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Das Edelnetz: Internet, Telefon und Fernsehen superschnell und saugut In Oerel liefert Glasfaser garantiert 50 Megabit in jedes Haus

Redakteur: Ulrike Ostler

Seit dem 1. Juni ist es soweit: Das niedersächsische Dorf Oerel surft, chattet, mailt und telefoniert auf einem eigenen Glasfasernetz – bei 50 Megabit pro Sekunde. Manche schauen darüber auch fern. Die zukunftsweisende Breitbandversorgung verdankt es dem engagierten Bürgermeister Helmut Ringe, dem fehlenden Interesse der Telekom und einem Konzept der Sacoin GmbH.

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Mit Glasfaser sieht sich das 1072 Jahre alte Orel mindestens für das nächste Jahrhundert gerüstet
Mit Glasfaser sieht sich das 1072 Jahre alte Orel mindestens für das nächste Jahrhundert gerüstet
( Archiv: Vogel Business Media )

Tatsächlich liegt die Akzeptanz der Breitbandinfrastruktur bei 100 Prozent – nahezu alle Haushalte haben vorab, das heißt, bereits vor der Planungs- und Bauphase, entsprechende Verträge geschlossen. Doch: Alles an diesem Projekt ist neu und in einem hohen Maß ungewöhnlich. Denn Oerel liegt keinesfalls in einem Ballungsraum, hat nur 320 Einwohner, ist an dem Netz beteiligt und brauchte nur 13 Monate von der Entscheidung bis zur Inbetriebnahme.

Da die Tiefbaukosten bei der Versorgung mit Breitband bis zu 80 Prozent ausmachen können, sind die Restriktionen in puncto Reichweite ein nicht zu unterschätzender Faktor. In Oerel lag der nächstgelegende DSL-Knoten in 8 Kilometern Entfernung. Grafik: aus einem Vortrag von Gerhard Kafka (Archiv: Vogel Business Media)

Der Grund allerdings, der die Gemeinde dazu bewog, sich ein eigenes Glasfasernetz zu gönnen, ist alltäglich. Die wenigen DSL-Anschlüsse, die die Telekom den Einwohnern bis dato zur Verfügung stellen konnte, gehören in die Kategorie „light“ und bieten maximal 384 Kilobit pro Sekunde im Downstream. Ein weiterer Ausbau war unmöglich, denn die nächstgelegene Vermittlungsstelle lag im 8 Kilometer entfernten Ebersdorf und war aus Kupfer.

Im Jahr 2004 musste der damalige und jetzige Bürgermeister hinnehmen, dass das erste Unternehmen, die Firma Pixelgraph, keine Zukunft an dem Standort sah und abwanderte. Außerdem nahmen die Probleme zu, Häuser und Baugebiete trotz ihrer ansonsten guten Infrastruktur zu vermarkten.

Helmut Ringe, Bürgermeister von Oerel: „Es reicht nicht, das Gewerbegebiet und die Schulen mit Internet-Anschluss zu versorgen.“, Bildquelle: Gemeinde Geestequelle (Archiv: Vogel Business Media)

Als Schulausschussvorsitzender bekümmerte Ringe zudem die Benachteiligung der Kinder gegenüber solchen, die in der Stadt wohnen. „Was nützt es, wenn Kindern in der Schule zwar ein paar PCs mit Internetanschluss zur Verfügung stehen, zuhause aber vielleicht gar keine Möglichkeit besteht, die weltweiten Buchbestände und andere Informationsquellen zu nutzen. Da werden sich unsere Lehrer noch wundern.“

weiter mit: Frust in den Varhandlungen mit den Telefonie-Providern

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