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Vor der technischen kommt die wirtschaftliche Lösung
Denn das Sacoin-Konzept beruht nicht allein auf der technischen Planung, sondern auf einem Lösungsangebot für die wirtschaftliche Strukturen, die die Gemeinde zum Provider für Telefonie, Internet und Fernsehen werden lässt. Zu den wichtigsten Bausteinen gehört, dass sich genügend Haushalte finden, die es ermöglicht, dass sich die Investitionen amortisieren.
Die größte Gefahr für das gesamte Projekt bestand darin, dass eine zu kleine Anzahl Bürger einen Vertrag unterzeichnete. Die Frage war: „Was passiert, wenn die Telekom/Vodafone/EWEtel nun doch bessere DSL-Angebote unterbreitet? Offenbar wurden die Bürger durchaus dazu gedrängt, ihre bestehenden Telekommunikationsverträge zu verlängern. „Doch die Bürger haben gesagt: Jetzt erst recht nicht mehr“, so Ringe.

Zu den weiteren Maßnahmen gehörte, dass Oerel und Sacoin eine gemeinsame Firma gründeten, die „Oerel – Unser Ortsnetz GmbH“. Die Gemeinde hält an dieser mindestens eine Sperrminorität von 25,2 Prozent und maximal 49,9 Prozent. Für die Gründung musste Oerel 6.300 Euro aufbringen.
Der Eigenanteil an dem Aufbau der Infrastruktur beträgt etwa 198.000 Euro, den die Gemeinde durch Kredite abdecken muss. Außerdem hat sie weitere Bürgschaften übernommen. Die Gesamtkosten betragen rund 1,5 Millionen Euro. „Allerdings,“ sagt Klaus Pütz, Geschäftsführer von Unser Ortsnetz GmbH und deren Töchter, „ist die Finanzierung so konzipiert, dass die Gemeinde vom ersten Tag an Einnahmen hat und die gemeinsame Firma schon im ersten Jahr eine schwarze Null für Zinsen, Tilgung und Betrieb schreibt – vor den Abschreibungen.“
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