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Praxisbericht: SOHO-Vernetzung mit Consumer-Equipment, Teil 1

Business-Rechner, iPhone, Printer und NAS perfekt vernetzt

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Viel Positives, wenig Kritik

Insgesamt gibt es zum Netgear N600 WLAN-Router sehr viel Positives und nur wenig Negatives zu berichten. Die kleinen Unzulänglichkeiten in der ansonsten überaus gelungenen Online-Hilfe haben wir weiter oben bereits als kleine Nachteile eines ansonsten sehr großen Vorteils erwähnt. Ebenfalls Kritik verdient der Router durch ein fehlendes Flag zu Abschaltung der Konfiguration via WLAN, das einen Zugriff auf das Router-Setup nur über per Kabel angeschlossene Geräte möglich machen würde.

Und, zumindest für Power-User ein echter Nachteil ist die Belegung der Status-LEDs an der Gerätevorderseite. Zwar informieren die LEDs – die meisten sogar zweifarbig – detailliert über den Status des Routers, eine Verkehrs- bzw. Aktivitätsanzeige wurde jedoch nicht integriert.

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Dabei sind Admins bei Routern und Switches jeglicher Art gewohnt, dass Port-LEDs bei darüber abgewickeltem Traffic diese Aktivität durch ein Blinken signalisieren. Dies macht der N600 weder an den LAN und WLAN-Ports noch am WAN-Port. Schade, dadurch fällt eine sehr galante Möglichkeit der schnellen Fehlereingrenzung bzw. Statusabfrage hier weg.

Dabei wäre es sicher ein Leichtes, dem User im Setup die Auswahlmöglichkeit zwischen Dauerleuchten und Traffic-Blinken zu geben. Und man könnte so darüber hinaus sogar ein komplettes Abschalten der LEDs ermöglichen, denn gerade in Wohnräumen, Kinder- oder Schlafzimmern kann die bei einer Vollbelegung des Routers entstehende Summen-Helligkeit der zahlreichen LEDs durchaus störend wirken.

Abgesehen von diesen kleinen Kritikpunkten, die sich allesamt sehr einfach durch ein Firmware-Update beheben ließen, glänzt der N600 jedoch mit Features und Ausstattung satt, die vermutlich nahezu jedes Prosumer-Szenario abdecken.

ReadyNAS – zentraler Speicherplatz für alle

Als zentrale Speichereinheit und Medienserver kommt im Testumfeld ein Netgear ReadyNAS Ultra 2, zum Einsatz das mit einer Harddisk mit einer Kapazität von einem Terabyte bestückt ist. Mit nur einer Platte im System kann das NAS zwar seine Sicherheitsvorteile via RAID nicht voll ausspielen, aber diese können sehr clever nachgerüstet werden.

Steckt man zu einem späteren Zeitpunkt eine zweite, gleichgroße oder größere Festplatte in den zweiten Slot – was natürlich im laufenden Betrieb möglich ist – kann man das System so konfigurieren, dass der zusätzliche Speicherplatz einfach zum bisherigen hinzugefügt wird. Dann allerdings erneut ohne RAID-Funktionen.

Das System kann aber auch so eingestellt werden, dass der identische Speicherplatz der ersten Platte auf der zweiten Platte für Redundanzzwecke reserviert wird. So bleiben die Daten auch beim Ausfall einer der beiden Platten vollständig erhalten.

Ist die zweite hinzugefügte Platte größer als die erste Platte, so bleibt im RAID-Fall die Menge an Speicherplatz auf der neuen Platte frei, die die verfügbare Menge der ersten Platte übersteigt. Tauscht man nach der vollkommen selbständig ablaufenden Synchronisationsphase jetzt die erste Platte gegen eine neue HDD aus, die dieselbe Größe wie HDD zwei aufweist, dann wird auf der jetzt neuen HDD eins und auf Platte zwei die volle Kapazität zum sicheren Speichern zur Verfügung gestellt. So lässt sich das System ohne abgeschaltet zu werden Schritt für Schritt skalieren.

Praktisches Feature: Wake on LAN

Zwar lässt sich im ReadyNAS Ultra 2 ein Timeout einstellen, nachdem die ohnehin sehr leisen Platten in den Ruhezustand gefahren werden, der Lüfter des Geräts arbeitet aber dennoch mit geringer Drehzahl weiter und sorgt so für eine zwar sehr niedrige, aber dennoch vorhandene Geräuschkulisse. Und auch der Stromverbrauch sinkt in diesem Fall natürlich nicht auf null. Schöner wäre es hier, wenn nach einer festzulegenden Zeit das gesamte System in den Idle-Mode wechseln und damit geräuschlos und praktisch ohne Stromaufnahme wäre.

Sehr bequem umgehen lässt sich dieses kleine Manko aber über die Wake-on-LAN-Funktion. Ist diese aktiviert, kann man das Gerät nach Benutzungsende ganz einfach abschalten. Ein erneutes Einschalten kann dann bequem von jedem Netzwerk-Client aus durch den Versand eines Magic Packets erfolgen.

In Sachen Konfigurationsmöglichkeiten lässt das System kaum Wünsche offen. Separate Shares für einzelne Anwender oder Gruppen mit definierten Nutzungsgrößen und passwortgeschützen Zugängen erlauben einfachsten und sicheren Betrieb. Die Gigabit-Netzwerkschnittstelle sorgt für performante Anbindung – und sollen Daten von weiteren externen Festplatten eingespielt oder auf diese ausgelesen werden, steht an der Front des Systems eine ultraschnelle USB-3.0-Schnittstelle zur Verfügung.

Fazit

Für eine reinrassige Büroumgebung ist der Einsatz von Consumer- oder Prosumer-Equipment sicher nicht die optimale Wahl. Fehlende VLAN-Funktionalitäten, Vor-Ort-Services, Wartungsoptionen und andere Business-Features machen hier den Griff zu professioneller Hardware sicher in vielen Fällen notwendig.

In SOHO-Umgebungen oder kleinen Büros ohne klassische Business-Anforderungen ist der Einsatz von Prosumer-Produkten jedoch eine echte Alternative. Sollen zudem auch noch reinrassige Consumer-Features wie bspw. Parental Control integriert werden, ist Consumer- bzw. Prosumer-Equipment sogar die einzige Wahl. Und: derartige Produkte sind bei dennoch hoher Qualität und enormem Feature-Umfang natürlich auch noch wesentlich günstiger zu haben als Profi-Devices.

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