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Die Videocollaboration muss raus aus ihrem Schattendasein Das unterschätzte Potenzial der Video-Kommunikation

Autor / Redakteur: Sarah Böttcher / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Der Einsatz von UCC-Tools findet in Unternehmen noch wenig Anklang. Grund hierfür ist meist eine fehlende Kommunikationsinfrastruktur. Vor allem die Videocollaboration fristet ein Schattendasein. Durch Konzepte wie „New Work“ gewinnen Videokonferenzen nun jedoch verstärkt an Bedeutung.

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Videocollaboration birgt ein bisher unterschätztes Potenzial für Unternehmen.
Videocollaboration birgt ein bisher unterschätztes Potenzial für Unternehmen.
(Bild: oekkaroek - stock.adobe.com)

Mobiles Arbeiten ist in Zeiten des Fachkräftemangels zu einem wichtigen Entscheidungskriterium für den Antritt einer neuen Stelle geworden – und das nicht nur für die jüngere Arbeitnehmergeneration. Denn „New Work“ ist nicht mehr nur eine Idee der „digitalen Nomaden“, sondern ein Konzept, welches den Arbeitsmarkt revolutioniert. So geben sich immer mehr Berufstätige nicht mehr damit zufrieden, auf der Karriere- und Gehaltsleiter nach oben zu klettern. Auf der Wunschliste stehen stattdessen flexibles Arbeiten und eine ausgewogene Work-Life-Balance.

René Schulz, Head of Enterprise Central & South Europe bei Logitech
René Schulz, Head of Enterprise Central & South Europe bei Logitech
(Bild: Logitech)

UCC-Plattformen ermöglichen diese Nachfrage nach standortübergreifendem, flexiblem Arbeiten. Zahlreiche Unternehmen haben auch bereits diverse Tools im Einsatz. Doch genau hier liegt die Krux: Oft sind sich die Mitarbeiter nicht darüber im Klaren, welche UCC-Tools im Unternehmen überhaupt existieren. Auch die Nutzung der Tools ist oft je nach Abteilung unterschiedlich. „Die Leute sind verwirrt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich Unternehmen überlegen, mit welcher Plattform sie die nächsten Jahre arbeiten wollen“, betont René Schulz, Head of Enterprise Central & South Europe bei Logitech. Was Unternehmen fehlt, ist demzufolge meist eine einheitliche Kommunikationsinfrastruktur.

Unter diesem Versäumnis leidet auch die Videocollaboration. Bis heute fristen Videosysteme in Unternehmen ein Schattendasein. Gründe für die verhaltene Nutzung waren bisher die hohe Komplexität der Produkte, ihre Installation sowie Bedienung aber auch Bandbreitenprobleme. Doch „durch den aktuellen Mentalitäts-Change wächst das Verständnis für Videokonferenzen. Eine einheitliche UCC-Infrastruktur und eine klare Kommunikation an die Mitarbeiter tragen weiterhin zur steigenden Nutzung von Videosystemen bei“, ist Schulz überzeugt.

Videokonferenzen fördern Engagement der Mitarbeiter

Videokonferenzen bieten einige Vorteile: Sie steigern nicht nur das Engagement der Mitarbeiter, sondern verbessern dadurch auch die Meeting-Effektivität, da beispielsweise die Möglichkeit zum Multitasking – einem Produktivitätskiller – sinkt. Einer effektiven Nutzung von Video-Meetings stehen Logitech zufolge heutzutage nicht mehr die Installation, die Bedienung oder – dank der Cloud – Bandbreitenprobleme im Weg, sondern die momentan noch kaum vorhandene Raumausstattung. Laut dem Peripherie-Hersteller sind die Mehrzahl der heutigen Meeting-Räume noch nicht auf Videokonferenzen ausgelegt. Meist fehlt die notwendige Hardware. Hierdurch entsteht großes Potenzial für den ITK-Fachhandel.

Logitech hat laut eigenen Angaben beim Videokonferenz-Portfolio den Fokus auf eine einfache, klare Struktur gelegt und deshalb Lösungen für drei Raumgrößen definiert: „MeetUp“ für Huddle Rooms, „Rally“ für kleine bis mittelgroße und „Rally Plus“ für große Besprechungsräume. Auch führt das Unternehmen komplette Raumlösungen inklusive Touch-Controller oder Meetingraum-Konsolen in Kooperation mit Google, Microsoft und Zoom im Portfolio. Zudem kann via Plug & Play bereits bestehende Hardware für Videokonferenzen weiterhin genutzt werden.

Die Rolle von Künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) findet auch in Videokonferenz-Hardware Anwendung. Mit Hilfe der Software-basierten Technologie wird heute bereits die Akustik in Konferenzräumen verbessert. Auch Funktionen wie „Speaker Tracking“ oder „Auto Framing“ sind möglich.

Blickt man in die Zukunft, werden laut Schulz demnächst Multi-Kamera-Solutions Einzug auf UCC-Plattformen halten. Auch Augmented Reality könnte in Videokonferenzen schon bald Realität sein. Allgemein hält sich Schulz jedoch, was den Produkt- beziehungsweise Lösungsausblick betrifft, eher bedeckt.

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Über den Autor

 Sarah Böttcher

Sarah Böttcher

Online CvD & Redakteurin