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Zertifikatsmanagement von ManageEngine Automatisierte Zertifikats­er­neue­rung bis zum letzten Schritt

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Key Manager Plus übernimmt jetzt auch die Aufgaben, die nach der Bereitstellung erneuerter SSL-/TLS-Zertifikate anfallen. Anlass ist die Verkürzung der Laufzeiten, die mit Ballot SC-081v3 seit März 2026 in Kraft ist und bis 2029 bei 47 Tagen endet.

Die Wiederverwendung der Domain-Validierung sinkt ab März 2029 auf zehn Tage. Der Domainbesitz muss dann häufiger nachgewiesen werden als das Zertifikat selbst erneuert wird.(Bild: ©  Swissdreams - stock.adobe.com / KI-generiert)
Die Wiederverwendung der Domain-Validierung sinkt ab März 2029 auf zehn Tage. Der Domainbesitz muss dann häufiger nachgewiesen werden als das Zertifikat selbst erneuert wird.
(Bild: © Swissdreams - stock.adobe.com / KI-generiert)

ManageEngine hat Key Manager Plus um Automatisierung für die nachgelagerten Schritte der Zertifikatserneuerung erweitert. Bislang endete die Automatisierung in vielen Umgebungen mit der Ausstellung des neuen Zertifikats. Das Aufspielen auf die Zielserver, das Ausführen konfigurierter Skripte und der Neustart abhängiger Dienste blieben manuelle Arbeit.

Diese Schritte lassen sich nun ebenso automatisieren wie die Benachrichtigung der zuständigen Ansprechpartner. Die Funktion arbeitet nach Angaben des Anbieters unabhängig von der Zertifizierungsstelle und steht für On-Premises- wie Cloud-Umgebungen zur Verfügung.

Von 398 auf 47 Tage

Hintergrund ist die stufenweise Verkürzung der Zertifikatslaufzeiten durch das CA/Browser Forum, die aus einem Sicherheitsartefakt einen regelmäßigen Produktions-Change macht: Seit dem 15. März 2026 gelten 200 Tage statt zuvor 398, ab März 2027 sind es 100 Tage, ab März 2029 dann 47. Parallel sinkt die Wiederverwendungsdauer der Domain-Validierung 2029 auf zehn Tage. Der Domainbesitz muss dann deutlich häufiger nachgewiesen werden als das Zertifikat selbst erneuert wird.

Das heißt dieselben Handgriffe fallen ab 2029 rund achtmal pro Jahr statt einmal an. In der Praxis liegt die Grenze schon früher. Mehrere Zertifizierungsstellen stellen bereits jetzt konservativer aus, DigiCert etwa mit maximal 199 Tagen seit dem 24. Februar 2026, um Fehlausstellungen an der Grenze zu vermeiden.

Infrastructure Manager Jonathan Choiniere vom Zahlungslösungsanbieter RevSpring aus Nashville beziffert den eigenen Bestand auf über 2.000 Zertifikate, verteilt auf zahlreiche Domänen und Serverkonfigurationen, gegenüber unter 200 zuvor. Seit der Verkürzung auf 200 Tage binde das Zertifikatsmanagement erhebliche Entwicklungsressourcen. Sobald alle 47 Tage erneuert werden müsse, sei Automatisierung nach seiner Einschätzung der einzige Weg, um Schritt zu halten.

Vasudevan Seshadri, Director of Product Management bei ManageEngine, setzt den Schwerpunkt ähnlich: „Die Erneuerung eines Zertifikats ist selten die größte Herausforderung. Die eigentliche Belastung entsteht durch die Aufgaben nach der Bereitstellung.“

Rechner zur Aufwandsabschätzung

Begleitend stellt ManageEngine einen Rechner bereit, der die Folgen kürzerer Laufzeiten für die eigene Umgebung abschätzen soll. Er berücksichtigt die Anzahl der Zertifikate, den aktuellen Erneuerungsaufwand und das Ausfallrisiko und stellt diesen Werten einen vollständig automatisierten Lebenszyklus gegenüber.

Key Manager Plus verwaltet über TLS-Zertifikate hinaus weitere Maschinenidentitäten, darunter Azure-Secrets und SSH-Schlüssel.

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