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Netzwerkmanagement – Basis für leistungsfähiges Networking Herausforderung vernetzte Operationsführung der Streitkräfte

| Autor / Redakteur: Georg Kieferl / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die vernetzte Operationsführung der Bundeswehr erfordert Kommunikationsverbindungen, die in der Lage sind, Informationen zuverlässig und schnell zwischen den Führungs- und Operationsebenen zu übermitteln. Zwar lässt sich dies im nationalen Umfeld relativ einfach umsetzen, internationale Einsatzszenarien stellen die Streitkräfte jedoch vor neue Herausforderungen.

Vernünftiges und übergreifendes Netzwerk-Management ist für die IT der Bundeswehr mehr als ein strategisches Ziel; Bild: IT-Report 1-2009
Vernünftiges und übergreifendes Netzwerk-Management ist für die IT der Bundeswehr mehr als ein strategisches Ziel; Bild: IT-Report 1-2009
( Archiv: Vogel Business Media )

Der weltweite Einsatz in multinationalen Operationen mit wechselnden Einsatzkontingenten ist wegen der unterschiedlichen Kommunikations- und Übertragungstechnik nur mit neuen Herangehensweisen lösbar. Das hierfür neu konzipierte Mobile Kommunikationssystem der Bundeswehr (MobKomSysBW) bietet eine leistungsfähige Plattform für die vernetzte Operationsführung. Die hierbei verwendete Technik könnte so auch bei zivilen Telekom-Providern im Einsatz sein.

Um auch militärischen Anforderungen zu genügen, steht ein auf Hochverfügbarkeit optimiertes Core-Netzwerk zur Verfügung. Dieses Netz ist auf Basis der MPLS- Technologie (Multi Protocol Label Switching) realisiert und liefert den Teilnehmern alle Dienste und Netzzugänge, die im militärischen Einsatz benötigt werden. Diese reichen von der sicheren Datenübermittlung, über normale Telefondienste (VoIP) bis hin zur Einbindung von Funknetzen (z.B. TETRAPOL).

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Hochverfügbarkeit und Flexibilität

Kernanforderungen an ein militärisch genutztes Backbone-Netz sind maximale Verfügbarkeit und ein Höchstmaß an Flexibilität. Um Hochverfügbarkeit zu gewährleisten, werden hohe Anforderungen an das Netzwerk-Management (NWM) gestellt. Dieses besteht aus redundant ausgelegten Netzwerk-Management-Trupps (NWM-Trupps), die für das Monitoring der im Einsatzraum befindlichen System- und Netzwerkkomponenten (Systemtrupps) verantwortlich sind. Ausgefallene Netzknoten müssen sich über ein kaskadierbares Redundanzkonzept rasch einbinden lassen. Außerdem sollten neu verbundene Subnetze und Netzknoten in den Netzverbund sicher und zuverlässig zu integrieren sein.

Die dezentralen NWM-Trupps sind per Satellit (SATCOM) mit dem Network Operation Center (NOC) im Heimatland verbunden. Das NOC ist dadurch jederzeit über den Status der Funktionsfähigkeit aller Komponenten, vom Router bis zur Temperatur der Klimaanlage, informiert. Neben dem Monitoring ist vor allem die optimale Konfiguration, also das Provisioning der Netzwerkkomponenten, Aufgabe des Netzwerk-Managements. Nur die Priorisierung der unterstützten Services erlaubt die optimale Ausnutzung der Bandbreiten, deren Spektrum von Gigabit-Verbindungen im Backbone bis zu erheblich niedrigeren Bandbreiten im SATCOM-Bereich reicht.

Einsatzplanung und Provisioning

Um die sehr hohen Anforderungen der Bundeswehr bei Einsatzplanung und konsistentem Betrieb zu erfüllen, ist einerseits die Planung zu vereinheitlichen und vereinfachen und gleichzeitig eine konsistente und automatisierte Erzeugung, Ausbringung und Vereinheitlichung der kompletten Netzwerkkonfigurationen umzusetzen. Um dies zu erreichen, bietet das Network Operation Center fertige Einsatzdaten in Form von parametrisierbaren Makros an, die automatisiert an die Netzwerk-Management-Trupps ausgerollt werden. Diese Makros werden auf einem Referenzsystem, das zur Einsatzplanung dient und direkt mit dem NOC verbunden ist, entwickelt und vor Ausbringung getestet. Die jeweiligen NWM-Trupps wiederum liefern die Konfigurationen an Netzwerkkomponenten der mobilen Systemtrupps aus.

Der entscheidende Vorteil der Makros liegt in deren Wiederverwendbarkeit. Sie lassen sich flexibel an neue Gegebenheiten anpassen, ermöglichen schnelle Konfigurationsänderungen und lassen sich kompilieren. Das daraus entstandene Script wird für alle Geräte vorgehalten und kompensiert einen Hardwareausfall schnell und ohne großen Aufwand.

weiter mit: Redundanzkonzept

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