Von proprietären Diensten wie BMW ConnectedDrive bis zu Notfallsystemen

Connected Car und Car-to-X-Kommunikation – Netz-Herausforderung 2.0

10.05.2011 | Autor / Redakteur: Timon Lutze / Andreas Donner

Mit untereinander und dem Internet vernetzten Fahrzeugen kommen enorme Hereausforderungen auf die Netzbetreiber zu
Mit untereinander und dem Internet vernetzten Fahrzeugen kommen enorme Hereausforderungen auf die Netzbetreiber zu

Zunehmend statten Autohersteller Fahrzeuge mit einer Internetanbindung aus. Laut einer aktuellen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom wünscht sich jeder vierte Bundesbürger einen permanenten Internetzugang im Auto. Viel wichtiger als die Möglichkeit, unterwegs im Web zu surfen, ist jedoch die intelligente Vernetzung zwischen den Fahrzeugen untereinander oder mit anderen Internet-verbundenen Geräten und Services. Doch die Netzanforderungen einer solchen Car-to-X-Kommunikation sind enorm.

Verschiedene Szenarien sind heute schon möglich oder können in der nahen Zukunft realisiert werden; breitbandige Datenverbindungen zu herstellereigenen Diensten wie BMW ConnectedDrive sind dabei erst der Anfang. Fast Standard sind sprachgesteuerte Kommunikations- und Navigationssysteme mit Touchscreen, die sich per WLAN oder Mobilfunk mit dem Internet verbinden. Diese Systeme ermöglichen es beispielsweise dem Fahrer und Beifahrer sich Straßenkarten von Google Maps, Wiki-Einträge oder andere Webinhalte anzusehen und Informationen zur aktuellen Umgebung sowie Radar- und Stauwarnungen in Echtzeit zu erhalten, oder aber auch ganz einfach zu kommunizieren. Auch möglich ist, dass bei einer Autopanne der Bordcomputer automatisch Hilfe ruft bzw. die nächste Werkstatt alarmiert. Dies ist auch im Falle eines Unfalls mit der jeweiligen Notrufzentrale denkbar. Und die Kommunikation mit Ampeln und die jeweilige empfohlenen Fahrweise würde es dem Fahrer ermöglichen, stets auf einer grünen Welle zu reiten.

Steigende Datenmengen führen zu einer höheren Netzwerkauslastung

Das Auto wird somit zur engsten Schnittstelle zwischen Mensch und Elektronik. Momentan sind etwa 57 Millionen Kraftfahrzeuge in Deutschland gemeldet, nur ein Bruchteil davon ist internetfähig. Doch je mehr Fahrzeuge und Objekte in der Zukunft untereinander oder mit zentralen Servern automatisiert kommunizieren bzw. eine zentrale Internetverbindung aufrechterhalten, desto höher wird auch die Belastung für die Netzwerke, die diesen Datenverkehr tragen müssen.

Dabei setzt sich der generierte Traffic aus kleineren Datenpaketen zusammen, die durch die Kommunikation der Objekte untereinander entstehen und aus dem normalen Traffic, der durch herkömmliche Internet- und Smartphoneanwendungen verursacht wird. Das Auto als weiterer Access Point und Empfänger bzw. Sender von Datenmengen erfordert also eine optimierte und flexible Infrastruktur, die die benötigte Bandbreite zur Unterstützung der Datenkommunikation bietet und eine Automatisierung, hohe Robustheit sowie verbesserte Effizienz aufweist.

Für viele Betreiber ist dies eine große Herausforderung, da bereits die Anforderungen des 3G-Wachstums sowie die auch ohne Car-to-X-Kommunikation stark steigende Nachfrage nach Bandbreite einen Ausbau oder eine Optimierung des Netzwerks notwendig macht. Angesichts dieses umkämpften Marktes müssen dabei gleichzeitig die Betriebskosten gesenkt werden.

weiter mit: Flexible Netzwerke fangen Wachstum auf

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