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Redundante Konnektivität auf SIM-Ebene Telefónica Deutschland und Crout bringen IoT-SIM mit zwei Netzprofilen

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Fällt bei einer vernetzten Kühlkette oder einem Geldtransport die Mobilfunkverbindung aus, stehen Messwerte und Alarme still. Telefónica Deutschland und der IoT-Dienstleister Crout wollen das mit der „2CoreSIM“ verhindern: einer SIM-Karte, die zwei voneinander unabhängige Netzprofile kombiniert und bei einer Störung selbsttätig auf die Alternative umschaltet. Der Ansatz zielt auf ausfallkritische Anwendungen, in denen ein Verbindungsabriss teuer oder gefährlich wird.

Ein zweites Netzprofil greift auf die Infrastruktur des maltesischen Betreibers Melita zu — fällt das primäre Netz aus, übernimmt die SIM den Wechsel selbst.(Bild:  Telefónica)
Ein zweites Netzprofil greift auf die Infrastruktur des maltesischen Betreibers Melita zu — fällt das primäre Netz aus, übernimmt die SIM den Wechsel selbst.
(Bild: Telefónica)

Telefónica Deutschland und Crout bringen die „2CoreSIM“ auf den Markt. Die SIM-Karte nutzt ein Profil für das Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland und ein zweites, das auf das Netz und den internationalen Roaming-Footprint des maltesischen Betreibers Melita zugreift. Damit stehen zwei voneinander getrennte Infrastrukturen bereit, vom Kernnetz bis zur Funkzelle. Adressiert werden Unternehmen, deren Anwendungen und Backup-Systeme auch bei Netzstörungen, schwankender Abdeckung oder technischen Ausfällen verbunden bleiben müssen.

Umschaltung erfolgt auf der Karte

Der technische Kern liegt in der SIM selbst. Sie wechselt automatisch zwischen zwei eSIM-Profilen, ohne dass Anwender zusätzliche Apps installieren oder Profile manuell einrichten. Ist die primäre Verbindung nicht verfügbar, etwa wegen fehlender Funkversorgung, lokaler Störungen oder größerer Ausfälle im Kernnetz, aktiviert die Karte das alternative Profil. Die Steuerung läuft direkt auf dem in das jeweilige IoT-Gerät eingebauten Chip.

Damit geht die Lösung nach Angaben der Partner über klassisches Roaming hinaus: Sie setzt nicht auf mehrere Funknetze innerhalb einer Betreiberlogik, sondern auf zwei getrennte Netzprofile und Infrastrukturen. Perspektivisch soll die SIM weitere Netzebenen einbinden können, darunter terrestrische Mobilfunknetze, satellitengestützte Verbindungen und Kurzstreckenfunk. An der Anbindung nicht-terrestrischer Netze arbeiten auch Forschungseinrichtungen; das Fraunhofer IIS demonstrierte jüngst eine 5G-NTN-Verbindung über einen geostationären Satelliten.

Anwendungsfelder mit Ausfallrisiko

Die 2CoreSIM zielt auf Einsätze, in denen eine stabile Verbindung Betriebsvoraussetzung ist. In der Logistik lassen sich hochwertige Güter, Container oder Geldtransporte durchgehend überwachen, im Lebensmittelhandel und in der Pharmalogistik die Temperaturdaten von Kühlketten. Im Gesundheitswesen betrifft das die Übermittlung von Vital- und Gerätedaten, in Industrie und Sicherheitstechnik die Erreichbarkeit von Sensoren, Maschinen und Alarmsystemen bei Ausfall der Primärverbindung. Auch Pumpstationen, Wasserwerke sowie Hochwasser- und Waldbrandfrühwarnsysteme nennen die Partner als Einsatzfelder, in denen verspätete Alarme kritisch werden.

Die Aufgabenteilung: Telefónica Deutschland bringt das eigene Kern- und Antennennetz mit nach Unternehmensangaben mehr als 29.000 Standorten ein, Crout steuert IoT-Know-how, den Zugang zum Betreiber Melita und die Kundennähe in den Zielbranchen bei.

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