Definition

Was bedeutet die Fehlermeldung "Keine gültige IP-Konfiguration"?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Andreas Donner

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt. (Bild: © aga7ta - Fotolia)

In Windows-Umgebungen tritt bei Netzwerkproblemen unter bestimmten Umständen die Fehlermeldung "Keine gültige IP-Konfiguration" auf. Sie kann die LAN- oder WLAN-Verbindung betreffen und verschiedene Ursachen haben. Im Folgenden ein Überblick über eventuelle Fehlerursachen und die gängigsten Möglichkeiten zur Behebung des Fehlers.

Um im lokalen Netzwerk und im Internet zu kommunizieren, müssen Rechner verschiedene Grundvoraussetzungen erfüllen. Sie benötigen eine kabelgebundene oder drahtlose Netzwerkschnittstelle (Netzwerkkarte oder WLAN-Adapter), eine physische und logische Verbindung zum nächsten Netzwerkknoten (Router) sowie eine gültige Konfiguration des Internetprotokolls (IP).

Probleme mit einzelnen Komponenten, egal ob mit der Hardware oder der Software, verhindern ggfs. das Senden und Empfangen von Daten über das Netzwerk. Rechner mit dem Betriebssystem Windows stellen Anwendern bei Netzwerkproblemen eine automatisierte Problemanalyse zur Verfügung. Startet der Anwender die Analyse, führt Windows verschiedene Tests und Prüfungen durch. Je nach festgestelltem Problem liefert die Analyse eine bestimmte Fehlermeldung. Die Fehlermeldung "Keine gültige IP-Konfiguration" ist eine von vielen möglichen Meldungen des Tools.

Die Bedeutung der IP-Konfiguration für die Kommunikation im Netzwerk und Internet

Grundsätzlich lässt sich zwischen physischer und logischer Netzwerkverbindung unterscheiden. Die physische Netzwerkverbindung stellt der Netzwerkadapter per Kabel oder per Funksignal her. Auf Basis dieser physischen Verbindung kommuniziert der Rechner mithilfe eines Netzwerkprotokolls. Es existieren zahlreiche Netzwerkprotokolle wie TCP/IP, IPX/SPX, NetBEUI oder AppleTalk. Aufgrund der starken Verbreitung des Internets hat sich TCP/IP für die Kommunikation sowohl in lokalen Netzwerken als auch im Internet durchgesetzt.

Der Rechner benötigt eine IP-Konfiguration, um per Internetprotokoll Daten auszutauschen. Grundelemente der IP-Konfiguration sind:

  • die IPv4- und/oder IPv6-Adresse inklusive Subnetzmaske oder Prefix
  • die IP-Adresse des Default-Gateways

Die IPv4- oder IPv6-Adresse ist die Absenderadresse, mit der der Rechner im Netzwerk kommuniziert. In lokalen Netzwerken genügt eine private IP-Adresse mit lokaler Gültigkeit. Im Internet ist eine öffentliche IP-Adresse notwendig, die weltweit gültig ist.

Zur IP-Adresse gehören eine Subnetzmaske oder ein Prefix. Subnetzmaske oder Prefix geben Auskunft darüber, welche Teile der Adresse zum Rechner und welche zum Netzwerk gehören. Das Default-Gateway ist ein Router, an den der Rechner alle Daten schickt, die nicht für das lokale Netzwerk bestimmt sind. Der Router nimmt die Datenpakete entgegen und sendet sie an den zuständigen nächsten Internetknoten weiter. Fehlen in der IP-Konfiguration eines Rechners gültige IP-Adressen, Subnetzmasken, Prefixe oder Default-Gateways, ist keine Kommunikation möglich und die Problemanalyse liefert das Ergebnis "Keine gültige IP-Konfiguration".

Varianten der Fehlermeldung "Keine gültige IP-Konfiguration"

Abhängig von der verwendeten Netzwerkschnittstelle existiert die Fehlermeldung "Keine gültige IP-Konfiguration" in verschiedenen Varianten. Sie kann beispielsweise lauten:

  • "WLAN verfügt über keine gültige IP-Konfiguration"
  • "Drahtlosnetzwerkverbindung verfügt über keine gültige IP-Konfiguration"
  • "LAN verfügt über keine gültige IP-Konfiguration"
  • "Ethernet verfügt über keine gültige IP-Konfiguration"

Mögliche Ursachen der Fehlermeldung "Keine gültige IP-Konfiguration"

Die Fehlermeldung "Keine gültige IP-Konfiguration" kann viele verschiedene Ursachen haben, was die Fehlerbeseitigung erschwert. Fehler können sowohl lokal im Rechner als auch in einem externen Gerät wie dem Router zu finden sein. Mögliche lokale Fehlerursachen sind defekte Netzwerkadapter, fehlerhafte Treiber der Netzwerkadapter, falsche Netzwerkeinstellungen, deaktivierte Windows-Netzwerkservices oder Probleme mit lokaler Software wie Desktop-Firewall oder Virenscanner. Externe Fehlerursachen sind defekte Router, falsch konfigurierte Router, Fehler in der IP-Adressvergabe durch den Router oder den Internetprovider und andere Netzwerkprobleme.

In vielen Fällen liegt die Meldung "Keine gültige IP-Konfiguration" am fehlerhaften Zusammenspiel zwischen Router und Rechner bei der Adressvergabe per DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) begründet. DHCP ist ein Protokoll, das dem Rechner seine IP-Konfiguration automatisch zuteilt. Es macht die manuelle Konfiguration der IP-Parameter überflüssig.

Initialisiert ein Rechner seine Netzwerkverbindung, fragt er über die Netzwerkschnittstelle nach einem DHCP-Server und verlangt von diesem seine IP-Daten. Der DHCP-Server ist in einem Heimnetzwerk in der Regel der Internetzugangsrouter. Er beantwortet dem Rechner die Anfrage und teilt ihm seine IP-Konfiguration mit. Arbeitet DHCP aufgrund von Fehlern im Router, im Rechner oder auf der Netzwerkverbindung nicht korrekt, erhält der Rechner keine gültige IP-Konfiguration und ist trotz physischer Netzwerkverbindung logisch vom IP-Netzwerk getrennt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Beseitigung der Fehlermeldung "Keine gültige IP-Konfiguration"

Da die Fehlermeldung "Keine gültige IP-Konfiguration" viele Ursachen haben kann, ist ein systematisches Vorgehen bei der Beseitigung des Fehlers sinnvoll. Mit folgender Schritt-für-Schritt-Anleitung lassen sich mögliche Fehlerursachen nach und nach ausschließen. Vor der Durchführung der verschiedenen Schritte ist es sinnvoll, sich etwas genauer mit den vorgeschlagenen Aktivitäten zu beschäftigen. Die folgende Anleitung ist nur ein grober Überblick und geht bei den Lösungsvorschlägen nicht ins Detail:

1.: Rechner und Router neu starten

Bei allen Netzwerkproblemen ist es zunächst sinnvoll, den Rechner neu zu starten. Oft ist nur eine einzelne Softwarekomponente temporär gestört, die durch einen Neustart wieder zum Laufen gebracht werden kann. Bringt ein Reboot des Rechners keinen Erfolg, ist anschließend der Router neu zu starten. Auch im Router kann sich ein einzelner Softwareprozess verabschiedet haben, der das Problem verursacht.

2.: IP-Konfiguration zurücksetzen oder erneuern

Logische Probleme mit der Vergabe von IP-Daten sind unter Umständen durch das Zurücksetzen oder Erneuern der IP-Konfiguration zu beheben. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sehr einfach ist dieser Schritt über die Windows-Eingabeaufforderung durchzuführen. Sie muss per Rechtsklick mit der Option "Als Administrator ausführen" gestartet werden. Anschließend können verschiedene Befehle eingegeben werden. Folgende Befehle sind möglich:

  • ipconfig /release
  • ipconfig /renew
  • netsh winsock reset
  • netsh int ip reset

3.: IP-Konfiguration manuell einrichten

Trotz Zurücksetzen oder Erneuern der IP-Konfiguration erhält der Rechner keine gültigen IP-Daten per DHCP. Dieser Fehler lässt sich umgehen, indem die IP-Daten manuell eingegeben werden. Möglich ist dies über die Netzwerkeinstellungen und Eigenschaften des jeweiligen Netzwerkadapters. Es ist darauf zu achten, gültige IP-Adressen einzurichten, die mit der IP-Konfiguration des Routers kompatibel sind.

4.: Desktop-Firewall oder Antivirus-Software deaktivieren

Manchmal verursacht Dritt-Software Probleme mit der IP-Konfiguration. Mögliche Ursachen können eine Desktop-Firewall oder eine Antivirus-Software sein, die wichtige Prozesse oder Kommunikationsschritte der Netzwerkverbindung blockieren. Ausschließen lassen sich diese Probleme durch das temporäre Deaktivieren von Desktop-Firewall oder Antivirus-Software.

5.: Kreuztests, um defekte Netzwerkadapter oder Router auszuschließen

Besteht der Fehler noch, sollten Kreuztests der Hardware durchgeführt werden. Hierfür verbindet man den Rechner mit einem anderen Netzwerk. Funktioniert er dort, hat der Rechner kein Hardwareproblem. Um Hardwareprobleme am Router auszuschließen, sollte ein anderer Rechner mit ihm verbunden werden. Kann der andere Rechner bzw. der andere Client über das Netzwerk kommunizieren, arbeitet der Router fehlerfrei.

6.: Netzwerktreiber aktualisieren oder neu installieren

Ursache für das Netzwerkproblem können fehlerhafte oder beschädigte Treiber der Netzwerkadapter sein. Dies tritt eventuell nach einem nicht korrekt durchlaufenen Windows-Update auf. Das Aktualisieren und die Neuinstallation der Netzwerktreiber ist über die Systemsteuerung und den Geräte-Manager möglich.

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