable) unterstützt höhere Datenraten von 10 Gigabit pro Sekunde und ist der Nachfolger von SFP. SFP28 besitzt gleiche Abmessungen wie SFP und SFP+ ermöglicht aber Übertragungsraten von bis zu 25 Gigabit pro Sekunde netto (mit Kodierung und Fehlerkorrektur 28 Gigabit pro Sekunde brutto). Durch die Aufteilung in vier SFP28-Ports ist die Realisierung von 100-Gbit-Verbindungen möglich.

Die Einsatzbereiche von SFP-Ports

SFP-Ports sind in vielen verschiedenen Netzwerkgeräten und -komponenten zu finden. Es sind Ethernet-Switches, Router, Firewalls und Netzwerk-Interface-Karten mit unterschiedlichen Anzahlen von SFP-Ports ausgestattet. In neueren Geräten kommen oft die Nachfolgestandards SFP+ und SFP28 zum Einsatz.

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