Aruba Atmosphere

Edge und IoT als Motor

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Andreas Donner

Aruba-CEO Keerti Melkote präsentiert der Presse die neue InstantOn-AP-Serie für den SMB-Markt.
Aruba-CEO Keerti Melkote präsentiert der Presse die neue InstantOn-AP-Serie für den SMB-Markt. (Bild: Rüdiger)

Auf seiner diesjährigen Europatagung Atmosphere in einem Hotelkomplex an der kroatischen Küste präsentierte der WLAN-Spezialist Aruba neue SMB-Produkte. Aruba-Chef Keerti Melkote betonte die Bedeutung von Edge-Computing und IoT als Bestandteile der Infrastruktur.

Auf der Europa-Tagung Aruba Atmosphere präsentierte das Unternehmen vor rund 2000 „Airheads“ eine Serie neuer SMB-Access-Points nach dem WLAN-Standard 802.11ac (Wi-Fi 5). Sie trägt die Bezeichnung Instant On und kombiniert viele Technologien, die Aruba sonst in seinen Enterprise-Produkten einsetzt, mit speziell für SMB-Kunden gedachten Vereinfachungsmechanismen.

„Unser Fokus lag zu stark auf Enterprise-Angeboten“, bekannte Morten Illum, Vice President EMEA, im Gespräch mit IP-Insider. „Unternehmen mittlerer Größe wollen Enterprise-Funktionen, Systeme in der richtigen Größe und bezahlbare Preise“. All das werde man mit der Instant-On-Serie bieten.

Sie besteht derzeit aus drei Indoor-APs (AP 12, 13, 15) mit jeweils unterschiedlicher Antennenausstattung, dem Hospitality-System AP 11D für die Wand- oder Deckenmontage und dem Outdoor-AP Gerät AP17 Die Geräte sind ab sofort weltweit lieferbar.

SD-Branch für Niederlassungen

Zu den hervorstechenden Markmalen von Instant On gehören eine Mobilapp, die das Setup und Management erleichtert sowie eine intelligente Vermaschungstechnologie, die die Erweiterung des Netzes um neue APs in einem Schritt ermöglicht. Der Vertrieb soll wie üblich über den Channel erfolgen. Die Preise beginnen bei 119 Dollar.

Auch in Branchen wie dem Einzelhandel komme es darauf an, den Kunden eine „softwaredefinierte Zweigstellenarchitektur, ein SD-Branch“ anzubieten, sagte Keerti Melkote, Gründer und Präsident von Aruba. Sie solle sich möglichst zentral aus der Cloud verwalten lassen.

Aruba plant, die neue AP-Serie für das On-Premises-Management und das Management über sein erfolgreiches Portal in der Cloud anzubieten. Außerdem sollen MSPs die Gelegenheit bekommen, WLAN-Management-Services für diejenigen Aruba-Kunden auf eigene Rechnung zu übernehmen, die sich nicht auf ein Portal in der Cloud verlassen und die ganze Aufgabe des WLAN-Managements lieber in fachkundige Hände abgeben wollen.

IoT als nächste große Welle

Melkote beschwor in seiner Keynote die Bedeutung des IoT und damit des Edge Computing. Mit der eigenen Softwareentwicklung und -erweiterung durch intelligente Mechanismen gehe man voran. Nur so und mit einer durchgängigen, softwaregesteuerten Infrastruktur vom IoT-Edge zur zentralen Cloud ließen sich innovative Nutzungserlebnisse generieren.

Bei den AI- und ML-Funktionen verlasse man sich, ergänzte Ash Chowdappa, Vice President und Geschäftsführer des WLAN-Bereichs bei Aruba im Gespräch mit IP-Insider, weiter auf von Aruba selbst entwickelte Technologien.

Amazon und McDonald als Beispiele

Als Beispiele für Edge-fokussierte IT-Strategien nannte Melkote die kassenlosen Amazon-Go-Stores und McDonalds. Der Bulettenbrater hat kürzlich das israelische Tech-Startup Dynamic Yield für 300 Millionen Dollar übernommen, um seinen Kunden personalisierte Einkaufserlebnisse zu ermöglichen.

Komplett interaktiv und vernetzt: Das neue Stadion von Tottenham Hotspur in London. Im Vordergrund Aruba-CEO Keerti Melkote.
Komplett interaktiv und vernetzt: Das neue Stadion von Tottenham Hotspur in London. Im Vordergrund Aruba-CEO Keerti Melkote. (Bild: Rüdiger)

Auch im Sport geht es um durch die Infrastruktur ermöglichte angereicherte Besuchererlebnisse. Tottenham Hotspur etwa machte sein renoviertes Stadion komplett interaktiv. Das Gleiche gilt für das Golf-Ereignis Ryder Cup. 2018 wurde der Pariser Golfkurs der weltweit tourenden Turnierserie von Aruba mit 200 Kilometer Glasfaser und mehr als 100 Aruba-WLAN-Controllern ausgerüstet. Über die App zum Ereignis erfuhren Besucher mittels lokationsbasierte Benachrichtigungen, was in der Nähe und an anderen Stellen des riesigen Geländes los war. „Wir experimentieren jetzt damit, den Verkabelungsaufwand durch breitbandige Outdoor-WLAN-APs zu verringern“, sagte Ryder-Cup-CTO Graham Gifford vor den Besuchern der Atmosphere-Keynote.

„Grüne“ Ansätze im WLAN

Allerdings gibt es auch technische Probleme zu lösen: Arubas Wi-Fi-6-APs besitzen bis zu acht Funkchips, was eine Leistung von 30 W bedeutet. Das erfordert mehr Leistung bei den PoE-Switches und erhöht insgesamt den Stromverbrauch, was nicht unbedingt erwünscht ist. Aber Sparmöglichkeiten gibt es: „Die APs laufen heute 24 Stunden, auch wenn niemand sie braucht“, erklärt CTO Partha Narasimhan. Durch intelligente Analyse der Nutzungsparameter ließen sich leerlaufende Geräte abschalten. Das soll laut Narasimhan den Gesamtstromverbrauch trotz des höheren Verbrauchs der einzelnen APs möglichst senken. Zudem gibt es Up-Cycle-Programme für Aruba-Hardware bei Unternehmenskunden, die laut Aruba bewirken, dass rund 98 Prozent der Hardware im Re-Use landen und nur zwei Prozent verschrottet werden.

Innenraum bleibt trotz 5G WLAN-Domäne

Aruba zeigte sich überzeugt davon, dass auch nach dem Aufbau von 5G-Netzen das WLAN sowie weitere, vor allem für IoT günstige Technologien wie Zigbee und Bluetooth, zumindest im Inhouse-Bereich dominant bleiben. Deshalb hat Aruba die letztgenannten in die Wi-Fi-6-APs integriert.

Auf die Frage, ob man daran denke, einen AP mit integrierter 5G-Technologie zu entwickeln, winkt CTO Narasimhan ab. Man habe schon vor Jahren ein ähnliches Experiment zusammen mit Ericsson gestartet, wobei damals LTE in Access Points integriert worden sei. Das Ganze habe sich kommerziell aber als wenig erfolgreich erwiesen.

Problematisch sei eher die ökonomische als die technische Seite. „In jedem Land bieten andere Provider 5G zu anderen Konditionen an“, erklärte Narasimhan. Die Update-Zyklen und Geschäftsmodelle von 5G- und WLAN-Anbieter seien schwer unter einen Hut zu bringen. Die Integration schreite trotzdem voran, zum Beispiel arbeiten die 5G-Gremien daran, WLAN als reguläre Remote-Access-Technologie für 5G zu spezifizieren.

Auch außen könnte es 5gGschwer haben. So werden viele öffentliche Hotspots mit WLAN realisiert. Aruba-Technologien vernetzen beispielsweise mit Hilfe von mehr als 1000 APs den gesamten Londoner Stadtkern (City of London), was sowohl von Unternehmen für ihre Geschäftsräume als auch von Passanten auf den Straßen genutzt wird.

Mithilfe von WLAN-AP-Daten entstandenes Dashboard für ein intelligentes Gebäude.
Mithilfe von WLAN-AP-Daten entstandenes Dashboard für ein intelligentes Gebäude. (Bild: Aruba)

Anwendungen für intelligente WLANs

Einige auf der Atmosphere aufgebaute Innovationsszenarien zeigten, was moderne WLAN-Nutzung kann. In Gebäuden können WiFi-APs Informationen für die intelligente Steuerung der gesamten Gebäudeinfrastruktur sammeln. Ziel ist, das Gebäude softwaregesteuert optimal zu betreiben. Aruba kooperiert mit entsprechenden Softwareanbietern. Mit deren Lösungen lassen sich etwa Echtzeit-Nutzungsdaten anhand der von APs gesammelten Daten auf Dashboards darstellen.

Zwei weitere Beispiele: In Hotels können Gäste ihr Zimmer mittels App öffnen und schließen. Als registrierter Hotelbesucher können sie zudem beispielsweise beliebige Inhalte mit Hilfe von Hotel-App und WLAN direkt auf den großen Bildschirm des Hotel-TVs streamen.

Und Unternehmen können von Aruba kundenindividuell programmierte Firmen-Apps mit Anbindung ans WLAN und die vom Netz gesammelten Daten für ihre Mitarbeiter erhalten. Über die App können sie dann zum Beispiel unkompliziert Räume buchen, den Weg dorthin gezeigt bekommen, sich mit Kollegen und Teams vernetzen, aber auch Kantinenessen, Parkplätze oder Firmenfahrzeuge vorbestellen.

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