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System Center Configuration Manager – der neue System Management Server Microsoft richtet den System Center Configuration Manager an ITIL aus

Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Der System Center Configuration Manager stellt das nächste Release des System Management Servers (SMS) dar. Dessen konzeptionelle Neuerungen und die Aspekte der Implementierung hat sich IP-Insider genauer angesehen.

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Microsofts System Management Server heißt jetzt System Center Configuration Manager
Microsofts System Management Server heißt jetzt System Center Configuration Manager
( Archiv: Vogel Business Media )

Der System Management Server (SMS) ist die Wurzel aller Systemverwaltungsprodukte von Microsoft und kann auf über 10 Jahre Entwicklung zurückblicken. Lange Zeit war er auch das einzige Produkt Microsofts in diesem Genre. Seit dem letzten Jahr ist er nun eingebettet das System Center. Dieses umfasst mittlerweile ein ganzes Set an Tools. Hierzu gehören unter anderem der Data Protection Manager, der Virtual Machine Manager und die System Center Essentials.

Mit der nun vorliegenden Version 2007 und der Umbenennung des System Management Servers in den System Centers Configuration Manager (SCCM) verfolgt Microsoft zwei Ziele. Zum einen sind dies rein funktionale Optimierungen, wie etwa die bessere Unterstützung für Rechnerinstallationen (Bare Metal Install und Migration) und natürlich auch das Vista Rollout. Daneben steht der neue Name zum anderen auch für architektonische und konzeptionelle Änderungen, wie sie Microsoft unter dem Begriff der Dynamic Systems Initiative (DSI) schon seit mehreren Jahren zusammenfasst.

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DSI soll für eine effiziente Verwaltung der Rechnersysteme sorgen und gleichzeitig die notwendige Flexibilität erhalten. ITIL spricht in diesem Zusammenhang von Configuration Items und Baselines, zwei Begriffe, die sich nun auch Microsoft mit dem Configuration Manager auf die Fahnen schreibt. Eine Baseline bestimmt dabei den gewünschten Sollzustand eines Rechners in Hinblick auf seine installierten Softwarepakete, die Patches und Servicepacks, aber auch dessen Konfigurationseinstellungen, wie etwa von Passworten, Firewalls oder Virenscannern. Hinterlegt werden die Configuration Items und Baselines in der Konfigurationsdatenbank, der Configuration Management Database (CMDB). Sie wiederum dient als Grundlage für die Arbeit des Configuration Managers.

Architektur

Die Architekturen des SCCM und des SMS basieren auf eine Reihe dedizierter Serverrollen. Schon SMS kannte hierbei mehrere Rollen, wie etwa die des Site Server, des Distribution Points oder des Management Points.

Die Aufteilung des Gesamtsystems in mehrere Rollen ist strukturell notwendig und erhöht die Skalierbarkeit. So sollte zum Beispiel ein Server, von dem die Software-Installationspakete letztendlich auf die Clients verteilt werden, SMS nennt diesen Server Distribution Point, natürlich nahe bei den Clients, am besten im gleichen LAN, sein. Denn nur dann kann er die Last stemmen und die Datenpakete müssen nicht von einem zentralen Server über das Internet oder eine andere WAN-Strecke auf die Clients gebracht werden.

Wenn aber die Distribution Points nahe beim Client sein sollen, müssen sie mehrfach existieren. Allgemeine Verwaltungsserver, wie einen Management Point, wird man allerdings eher zentral aufstellen und vielleicht auch nur einen im Gesamtsystem antreffen.

Addiert hat Microsoft beim SCCM nun die Rollen für den State Migration Point, er unterstützt die Migration von Systemen, und den Software Update Point.

Installation und Setup

Die Installation des Tools wird durch Assistenten unterstützt. Diese prüfen in einem ersten Schritt die notwendigen Voraussetzungen. Und deren gibt es viele! Der SCCM ist kein Tool das schnell in Betrieb zu nehmen ist. Dafür ist er auch nicht gedacht. Stattdessen unterstützt er größte Systemumgebungen.

Eine vorausgehende Planung und eine klare Vorgehensweise beim Aufbau der Konfiguration muss daher selbstverständlich sein. Dennoch ist die Installation, wenn man sich akribisch an die Vorgaben hält, nicht unbedingt komplex, es dauert lediglich seine Zeit und erfordert eine klare und gut strukturierte Basisinfrastruktur.

Moderne Bedienung

Nach dem Start der Verwaltungskonsole öffnet sich eine moderne Oberfläche. Hier hat Microsoft über Jahre Optimierungen angebracht. Die Konsole orientiert sich an der Microsoft Management Console (MMC) Version 3. Eine dieser Neuerungen ist die Ausrichtung an den Gepflogenheiten von Webanwendungen. Durch Start-Pages lässt sich die gesamte Verwaltung strukturieren. Die Startseiten kann sich der Administrator selbständig aufbauen und konfigurieren.

Eine der zentralen Verbesserungen stellt das Operating System Deployment dar. Durch diese Funktion lässt sich die Installation eines vollständigen Rechnersystems mitsamt Betriebssystem und aller Applikationen automatisiert abwickeln. Es ist mit den Bare-Metal-Installprozessen anderer Hersteller vergleichbar. Ferner unterstützt es auch die Migration von Rechnersystemen unterschiedlicher Betriebssysteme, wie etwa von Windows XP nach Windows Vista.

Neu ist auch der Task Sequencer. Durch den Task Sequencer erfolgt die Abarbeitung der Aufträge, wie etwa die Installation eines Rechnersystems. Der Gesamtprozess wird durch den Task Sequencer in seine Einzelschritte aufgebrochen, die dann in einer Sequenz abgearbeitet werden. Das würde zwar in jedem Fall gelten, denn jeder Prozess muss letztendlich in eine Folge von Einzelschritten zerlegt werden, das Besondere am Task Sequencer ist aber die Tatsache, dass all diese Einzelschritte auch für den Administrator zugänglich sind und er eine Tasksequenz ändern kann.

Neuerungen gibt es ferner im Patch Management. Der steigenden Verbreitung von virtuellen Systemen folgend, erlaubt Microsoft nun auch das Patchen von virtuellen Maschinen.

(ID:2009502)