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Neue Struktur im Lindy-Sortiment Patchkabel bis Cat 8.1

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Lindy hat eigenen Angaben zufolge sein Netzwerkkabelsortiment neu strukturiert. Der Hersteller von kombinierten Konnektivitätslösungen könne somit eine größere Auswahl an Cat 5- bis Cat 8-Kabeln in unterschiedlichen Ausführungen und Längen von 0,3 bis 100 Meter anbieten.

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Lindy überarbeitet sein Sortiment und bietet ab sofort Cat.8.1-Patchkabel an.
Lindy überarbeitet sein Sortiment und bietet ab sofort Cat.8.1-Patchkabel an.
(Bild: Lindy)

Lindy habe außerdem die Lagerverfügbarkeit von Netzwerkkabeln erhöht. Bis 17 Uhr erfasste Bestellungen, so der Hersteller, würden noch am selben Tag versendet. Die Preisstruktur des Patchkabelsortiments sei ebenfalls angepasst worden.

Kategorien zur einfachen Klassifizierung

Lindy möchte sicherstellen, dass die eigenen Netzwerkkabel internationalen Standards entsprechen. In einer Produktbroschüre zu Patchkabeln wie auch auf einer entsprechenden Micro-Site biete das Unternehmen seinen Kunden konkretes Know-how sowie fachliche Unterstützung bei der Produktauswahl.

Alle in der Broschüre aufgeführten Netzwerkkabel, so Lindy, entsprächen hinsichtlich von Klassifizierungsmerkmalen wie Übertragungsbandbreite (GBit/s), Betriebsfrequenz (MHz), Schirmungsart, Beschaltung, Leiterquerschnitt (AWG) und Signaldämpfung den durch ISO/IEC definierten Kategorien 5 bis 8 mit Mindestanforderungen, die für die individuellen Anwendungszwecke oder Verbindungsarten erforderlich seien. Dies erleichtere Verantwortlichen etwa im Beschaffungswesen oder in IT-Abteilungen die Produktauswahl und Klassifizierung. Die Verkabelung vor Ort werde dadurch vereinfacht, dass die Netzwerkkabel in unterschiedlichen Farben angeboten werden.

Schwerpunkt auf Cat 6 und 6A

In seinem Sortiment richtet Lindy den Fokus auf Netzwerkkabel der Kategorien Cat 6 und Cat 6A (Cat 6 augmented). Sie gehören zur Verbindungsklasse E bzw. EA und werden demzufolge auch in Cat 6 und Cat 6A für die Übertragung von Frequenzen bis 250 bzw. 500 MHz unterschieden. Die Netzwerkkabel seien nach den weltweit geltenden ISO-Standards zertifiziert.

Die Cat 6- und Cat 6A-Kabel würden in den Farben Grau, Schwarz, Blau und Rot sowie in Längen von 0,3 bis 30 Meter angeboten. Sie seien sowohl für gehobene Ansprüche im professionellen Sektor als auch für mittlere bis große Netzwerkinstallationen mit hoher Netzlast, inklusive Anwendungen wie Streaming und Digital Signage, geeignet.

Cat 8.1-Patchkabel für die Zukunft

Die ab sofort angebotenen Patchkabel nach dem Cat 8.1-Standard unterstützen die Ethernet-Standards 25GBASE-T, 40GBASE-T und 100GBASE-T. Wegen der kürzeren Reichweiten kämen sie typischerweise in Rechenzentren als kurze Verbindung zwischen Switches und Routern zum Einsatz. Dementsprechend biete Lindy diese Kabel in kurzen Längen von 0,3 bis fünf Meter an. Patchkabel, die nach dem Cat 8.1-Standard normiert sind, unterstützen Übertragungsraten von bis zu 100 GBit/s und Betriebsfrequenzen von maximal 2 GHz.

Slimkabel: keine Alternative zu Patchkabeln

„Derzeit lässt sich beobachten, dass auf dem Markt immer wieder sehr dünne Netzwerkkabel höherer Kategorien (6A und mehr) mit den Bezeichnungen Slimkabel, Slim-Patchkabel oder ähnlichen auftauchen, die als racktauglich und channelfähig mit bis 10 GBit/s beworben werden“, erklärt Axel Kerber, Leiter Technischer Support bei Lindy.

„Ebenfalls fallen diese durch einen sehr dünnen Außendurchmesser und eine hohe Flexibilität auf. Eine sehr schöne Idee, die an mancher Stelle sicherlich nützlich sein kann, es erfordert jedoch genaues Hinsehen, damit man beim Einsatz solcher Kabel nicht das Nachsehen hat“, so Kerber weiter.

Der geringe Durchmesser werde generell durch zwei Dinge möglich: Erstens durch den sehr dünnen Leiterquerschnitt der einzelnen Adern (AWG34 und kleiner) und zweitens durch einen gänzlich eingesparten Gesamtschirm. Die Schirmung des Kabels sei somit auf die Aderpaarschirme (U/FTP-Kabel) beschränkt. Beides reduziere den Außendurchmesser und erhöhe die Flexibilität des Kabels, was jedoch immer zulasten der Signalübertragungsqualität gehen würde.

Ferner würden solche Kabel häufig mit der Fähigkeit zu PoE bzw. PoE+ beworben, allerdings nur für Längen bis maximal zehn Meter. Auch dies sei den geringen Leiterquerschnitten geschuldet, die für die bei PoE zu übertragenden Stromstärken zu klein seien. Auf größeren Längen wäre daher der Spannungsabfall zu groß und die Kabel würden sich unzulässig stark erwärmen.

„Alles in allem sollten solche Slim-Kabel nur dort eingesetzt werden, wo die Platzverhältnisse den Einsatz vollgeschirmter S/FTP- oder SF/FTP-Kabel mit empfohlenen Leiterquerschnitten zwischen AWG 22 und 28 nicht zulassen“, sagt Kerber.

(ID:46208980)