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Börsenvernetzung im Detail – Geschwindigkeit ist Trumpf Ultra-Low-Latency-Routen im Hochfrequenzhandel

Autor / Redakteur: Uwe Dünnebier / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die schnellste Verbindung gewinnt – das trifft nirgendwo mehr zu als im Hochfrequenzhandel. Wo Sekundenbruchteile über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, ist eine zuverlässige und schnelle Datenübertragung gefordert.

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Besondere Service Level Agreements stellen die geschäftskritischen Verbindungen bei der Börsenvernetzung sicher.
Besondere Service Level Agreements stellen die geschäftskritischen Verbindungen bei der Börsenvernetzung sicher.
(Bild: Colt)

Im Wertpapierhandel entscheiden Sekundenbruchteile über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Beim Wettrennen um die lukrativsten Geschäfte gewinnt, wer über die aktuellsten Marktinformationen und über eine schnellere Datenverbindung verfügt als die Konkurrenz. Insbesondere trifft dies auf den Hochfrequenzhandel zu, der die nur für kurze Zeit bestehenden Preisdifferenzen zwischen Kauf- und Verkaufsangeboten nutzt.

Daher stehen IT-Entscheider und Administratoren in diesem Bereich tätiger Unternehmen sowie Netzbetreiber wie Colt vor der Herausforderung, ihre Infrastruktur laufend anzupassen und immer schnellere Verbindungen zwischen den internationalen Finanzmärkten mit immer höherer Kapazität bereitzustellen. Damit eine Route für den Hochfrequenzhandel geeignet ist, muss sie besonders schnell sein und hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit und Kapazität genügen. Doch welche Eigenschaften machen eine Datenroute zur Ultra Low Latency Verbindung?

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Hintergrundinformation zum Hochfrequenzhandel

Beim Hochfrequenzhandel handelt es sich um eine Sonderform des algorithmischen Handels – Handel mit Finanzprodukten, der rein computerbasiert stattfindet und von Algorithmen gesteuert wird.

Der Hochfrequenzhandel nutzt hierbei die für kurze Zeit bestehenden Unterschiede zwischen Angebots- und Nachfragepreis von Finanzprodukten und führt die Geschäfte in Sekundenbruchteilen aus. Da diese Handelsform nur Margen von einigen Cent pro Produkt zulässt, werden hier große Volumina gehandelt, um die gewünschten Gewinne zu erzielen. Einmal erworbene Finanzprodukte werden schnell wieder verkauft, oft in Sekunden oder gar Sekundenbruchteilen.

Die kürzeste Route gewinnt

Das offensichtlichste Kriterium ist die Geschwindigkeit der Datenübertragung. Klassische Ultra Low Latency Routen wie die von Colt bieten Bandbreiten von 1G bis 10G und basieren auf der Low Latency DWDM-Technologie (Dense Wavelength Division Multiplex), die die digitalen Signale auf die zurzeit leistungsstärkste Art bündelt und sie gleichzeitig überträgt.

Doch diese Technologie ist nur die Grundlage für eine Ultra Low Latency Route. Ein wichtiges Differenzierungsmerkmal einzelner Routen und Anbieter ist die physikalische Entfernung zwischen zwei neuralgischen Endpunkten. Diese Entfernung hat ebenfalls Auswirkungen auf die Latenz.

Derjenige Netzbetreiber ist im Vorteil, der über die kürzeste Glasfaserverbindung verfügt und so seinen Kunden eine um Sekundenbruchteile schnellere Verbindung bieten kann als die Konkurrenz. Ein Beispiel dafür ist das Rechenzentrum der New York Stock Exchange in Basildon nordöstlich von London, das zentral ist für den europäischen Handel mit der NYSE.

Bisher konnte das Rechenzentrum nur über das STFY-Netz der New York Stock Exchange erreicht werden, das Basildon mit London verbindet. Seit Juni verfügt Colt nun über eine direkte Verbindung zum Rechenzentrum in Basildon, die südlich der Stadt auf die bereits bestehende Verbindung zwischen London und Frankfurt trifft und dadurch den Umweg über London einspart. Durch die kürzere Strecke benötigen die Daten von Basildon an den Handelsplatz Frankfurt nun etwa 0,112 Millisekunden weniger als zuvor. Ein marginaler Unterschied, aber die neue Route spart Zeit bei der Übermittlung der Order – gerade im Hochfrequenzhandel ein entscheidender Faktor.

Aus demselben Grund errichten viele Unternehmen ihre Rechenzentren inzwischen in unmittelbarer Nähe zu den Handelsplätzen, um durch die so schnellere Datenübertragung Geschäftsvorteile zu sichern. So hat Colt beispielsweise ein Rechenzentrum direkt in London eröffnet, das in geringer Entfernung zu den Handelsplätzen als Arbitrage-Zentrum zur Verfügung steht.

weiter mit: Hochleistungscomputer für Hochfrequenzhändler und SLAs stellen geschäftskritische Verbindung sicher

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