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Von QSC zu Q.beyond Vom DSL-Netzbetreiber zum Digitalisierer

| Autor / Redakteur: Dr. Stefan Riedl / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Aus dem ehemaligen DSL-Netzbetreiber und TK-Unternehmen QSC wurde Q.beyond. Die Umfirmierung hat mit dem Wandel des Kerngeschäftes zu tun. Die drei Säulen des Unternehmens sind nun IoT, SAP und Cloud. Jürgen Hermann, CEO von Q.beyond, erläutert die Hintergründe.

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Q.beyond positioniert sich als Mittelstandsdigitalisierer mit Schwerpunkten auf IoT, SAP und Cloud.
Q.beyond positioniert sich als Mittelstandsdigitalisierer mit Schwerpunkten auf IoT, SAP und Cloud.
(Bild: Markus Wegmann - stock.adobe.com)

Wer „QSC“ googelt, kann den Eindruck gewinnen, es mit einem DSL-Netzbetreiber zu tun zu haben, doch das ist in doppelter Hinsicht nicht mehr korrekt. Erstens liegt der Schwerpunkt des Unternehmens auf Digitalisierungsprojekte im Mittelstand. Zweitens heißt das Unternehmen jetzt „Q.beyond“.

Jürgen Hermann, CEO der Q.beyond AG und derzeit im 24. Jahr im Unternehmen, erläutert, warum sich die Umfirmierung aus dem Werdegang des Unternehmens heraus ergibt und letztlich auch mit dem „War for Talents“ zusammenhängt: „Die Firmenhistorie in a Nutshell erzählt, hört sich in etwa wie folgt an“, so Hermann: „1997 wurde QSC als TK-Beratungsunternehmen gegründet. 2009 wurde der Telekommunikationssektor als schrumpfender Markt mit wachsendem Preisdruck identifiziert, so dass ein paar Weichen neu gestellt wurden.“

Neue Ausrichtung

Es folgte die Akquisition der Info AG aus Hamburg, durch die Rechenzentrumskapazitäten, IT-Service- sowie SAP-Kompetenz aufgebaut wurden. „2014/2015 fand eine weitere Schärfung des Portfolios und eine Fokussierung auf die Digitalisierung des Mittelstandes statt. 2019 folgte ein wichtiger Meilenstein in der Firmenhistorie, nämlich der Verkauf des TK-Geschäftes für 229 Millionen Euro an EnBW“, so der CEO weiter.

IoT, SAP und Cloud

So entstand ein neues Profil, nämlich das eines Mittelstandsdigitalisierers mit Schwerpunkten auf dem Internet der Dinge, SAP und der Cloud. Die Umfirmierung von QSC in Q.beyond sei auch in diesem Lichte zu betrachten, sagt Hermann. „Letztlich ist es wichtig, dass der Markt die Neuorientierung versteht. Ich spreche dabei durchaus auch vom Arbeitsmarkt.“ Denn gute Entwickler sind rar. Die jetzige Umbenennung sei auch in diese Richtung ein Statement: „Wir möchten ein attraktiver Arbeitgeber für neue Talente sein. Mit dem Branding Q.beyond beginnt eine neue Epoche als Digitalisierer.“

Personaldecke

Q.beyond beschäftigt dazu derzeit über 100 Software-Entwickler aus allen Bereichen inklusive Public-Cloud-Kompetenz“. Außerdem stehen 250 S/4HANA-Spezialisten auf der Gehaltsliste, die laut Hermann in den kommenden Jahren viel zu tun haben werden, denn es stehen sehr viele Migrationsprojekte an: Zwar sei noch Zeit bis 2027, aber weniger als zehn Prozent der Unternehmen, die SAP nutzen, haben auf S/4HANA transformiert. Diese Umstellung dauert je nach Größe mehrere Monate.

„Ich glaube, dass das, was für IT-Services für Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren richtig war, wird in den nächsten zehn Jahren keine Gültigkeit mehr haben“, sagt der CEO. Bisher ging es um Cloud-Services, Applikationsmanagement und andere eher isolierte Dienste; künftig wird die Integration der Technologien in den Vordergrund rücken, ist Hermann überzeugt, darunter die Integration von Microservices und neue Business-Modelle durch die Kombination von IoT-Technologie, SAP und Cloud.

20.000 Quadratmeter Rechenzentrumsfläche

Zu den Zukunftsfeldern zählt das derzeit noch vergleichsweise abstrakte Thema „Internet of Things“. In diesem Geschäftsfeld gilt lauf Hermann: „IoT muss in der Geschäftswelt vor allem konkreten Nutzen bringen, sei es die Etablierung neuer Geschäftsmodelle sowie Kosten oder Durchlaufzeiten senken.“

Mit Projekten in diesem Umfeld plant Q.beyond für 2020 mit einem Umsatzwachstum von mindestens 13 Prozent auf mehr als 143 Millionen Euro. In Deutschland beschäftigt der „Mittelstandsdigitalisierer“ 900 Mitarbeiter und verfügt über rund 20.000 Quadratmeter eigene Rechenzentrumsfläche.

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Über den Autor

Dr. Stefan Riedl

Dr. Stefan Riedl

Leitender Redakteur