CBC Eschborn präsentiert Netzwerktechnik exklusiv und bestechend schön

Cisco eröffnet das erste Customer Briefing Center in Europa

27.09.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler

Bitte, platznehmen im CBC-Demo-Center.
Bitte, platznehmen im CBC-Demo-Center.

Heute eröffnet Cisco, Hersteller von Produkten auf IP-Basis, am Standort Eschborn sein erstes europäisches Customer Briefing Center, kurz CBC. Auf einer Fläche von rund 450 Quadratmetern soll Cisco-Technik vom Feinsten für ausgewählte Kunden und Partner quasi „zum Erlebnis“ werden.

Noch sind die Abläufe am Empfangspult der Cisco-Anmeldung in der Ludwig-Erhard-Straße 3 nicht perfekt: Der falsche Catering-Dienst wird informiert, die richtigen Formulare gesucht, Pakete gehören aufgeräumt. Doch das Empfangsdisplay, das von einem Video-Server gefüttert wird, läuft bereits.

„Eröffnung des Cisco Briefing Center“, steht da. Künftig soll die Kundschaft sogar namentlich begrüßt werden, verheißt Christoph Pur. Er repräsentiert als Business Development Manager die technische Leitung des Centers. Denn der Bildschirm in der Empfangshalle, die sich Cisco mit T-COM teilt, ist zudem mit einem Outlook-Kalender verknüpft, über den die Termine und Räume verwaltet werden.

Somit erhalten die Besucher einen ersten Hinweis auf die Schwerpunkte Unified Communication und Collaboration, die für das deutsche CBC gewählt wurden. Von solchen Zentren gibt es nur wenige und die befinden sich in USA und Asien.

RZ im Fokus

Schon der Vorraum zum eigentlichen CBC beeindruckt (siehe: Abbildung 1,2,3). Alles riecht noch neu und wirkt angenehm gedämpft. Zudem eröffnet sich hier der Blick auf ein aktives Rechenzentrum (siehe: Abbildung 4,5)

Darin sind jegliche Komponenten lesbar beschriftet, so dass die Geräte – Router, Switches, Systeme für die Energieregulierung, Security-Appliances – für jeden Besucher durch eine Glaswand erkennbar sind. Das Datenzentrum soll aufzeigen, welche Möglichkeiten der WAN-Optimierung bestehen und wie sich WAN-Applikations-Services (WAAS) effizient verwalten lassen.

Dem gläsernen Rechenzentrum gegenüber befindet sich der Besprechungsraum „Konrad Zuse“, wie die Digitalanzeige verrät. Sie zeigt zudem an, wer wann diesen Raum belegt, da auch diese Tafel mit Outlook-Informationen versorgt wird.

Vernetzte Medientechnik

Der Raum selbst, der sich zu einem Konferenzsaal erweitern lässt, ist wie die anderen zwei Konferenzräume gespickt voll mit modernster Medientechnik. Die Lautsprecher befinden sich unsichtbar in den Wänden. Die Flipcharts (siehe: Abbildung 6) sind digital und erlauben bis zu sieben Seiten nebeneinander an die Wand zu projezieren, das Erarbeitete zu speichern und per E-Mail zu versenden. Die Raumsteuerung – Licht, Bedienung der Jalousien, die Raumtemperatur – erfolgt per IP-Telefon beziehungsweise dessen Touchscreen-Display (siehe: Abbildung 7).

Auf dem Weg zum Demoraum kommen die Besucher am Bereich „Connected Home“ vorbei. Falls jemand noch anzweifeln möchte, dass das Non-Plus-Ultra des Home-Entertainment nicht die Kompaktanlage sondern ein Network-Attached-Storage-Device ist, den belehrt Plur bald eines Besseren.

„Natürlich“, erläutert er, zeigt das CBC die Möglichkeiten der Netzwerktechnik in Unternehmen auf. „Doch dürfte es keinen Besucher geben, der sich nicht auch für Musik-, Video-, Foto-Technik im eigenen Heim interessiert.“ So lädt ein bequemes weißes Ledersofa etwa zum Bestaunen eines Linksys-Routers mit per USB angehängter Festplatte ein.

Geheimnisse

Blaue Lämpchen blinken geheimnisvoll, während auf dem Bildschirm nichts mehr flimmert, nein: In High Definition laufen Fernsehkanäle, Video oder eine Fotosession, die von einem Nokia-Handy stammt. Mit anderen Worten: Es geht darum, wie mit Streaming-Technik multimediale Inhalte kabellos in jeden Winkel der Wohnung übertragen und wiedergegeben werden können.

Die Sitzgruppe gegenüber – dunkelrotes Leder – birgt ein kleines Geheimnis. Zunächst jedoch werden hier, je nach Art des Besuchs, auf Bildschirmen Branchenlösungen gezeigt beziehungsweise Success-Geschichten präsentiert. Die Sitze jedoch haben auffällig breite Lehnen, die dazu motivieren, den Laptop auszupacken, schließlich funktioniert WLAN hier in jeder Ecke. Doch gerade jetzt geht dem mobilen PC der Saft aus. Kein Problem. Die Lehnen besitzen Steckdosen.

Im Demo-Cockpit

Das persönliche Highlight des technischen CBC-Leiters Plur ist allerdings das Demo-Center (siehe: Abbildung 8,9). Hier können nicht nur alle Cisco und Linksys-Geräte – von der IP-Kamera über Router, Switches, Video-Server, Access-Points bis zu IP-Telefonen für LAN- und WLAN-Kommunikation aus der Nähe betrachtet werden, sondern auch unter wechselnden Aufgabenstellungen sequenziell und parallel vorgeführt werden. Drehstühle erleichtern das Verfolgen etwa von Security- und CRM-Prozessen in dem Halbrund.

Als Besucher erwartet Plur die Entscheider. So sollen sich die gezeigten Applikationen sowohl an den konkreten Bedürfnissen der Kunden orientieren, aber auch Perspektiven eröffnen a la: „Ach, das kann Cisco auch!“

Nur Händeschütteln fehlt

So darf das Video-Conferencing-System „Tele-Presence“ als Showcase (siehe: Abbildung 9) nicht fehlen. Kaum ein Cisco-System dürfte dem Anspruch des CBC, Technik erlebbar zu machen, so nahe kommen. Drei große High-Definition-Bildschirme zeigen die Gegenüber in Lebensgröße. Bei drei aktiven Monitoren erlaubt eine garantierte Bandbreite von 8 bis 15 Megabit eine Verzögerung von 150 Millisekunden. Das Nutzen eines einzelnen Monitors in diesem System würde 4 Megabit brauchen plus 1 Megabit für den Overhead.

Der geringe Delay-Zeitraum lässt das Gegenüber lebhaft erscheinen; Mimik und Körpersprache sind interpretierbar. Im Vergleich zu einem Gesprächspartner im selben Raum, führt lediglich zu einer kleinen Irritation, dass die Gesprächspartner sich nie direkt ansehen. „Dafür müsste der Sprechende direkt in die Kamera schauen, die sich oberhalb des mittleren Bildschirm befindet“, führt Ernst Engelmann, der Produktverantwortliche für Tele-Presence aus. „Das macht aber keiner.“

Bis zu 72 Personen könnten in eine Videokonferenz integriert werden, wobei immer zwei in einem Fenster erkennbar wären. Um den zu zeigen, der gerade spricht, verfügt das System über eine Regel, die den einblendet, der länger als eine Sekunde redet während die anderen still werden. Auch das führe dazu, dass die Gesprächssituation einem echten Treffen gleiche, so Engelmann.

2D in 3D

Zudem besteht das Cisco-System nicht einfach aus drei Bildschirmen, die irgendwo Platz finden können. Vielmehr umfasst das Konzept die Gestaltung eines ganzen Raums. Die Farbe an den Wänden und die Klimatechnik müssen stimmen. Die Monitore sind rund um einen ovalen Konferenztisch angeordnet, was den Eindruck vermittelt, alle säßen an demselben Tisch.

An der Decke befindet sich ein Beamer, der sowohl Folien als auch dreidimensionale Bildschirminhalte eines Laptops vergrößert auf eine Fläche unterhalb des Tisches gegenüber den physisch Anwesenden abbildet, so dass alle Teilnehmer das Gezeigte sehen können.

Gesteuert werden die Videokonferenzen über das Display am Telefon (siehe; Abbildung 10). Die örtlich entfernten Konferenzteilnehmer lassen sich wegschalten. Es sind dann nur schwarze Bildschirme zu sehen und Musik zu hören. Ein solches Vorgehen bietet sich für vertrauliche Besprechungen an, zu denen nicht alle Teilnehmer zugelassen sind. Die Session ist nicht beendet, und kann durch das Antippen des Telefon-Displays fortgeführt werden.

Die Anzeige auf dem Display wird durch eine zentrale Applikation gesteuert. Die Reservierung des Konferenzraums und damit das Buchen einer Session geschehen im CBC über Outlook.

Schön – teuer

So bestechend das Cisco-System auch ist, so teuer ist es mit mehreren 100.000 Euro auch. Hewlett-Packard, hat vor kurzem angekündigt, ein ebenso starkes aber viel günstigeres System auf den Markt zu bringen. Engelmann kommentiert cool: „Jedes System hat seine Berechtigung“.

Cisco selbst habe bereits 100 Tele-Presence-Systeme im Einsatz. Ziel sei es, so Engelmann, den Reiseaufwand der Cisco-Mitarbeiter um 20 Prozent zu senken.

In Deutschland verkaufen und installieren vier Partner das System: British Telekom, T-Systems, IBM und Dimension Data. Drei Kunden darf Engelmann benennen: SAP nutze die Technik für die Vorstandskommunikation, Business-Center-Betreiber Regus statte weltweit 50 Lokationen damit aus und Media Saturn benötige sie, um bei der Expansion ins europäische Ausland die Reisetätigkeit einzuschränken und Entscheidungen zu beschleunigen.

Wer sich die Technik nicht leisten kann und will, hat zwei Alternativen: Warten auf 3D, was laut Engelmann bereits in der Pipeline ist, oder auf die Technik anderer Hersteller. So unterstützt Siemens Enterprise Communications etwa Systeme von Tandberg und Polycom.

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