Millionen sollen Rolle europäischer Mobilfunkfirmen stärken EU fördert Projekt FANTASTIC-5G
Mit knapp acht Millionen Euro finanziert die Europäische Union ein Projekt zur Entwicklung einer Luftschnittstelle für 5G-Mobilfunknetze. Anders als die ITU macht die Europäische Kommission dabei schon sehr konkrete Zielvorgaben.
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Das Projekt FANTASTIC-5G soll nicht nur die Entwicklung des kommenden Mobilfunkstandards vorantreiben, sondern auch die Stellung der europäischen Netzwerkbranche stärken. Konkrete Forderung der Europäischen Kommission: Zumindest bei den Funkanteilen des kommenden Mobilfunkstandards solle die europäische Industrie führend mitwirken; zudem müssten mindestens 20 Prozent der Standard-relevanten Patente in Europa bleiben.
FANTASTIC-5G steht für „Flexible Air iNTerfAce for Scalable service delivery wiThin wIreless Communication networks of the 5th Generation“. Dem entsprechend wollen die Projektteilnehmer eine Luftschnittstelle für 5G-Netze entwickeln, die Frequenzen unter sechs Gigahertz nutzt.
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Die solle deutlich effizienter arbeiten als bei bisherigen Standards und verschiedenste Nutzungsszenarien abdecken: Von M2M/IoT-Applikationen mit vielen Teilnehmern und geringen Datenraten über Latenz-arme Echtzeitanwendungen bis hin zu bandbreitenintensivem Videostreaming. Während die Internationale Fernmeldeunion (ITU) kürzlich noch eine recht allgemein gehaltene Vision für die Anforderungen an 5G (IMT-2020) verkündete, nennt die Europäische Kommission jetzt bereits konkrete Zielvorgaben. Demnach sollen mit 5G beispielsweise die Latenzzeiten um den Faktor fünf sinken, Datenraten und Zahl maximal verbundener Geräte um die Faktoren zehn bis 100 steigen.
Die EU fördert das auf zwei Jahre angesetzte Projekt FANTASTIC-5G im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ mit 7.986.858 Euro – das entspricht bis auf einen zweistelligen Cent-Betrag dem kompletten Projektbudget.
Das Projekt wird von der Alcatel-Lucent Deutschland AG koordiniert. Unter den Projektteilnehmern finden sich derweil auch hiesige Niederlassungen asiatischer Unternehmen. Es beteiligen sich die Service Provider Orange und Telecom Italia, die Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent, Huawei, Intel, Nokia, Samsung, Sequans Communications und Wings ICT Solutions, die Universitäten Aalborg University, Politecnico di Bari, Institut Mines-Telecom/Telecom Bretagne und Universität Bremen sowie die Forschungseinrichungen Centre Tecnològic de Telecomunicacions de Catalunya (CTTC), Commissariat à l’Energie Atomique et aux Energies Alternatives – Laboratoire d’électronique et de technologie de l’information (CEA-Leti) sowie Fraunhofer Heinrich Hertz Institut (HHI).
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