Einheitlich, umfassend und integriert

Netzwerk-Analyse, wie sie sein sollte

| Autor / Redakteur: Olaf Hagemann / Andreas Donner

Herauszufinden, was der Grund für ein "langsames" Netzwerk oder andere Netzwerkprobleme ist, stellt eine große Herausforderung für IT-Verantwortliche dar.
Herauszufinden, was der Grund für ein "langsames" Netzwerk oder andere Netzwerkprobleme ist, stellt eine große Herausforderung für IT-Verantwortliche dar. (Bild: psdesign1 - Fotolia.com)

"Das Netzwerk ist zu langsam!" Diese Aussage bringt Administratoren schnell in Beweisnot – und der Gegenbeweis kann oft aufwändig wer­den. Denn den gesamten Datenverkehr ei­ner Analyse zu unterziehen, gilt als eine echte He­raus­forderung. Doch sowohl für das Netz­werk­ma­na­ge­ment als auch für die Analyse der dort gesammelten und ausgetauschten Da­ten, gibt es geeignete Softwarelösungen.

Zunächst einmal versetzen Netzwerkmanagement-Systeme, wie etwa das Control Center (ehemals NetSight) von Extreme Networks, Anwender in die Lage, im ersten Schritt Flow-Informationen von den Core-Switches entgegennehmen und aufbereiten. Damit ist es zumindest möglich, den gesamten Datenverkehr lückenlos zu analysieren und beispielsweise ressourcenhungrige Clients oder stark ausgelastete Server zu identifizieren.

Bei der Anwendung handelt es sich um eine End-to-End Netzwerk-Management- und Control-Lösung, mit der Netzwerke effizienter und effektiver administriert werden können. Einmal festgelegte, rollen-basierte Policy-Richtlinien werden über die Applikation zentral definiert und verwaltet. So werden die Vorgaben automatisch an die Access Points und Switches im Netzwerk weitergegeben, wodurch die Verwaltung eines sicheren Netzwerks erheblich vereinfacht und die Effizienz gesteigert wird.

Netzwerknutzung analysieren

Außerdem kann eine Applikations-Analyselösung differenzierte Einblicke in mögliche Ursachen für Verlangsamungen geben. Eine derartige Lösung ermöglicht im Idealfall eine selektive Spiegelung des gesamten Datenverkehrs und erlaubt eine Analyse bis auf die Applikationsebene. Für viele Netzwerkverantwortliche ist es heute eine große Herausforderung, die Zuverlässigkeit des Netzwerks sicherzustellen, ohne dabei die Anwender in der Nutzung von Applikationen einzuschränken. So löst etwa die Netzwerkanalyse-Lösung Extreme Application Analytics (ehemals Purview) diese komplexen Anforderungen durch die Integration von Netzwerkdaten, die einen Kontext zwischen Nutzern, Geräten, Standorten und verwendeten Applikationen herstellen.

Netzwerkdaten werden erfasst und anschließend kumuliert, analysiert, gekennzeichnet und korreliert, um dann entsprechende Reports zu liefern. Extreme Application Analytics schließt durch seine einheitliche, integrierte Sichtweise damit die Lücke zwischen Netzwerk-Management, Security und Business Analytics. Das hilft den Verantwortlichen dabei, die Qualität für Anwender zu steigern, den wachsenden Anforderungen von Nutzern zu entsprechen und die Applikations-Performance zu steigern. Die Lösung kann in bestehenden oder neuen Netzwerken mit Switches von Extreme Networks oder jedem anderen Anbieter eingesetzt werden.

Durch die Analyselösung lassen sich Fragen zur Netznutzung beantworten, die Einfluss auf die Netzwerk-Performance haben können – wie beispielsweise:

  • Wie viel Volumen beansprucht der Windows Fileservice im Netz?
  • Welche cloudbasierten Speicherdienste (Google Drive, Dropbox) werden genutzt?
  • Wird die neu ausgerollte Anwendung – die mit teuren Lizenzen verbunden ist – von den Mitarbeitern genutzt?
  • Wo könnten sich in meinem Netzwerk Engpässe und Probleme ergeben und wie kann ich diese proaktiv erkennen?
  • Wann werden welche Anwendungen genutzt? Wann habe ich die geringste Auslastung im Netz und wann die höchste?

Darüber hinaus werden die Antwortzeiten zwischen Client und Server bzw. zwischen Client- und Serverapplikation ermittelt. Mit Hilfe dieser Informationen kann eindeutig differenziert werden, ob die gefühlte Netzwerk-Geschwindigkeit das Resultat einer überlasteten Netzwerkinfrastruktur oder vielleicht ungünstig verteilter Serverressourcen ist – eine häufige Ursache für verzögerte Netzwerkreaktionen. In jedem Fall können dann geeignete Maßnahmen zur Behebung des Problems getroffen werden.

Warum Netzwerke langsam werden

Ein typisches Beispiel für ein solches Problem ist eine schlechte WLAN-Performance, die lediglich an bestimmten Tagen auftritt. Viele Verantwortliche für IT und Technik in Konferenzzentren, Hotels, Stadien oder anderen Orten, an denen viele Menschen zeitgleich mobil auf ein Netz zugreifen, kennen diese Situation. Eine Ursache hierfür können beispielsweise wiederkehrende Patch-Days sein. Die automatischen Updates für Android- und IOS-Endgeräte lassen jeweils die Netzlast unverhältnismäßig ansteigen. Werden diese Updates gezielt unterbunden, ist das Problem meist in kürzester Zeit behoben.

Es gibt jedoch auch speziellere Fälle. So gingen etwa aufgrund von Performance-Problemen mit einigen Applikationen in einem Krankenhaus Help-Desk Tickets in dessen IT-Abteilung ein. Diese Probleme konnten zunächst wegen fehlender Daten und Fakten und trotz der Einbindung des Server- und Netzwerkteams der IT nicht gelöst werden. Von den insgesamt 3.000 verschiedenen Applikationen, die in dem Krankenhaus genutzt wurden, wiesen gut 40 eine Antwortzeit von mehr als 30 Sekunden auf. Die IT-Abteilung musste herausfinden, aus welchen Gründen die Netzwerk-Performance nachließ und welche Applikationen am häufigsten genutzt wurden. Denn nur so konnte zum einen das Netzwerk optimiert und zum anderen gewährleistet werden, dass die wichtigsten und für die Behandlung der Patienten kritischsten Applikationen nicht betroffen waren. Auf diese Weise konnte bei einer der wichtigsten Anwendungen die zuvor 30sekündige Antwortzeit auf nur noch eine Sekunde gesenkt werden.

Netzpriorisierung und Fehlersuche

Dieser Fall erscheint symptomatisch, denn laut einer aktuellen Studie der Association of Medical Instrumentation (AAMI) (PDF; Quelle AAMI Survey Extreme Networks) über die Verwendung medizinischer Geräte in Kliniknetzwerken, setzen 42,9 Prozent der Befragten medizinische Gerätschaften unterschiedlicher Hersteller im selben Netzwerk ein, und die Mehrheit von Ihnen weiß nicht, ob und wie die Nutzung der Netzwerkinfrastruktur geregelt ist. Nur 29 Prozente der befragten Klinik- und Medizintechniker geben an, dass ihr WLAN-Netzwerk regelmäßig und aktiv kontrolliert wird.

Die IT-Infrastruktur in Krankenhäusern erweist sich zudem meist als besonders komplex, da hier verschiedene Aufgabenbereiche zusammenlaufen: Verwaltung, medizinische Datenübertragung, Kommunikation und Multimediaunterhaltung nutzen ein und dasselbe Netzwerk. Um störungsfreie, zuverlässige und effiziente Abläufe zu gewährleisten sowie gleichzeitig die Kosten für Wartung und Instandhaltung einer möglicherweise heterogenen IT-Landschaft gering zu halten, benötigen Kliniken eine moderne und skalierbare IT-Infrastruktur.

Durch Systemstörungen bedingte Ausfallzeiten verursachen nicht nur Kosten, sie können auch bei der Behandlung von Patienten ein Risiko darstellen. Sorgt jedoch eine leistungsfähige IT-Infrastruktur für eine optimale Übersicht über die im Netzwerk eingesetzten Anwendungen, kann die IT-Abteilung deren Performance sowie Reaktionszeiten proaktiv überwachen und sicherstellen, dass wichtige Anwendungen immer sofort zur Verfügung stehen – Stichwort "Netzpriorisierung". Damit wird eine bessere Patientenversorgung gewährleistet.

Netzwerke und das Internet der Dinge

Unabhängig von der Branche wird die Netzwerkinfrastruktur – nicht zuletzt durch das explosionsartige Wachstum mobiler Anwendungen und Geräte (Enterprise Mobility) sowie die Nutzung sozialer Netze und Collaboration-Plattformen – mehr und mehr zu einem entscheidenden Bereich der Unternehmens-IT. Keine Organisation kann sich heutzutage eine langsame oder gar instabile Netzwerkinfrastruktur leisten. Deshalb erwarten Unternehmen aller Branchen und Größen von ihren IT-Dienstleistern immer fortschrittlichere Services, wie beispielsweise kabellose, mit Analysefunktionen versehene und vereinheitlichte Kommunikationslösungen. Dank dieser automatisierten Lösungen können Netzwerkprobleme rasch erkannt und behoben werden, und IT-Dienstleister können neue Kundengruppen erreichen sowie die Bindung ihrer Bestandskunden stärken.

Fazit

Herauszufinden, was der Grund für ein "langsames" Netzwerk oder andere Netzwerkprobleme ist, stellt eine große Herausforderung für IT-Verantwortliche dar. Aber erst wenn die Ursachen geklärt sind, können die entsprechenden Hindernisse beseitigt werden. Lösungen für das Netzwerkmanagement sowie die Analyse der dort gesammelten und über das Netz ausgetauschten Daten, ermöglichen diese Erkenntnisse und sorgen somit dafür, dass die Verwaltung eines sicheren Netzwerks erheblich vereinfacht und dessen Effizienz gesteigert wird.

Olaf Hagemann
Olaf Hagemann (Bild: Extreme Networks)

Über den Autor

Olaf Hagemann ist SE Director DACH bei Extreme Networks. Der Diplomingenieur für Elektrotechnik leitet seit Januar 2008 das Presales Team für die Region Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH). Durch seine langjährige Tätigkeit im Netzwerk- und Telekommunikationsbereich verfügt Olaf Hagemann über einen umfangreichen Erfahrungsschatz in den Bereichen Switching, Routing, Security und konvergente Netze.

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