Definition

Was ist ein Fat Client?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Andreas Donner

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt. (Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Ein Fat Client ist ein voll ausgestatteter Rechner, der ein vollwertiges Betriebssystem, lokale Software und eigene Ressourcen wie Rechenleistung, Speicher und Netzwerkanbindung besitzt. Im Gegensatz zu einem Thin Client ist er in der Lage, viele Aufgaben im Standalone-Betrieb zu erledigen.

Eine alternative Bezeichnung für Fat Client ist Thick Client. Es handelt sich um einen voll ausgestatteten, vernetzten Rechner, der über ein eigenes Betriebssystem und lokal installierte Anwendungen verfügt. Er besitzt die notwendigen Rechen-, Speicher- und Grafikressourcen, um die Software offline lokal auszuführen.

Fat Clients sind als Standalone-Rechner und im Client-Server-Betrieb nutzbar. Im Client-Server-Betrieb bezieht der Client die für die Anwendungen benötigte Daten von einem Server, verarbeitet sie mit seinen lokal installierten Anwendungen und stellt die Ergebnisse lokal dar oder liefert sie an eine Serveranwendung zurück.

Im Gegensatz zu Thin Clients oder Zero Clients ist der Fat Client nicht vollständig vom Vorhandensein eines Servers und von dessen bereitgestellten Funktionen abhängig. Fat Clients besitzen neben der Netzwerkschnittstelle weitere Schnittstellen zu Verbindung mit Speicherlaufwerken, Wechseldatenträgern und anderen Peripheriegeräten wie Drucker oder Scanner. Die Bereitstellung der grafischen Benutzeroberfläche und die grafische Darstellung leisten das lokale Betriebssystem, die Grafikkarte, der Prozessor und der angeschlossene Monitor autark. Typische Fat Clients sind PCs oder Laptops mit Betriebssystemen wie Microsoft Windows oder macOS von Apple.

Abgrenzung zwischen Fat, Thin und Zero Client

Eine klare Trennlinie zwischen Fat und Thin Client existiert nicht. Je nach Anwendungsbereich kann die Grenze zwischen beiden Client-Konzepten verschwimmen. Hinzu kommt, dass sich ein Fat Client aus Anwendungssicht prinzipiell auch als Thin Client verwenden lässt. Der Verwendungszweck bestimmt jedoch nicht, ob es sich aus Hardwaresicht um einen Fat oder Thin Client handelt.

Typischerweise besteht der Unterschied zwischen Thin und Fat Client darin, dass der Thin Client eine schlankere Ausstattung besitzt. Er benötigt weniger Rechenleistung und Hardware. Sein Betriebssystem ist funktional eingeschränkt und erfüllt spezifische Aufgaben zur Bereitstellung der Client-Funktionen. Anwendungen und Teile der grafischen Aufbereitung werden vom Server ausgeführt. In der Regel hat der Thin Client keine oder nur sehr beschränkte lokale Speichermöglichkeiten.

Der Zero Client ist eine besonders schlanke Form eines Thin Clients. Er ist bei der Ausführung seiner Funktionen vollständig von einem Server abhängig und arbeitet oft nur mit Server-Lösungen eines bestimmten Herstellers zusammen. Häufiger Anwendungsbereich von Zero Clients ist das Umfeld virtueller Desktop-Umgebungen.

Vor- und Nachteile von Fat Clients

Fat Clients bieten viele Vorteile. Sie erledigen einen großen Teil ihrer Aufgaben autark und funktionieren prinzipiell auch offline. Im Client-Server-Betrieb sind die Anforderungen an den Server niedriger, da sämtliche Anwendungen und die grafische Benutzeroberfläche vollständig auf dem Client ausgeführt werden. Aufwendige multimediale Anwendungen erledigt der Fat Client in hoher Geschwindigkeit, ohne große Bandbreiten im Netzwerk zu belegen. Der Rechner kann für viele verschiedene Anwendungen parallel genutzt werden und ist durch sein vollwertiges Betriebssystem flexibel einsetzbar.

Diesen Vorteilen stehen einige Nachteile gegenüber. So steigt der Aufwand für die Administration der Rechner und die lokale Installation oder Aktualisierung der Software und des Betriebssystems. Fat Clients bieten zudem eine große Angriffsfläche für Cyber-Bedrohungen wie Hacker-Angriffe und sind aufwendig abzusichern. Darüber hinaus können Anwender unter Umständen Software installieren oder Geräte an den Rechner anschließen, die unerwünscht sind. Gegenüber einem Thin oder Zero Client ist der Energieverbrauch wesentliche höher.

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