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Marktkapitalisierung
Ist der KI-Hype die neue Dotcom-Blase?

Von Dr. Stefan Riedl 16 min Lesedauer

Wer das Platzen der Dotcom-Blase ab 1999 beobachtet hat, für den haben Begriffe wie „Boom“ oder „Hype“ einen warnenden Unterton. Mark Baribeau, Head of Global Equity bei Jennison, analysiert das Marktgeschehen rund um Hyperscaler, KI und Datacenter aus der Perspektive eines Investmenthauses.

Die Dotcom-Blase platzte Ende der 90er, Anfang der 2000er-Jahre nach einer Phase überzogener Erwartungen. Ist der KI-Hype damit vergleichbar oder von strukturell anderer Natur?(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Die Dotcom-Blase platzte Ende der 90er, Anfang der 2000er-Jahre nach einer Phase überzogener Erwartungen. Ist der KI-Hype damit vergleichbar oder von strukturell anderer Natur?
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

In Boom‑Phasen neigt ein kollektives Mindset dazu, negative Signale auszublenden; jede Entwicklung wird als Bestätigung der Erzählung gelesen und dann gilt: „Bullenmärkte sterben in der Euphorie.“ Ob das bei Hyperscalern, Cloud und KI bereits der Fall ist, lässt sich schwer bewerten, aber man kann es versuchen: Wenn Bewertungen stark von Umsatz‑ oder Gewinnrelationen abweichen, Berichte eher Visionen als harte Kennzahlen promoten, Kapital in spekulative Runden fließt, Produkte mit aggressiven Preisen auf Marktanteile statt Profitabilität ausgerichtet werden, echte Produktiv‑Einsätze hinter Pilotprojekten zurückbleiben oder sich Einstellungswellen und plötzliche CapEx‑Anpassungen häufen, sprechen diese Signale für eine zu euphorische Dynamik.

Für Mark Baribeau, CFA und Head of Global Equity bei Jennison, sind solche Analysen das täglich Brot. Er ordnet die aktuelle KI-Anlagelandschaft ein – von Nachfrage- und Bewertungsentwicklungen über neue Chancen bis hin zu zentralen Risiken entlang der KI-Wertschöpfungskette. So viel vorab: Baribeau hat den Markt genau im Blick, betrachtet Segmente differenziert, aber sein Fazit bleibt insgesamt weiterhin bullisch für Unternehmen, die ihren Platz finden.