Netzwerkspezialist blickt auf ein erfolgreiches 2011 zurück

Verizons Netzwerk überspannt sechs Kontinente

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Das im Dezember 2011 von Verizon Wireless in Betrieb genommene 4G-LTE-Netzwerk erreicht in den USA über 200 Mio. Menschen.
Das im Dezember 2011 von Verizon Wireless in Betrieb genommene 4G-LTE-Netzwerk erreicht in den USA über 200 Mio. Menschen.

Die Einführung neuer Wireline- und Wireless-Technologien sowie die Erweiterung von Netzwerkinfrastruktur-Kapazitäten und strategischen Netzwerkprojekten sorgten bei Verizon für ein erfolgreiches Jahr 2011.

Verizon konnte eigenen Angaben zufolge aufgrund von betrieblichen und technischen Optimierungen Kapazität, Geschwindigkeit, Belastbarkeit und Effizienz seines globalen Netzwerks steigern. Das Netzwerk von Verizon erstreckt sich mittlerweile über mehr als eine Mio. Kilometer, aufgeteilt in Land- und Tiefseekabel, und überspannt sechs Kontinente.

100G-Technologie

Verizon führte die 100-GBit/s-Technologie auf Teilstrecken seines europäischen und seines US-amerikanischen Netzes ein. So verfügt das Unternehmen auf einem IP-Backbone-Teilabschnitt seines europäischen Long-Haul-Netzwerks über eine standardbasierende, herstellerunabhängige 100-Gigabit-Ethernet-Verbindung. Im unternehmenseigenen US-Backbone-Netz hat Verizon 2011 die 100-GBit/s-Technologie auf einem optischen Ultra-Long-Haul-System zwischen New York und Chicago in Betrieb genommen. Diese Technologie kann Latenzen – die Zeit, die Daten von ihrem Eintrittspunkt ins Netz bis zu ihrer Destination benötigen – reduzieren. Darüber hinaus stellt sie mehr Kapazität pro Faser zur Verfügung und trägt zur Kostenkontrolle bei.

2011 führten die Unternehmen Verizon und NEC Corporation of America einen Feldversuch an Technologien zur Übertragung hoher Bitraten durch, darunter 100-GBit/s-, 450-GBit/s- und 1-TBit/s-Verbindungen gleichzeitig auf einer Faser. Bei dem Versuch wurde die Signalqualität sämtlicher Kanäle sowie die Stärke des optischen Signals gemessen. Nach Unternehmensangaben zeigte sich, dass diese „Superkanäle“ in der Lage sind, höhere Kapazitäten zu übermitteln, während gleichzeitig die spektrale Effizienz ohne Einbußen in der Reichweite verbessert wurde.

Enterprise Cloud-Services

Verizon hat 2011 Terremark akquiriert. Das Unternehmen bietet eine Kombination aus globalen Datenzentren, Cloud-Lösungen und IT-Beratungsservices. IT-Services und Cloud-Angebote – darunter Virtualisierung, Colocation, Managed Hosting, Anwendungsmanagement, Datenspeicher- und Cloud-Computing-Services – sollen dazu beitragen, dass Kunden flexibler werden und sich Kostenvorteile zunutze machen können. Verizon hat 2011 außerdem Cloudswitch übernommen, einen Anbieter von Cloud-Softwaretechnologie, der Kunden den Schritt hin zur Enterprise Cloud erleichtern und der Einführung dieser Technologie innerhalb der Branche den Weg ebnen möchte.

Verizon Wireless 4G LTE

Im Dezember 2011 nahm Verizon Wireless in über 190 Märkten der USA und damit in Reichweite von über 200 Mio. Menschen sein 4G-LTE-Netzwerk in Betrieb. Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Verizon und Spectrumco LLC , einem Joint Venture von Comcast, Time Warner Cable und Bright House Networks, wird Verizon Wireless 122 Lizenzen für Advanced Wireless Services von Spectrumco erwerben, die 259 Mio. physische Knotenpunkte (Points of Presence) abdecken.

FiOS-Erlebnisse

Verizon demonstrierte, wie man HD-3-D-Content eines Premium-TV-Serviceproviders in voller Auflösung über ein breitbandiges FiOS-Netzwerk überträgt: Gemeinsam mit Panasonic streamte Verizon über seinen faseroptischen FiOS-TV-Service Inhalte in Full-HD-3-D.

In ihrem Bericht über Kabelbreitbanddienste in Wohngebieten „Measuring Broadband America“ bestätigte die US-amerikanische Federal Communications Commission, dass Verizon FiOS Internet zu Spitzenzeiten 114 Prozent der beworbenen Upload- und Download-Geschwindigkeiten erreicht – die laut Verizon-Angaben höchsten unter allen getesteten Internet-Serviceprovidern. Weiter ging der Bericht auf die symmetrischen FiOS-Internet-Übertragungsraten des Unternehmens ein. Diese überträfen die Erwartungen und ermöglichten Upstream-Geschwindigkeiten, die im Durchschnitt vier bis sechs Mal schneller seien als die des besten Wettbewerbers.

Tiefseekabel für höhere Kapazitäten

Das Tiefseekabel SEA-ME-WE4 wurde 2011 auf 40 GBit/s aufgerüstet. Dadurch kommen Verizon-Geschäftskunden in Europa, im Asien-Pazifikraum und in Nahost in den Genuss zusätzlicher Kapazität, höherer Leistungsfähigkeit und optimierter Skalierbarkeit. Darüber hinaus wurde das 700 Mio. US-Dollar teure Europe-India-Gateway-Tiefseekabel in Betrieb genommen. Es soll multinationalen Unternehmen Vielseitigkeit und Kapazität bei unternehmenskritischen Kommunikationsanforderungen bieten.

Internationale Ausweitung

Verizon hat 2011 eine Netzwerkallianz mit Dialog Axiata PLC geschlossen, die eine Erweiterung der Private-IP-Netzwerkkapazitäten von Verizon auf Sri Lanka möglich macht. Weiter führte das Unternehmen eine Erweiterung des faseroptischen Netzwerks in Singapur durch. Damit vergrößert sich die Abdeckung des Verizon-Netzwerks deutlich; für die Unternehmenskunden, von denen viele ihr operatives Geschäft in der Asien-Pazifikregion ausweiten, verdoppelt sich die Kapazität.

Wechsel zu IPv6

Der Vorrat an IPv4-Adressen ging 2011 zur Neige. Verizon öffnet deshalb seine Internet-Dedicated-Services in der Asien-Pazifikregion und Europa sowie die Private IP-Services weltweit für Datenverkehr, bei dem IPv6 zum Einsatz kommt. Für Unternehmenskunden von Verizon eröffnet sich dadurch über den globalen öffentlichen Internet-Backbone und das private IP-Netzwerk von Verizon die Möglichkeit für IPv6-Datenverkehr in den unterschiedlichsten Formaten.

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