Das sollten Sie beim OS-Deployment unbedingt vermeiden

6 Fehler bei der Betriebssystemverteilung

| Autor / Redakteur: Henrik van der Linde / Andreas Donner

Bei der automatischen Betriebssystemverteilung über das Netzwerk gibt es einige Stolpersteine.
Bei der automatischen Betriebssystemverteilung über das Netzwerk gibt es einige Stolpersteine. ( © Denis Junker - Fotolia)

Bei der automatischen, netzwerkbasierten Betriebssystemverteilung kann eine Menge schieflaufen. Diese 6 Fehler sollten Sie beim OS-Deployment aber auf jeden Fall vermeiden!

Die automatisierte Verteilung von Betriebssystemen ist ein effizienter Prozess, der Administratoren entlastet und somit Zeit und Geld spart. Allerdings bergen komplexe Prozesse wie dieser auch gewisse Risiken: Fehler in der Konfiguration oder der Netzwerkarchitektur können sich ausbreiten und den Rollout beeinträchtigen oder gar stoppen. Wir zeigen 6 Fehler, die beim OS-Deployment auftreten können, und wie Sie diese vermeiden:

1. Passende Treiber fehlen

Während Sie ein Betriebssystem installieren, müssen alle passenden Treiber für die verwendete Hardware vorliegen Daran ändert auch eine netzwerkbasierte Verteilung nichts. Achten Sie daher besonders darauf, dass Sie die richtigen Treiber für die Netzwerkkarte nutzen. Ein Fehler an dieser Stelle kann den gesamten Rollout gefährden, da keine Installationsressourcen vom Client über das Netzwerk nachgeladen werden können. Überprüfen Sie deshalb lieber schon im Vorfeld, ob auch wirklich alle Treiber vorhanden sind und auch fehlerfrei arbeiten.

2. Falsche Benutzerdaten mitgeliefert

Um einen Client in Ihre Domäne einzubinden, müssen bei der Installation die korrekten Login-Daten, sprich Benutzername und Passwort, vorliegen. Passen diese nicht zusammen, kann der Rechner keiner Domäne zugeordnet werden. Die Installation läuft zwar weiter, aber es können Schwierigkeiten bei der Rechtevergabe auftreten. Fehlende Zugriffsrechte auf Netzwerkressourcen sind besonders problematisch, da der Client so fehlende Dateien nicht einfach nachladen kann. Das kann im schlimmsten Fall die gesamte Installation gefährden. Achten sie daher darauf, dass wirklich jeder Client die korrekten Login-Daten für die jeweilige Domäne erhält.

3. Zentraler Verteilungsserver fällt aus

Wenn Sie Betriebssysteme netzwerkgestützt verteilen, ist der zentrale Datenserver ein „Single Point of Failure“. Ein Fehler auf dem Server beeinflusst unweigerlich alle verbundenen Clients. Da Verteilungsnetzwerke per se erstmal keine redundanten File Repositories besitzen, können fehlende Daten auch nicht von alternativen Servern nachgeladen werden. Sie sollten daher darauf achten, dass der Server während des Verteilungsprozesses stabil läuft und nicht ausfällt. Ein File Repository, wie es beispielsweise Client-Management-Systeme wie ACMP besitzen, bietet Ihnen dabei zusätzliche Sicherheit.

4. DHCP-Server falsch konfiguriert

Technisch basiert die Betriebssystemverteilung auf einem netzwerkgestützten Bootvorgang über PXE. Eine besondere Bedeutung hat in diesem Zusammenhang der DHCP-Server. Ist dieser falsch konfiguriert, können die Rechner nicht auf das Netzwerk zugreifen und der Rollout schlägt fehlt. Ein subtilerer Fehler kann auftreten, wenn mehrere DHCP-Dienste im Einsatz sind, die einander überlappen. Bei unterschiedlicher Rechtevergabe kann es zu einer Art „Blinkereffekt“ kommen: Je nach gerade in diesem Moment genutztem DHCP-Server besitzt ein Client unterschiedliche Rechte. Die Folgefehler sind schwer reproduzierbar und aufwändig zu lösen. Achten Sie auf jeden Fall auf die korrekte Konfiguration Ihres Netzwerks und vermeiden Sie den Einsatz mehrerer, paralleler DHCP-Dienste.

5. Inkompatible OS-Images

Die netzwerkgestützte Betriebssystemverteilung ist ein zweistufiger Prozess. Zunächst wird der Rechner mit einer Vorinstallations-Umgebung gebootet. Aus diesem Minimalbetriebssystem heraus wird anschließend die Installation des kompletten Betriebssystems durchgeführt. Beide Systeme werden je über ein eigenes Image gestartet. Und diese Images müssen vollständig zueinander passen: Ältere Images von Windows 7 können beispielsweise neuerer Revisionen des Betriebssystems nicht fehlerfrei installieren. Das kann die Installation stoppen oder das Endergebnis beeinträchtigen. Prüfen Sie daher bereits im Vorfeld, ob die verwendeten Images kompatibel sind.

6. Automatische Antwortdateien wurden falsch konfiguriert

Bei der Betriebssysteminstallation müssen eine Menge Daten manuell durch den User eingegeben werden. Bei der automatischen OS-Verteilung wird dieser Input automatisiert. Da Sie als Administrator nach der Konfiguration keinen Einfluss mehr auf die Installation haben, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Antwortdateien korrekt sind. Selbst ein scheinbar geringer Fehler, wie etwa eine falsch gesetzte Zeitzone, kann zu Fehlern führen, die den Rollout beeinträchtigten. Überprüfen Sie Ihre Antwortdateien daher lieber zweimal. Eine professionelle Client-Management-Software wie ACMP überprüft die Antwortdaten übrigens schon bei der Erstellung und nimmt Ihnen diese Aufgabe somit ab.

Über den Autor

Henrik van der Linde ist Consultant bei Aagon.

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