Definition

Was ist eine nuSIM?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Andreas Donner

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt. (Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Die nuSIM ist ein integriertes SIM-Kartenformat (iSIM), das von der Deutschen Telekom zusammen mit anderen Technologiepartnern für das Internet der Dinge (IoT) entwickelt wurde. Im Vergleich zur embedded SIM (eSIM) ist sie direkt in den Modem-Chip integriert und besitzt nur die für das IoT benötigten Funktionen.

Die nuSIM ("nuSIM" ist eine Wortschöpfung für "new SIM") gehört zur Kategorie der integrierten SIM-Karten (iSIM). Es handelt sich um eine Entwicklung der Deutschen Telekom und anderer Technologiepartner speziell für das Internet of Things (IoT). Die logische SIM-Kartenfunktion ist direkt in den Modem-Chip des jeweiligen IoT-Geräts integriert. Für die Kommunikation benötigte SIM-Daten sind bereits im Herstellungsprozess auf dem Modem-Modul programmiert.

Im Vergleich zur embedded SIM (eSIM), wie sie schon in vielen Smartphones, Tablets oder IoT-Devices zu finden ist, verzichtet die nuSIM auf überflüssige Funktionen, die für die Anwendungen des Internets der Dinge nicht benötigt werden. So fehlen beispielsweise Sprachfunktionen oder SIM-Karten-Menüs. Typische Anwendungsbereiche sind vernetzte Strom-, Wasser- und Gaszähler, vernetzte Straßenlampen, Smart Parking oder vernetzte Sensoren für Umweltdaten.

Die Module mit dem neuen integrierten SIM-Format sollen laut Aussage der Deutschen Telekom kostengünstig sein und einen niedrigen Energiebedarf haben. Technologiepartner für die Entwicklung des SIM-Kartenformats sind unter anderem Altair Semiconductor, Qualcomm Technologies, Samsung Electronics, Sierra Wireless, Nordic Semiconductor und Giesecke+Devrient Mobile Security. Mithilfe der Partner soll ein offenes Ökosystem geschaffen werden, das auch von anderen Netzbetreibern nutzbar ist. Erste Module und Chips mit dem neuen SIM-Kartenformat werden Ende des Jahres 2019 erwartet.

Abgrenzung zwischen eSIM, iSIM und nuSIM

eSIM steht für embedded SIM. Es handelt sich um einen Computerchip, der auf eine Platine in einem Smartphone oder einem IoT-Gerät gelötet ist und physische SIM-Kartenformate wie die Nano-, Micro, oder Mini-SIM ersetzt. Dadurch lassen sich Hardwarekomponenten zur Aufnahme physischer SIMs wie Kartenslots und SIM-Kartenschlitten einsparen. Das Endgerät erhält die SIM-Funktionen nicht mehr durch das physische Einlegen der SIM-Karte, sondern durch das Laden eines SIM-Profils auf dem Chip. Aufwendige Logistikkonzepte zur Versorgung der Geräte und Anwender mit den SIM-Karten entfallen. Die embedded SIM bietet prinzipiell alle Funktionen einer physischen SIM-Karte und ist für Anwendungen wie für das Internet der Dinge in vielen Fällen überdimensioniert und unnötig komplex.

Die nuSIM zählt zur Klasse der integrated SIM (iSIM). Sie ist zwar wie die embedded SIM ebenfalls fest in den Geräten verbaut, unterscheidet sich aber in einigen Merkmale von ihr. So handelt es sich nicht mehr um einen separaten Chip, sondern um eine direkt im Modem-Chip integrierte SIM-Funktion. Es ist kein zusätzliches Bauteil auf der Platine notwendig. Im Vergleich zur embedded SIM fehlen einige Funktionen. Beispielsweise sind dies das ersetzbare Bootstrap-Profil, einige SMS-Funktionen, Benutzeroberflächen oder Sprachfunktionen. Aus Sicht der Telekom stellt das integrierte SIM-Kartenformat keine konkurrierende Lösung zur eSIM dar. Es handelt sich um Lösungen für unterschiedliche Anforderungen.

Vorteile der nuSIM

Nach Angaben der Telekom bietet das neue integrierte SIM-Kartenformat einige Vorteile. Die wichtigsten sind:

  • unempfindlich gegen Erschütterungen und Temperaturschwankungen
  • kein SIM-Kartenslot oder -schlitten mehr notwendig
  • geschlossene Bauweise des Geräts möglich
  • hohe Lebensdauer
  • kaum Manipulationsmöglichkeiten
  • verschlüsselt gespeicherte Anmeldeinformationen für das Mobilnetz
  • kleinere IoT-Geräte möglich
  • niedriger Energieverbrauch und lange Batterielebensdauer
  • niedrige Herstellungskosten
  • Auslieferung ab Werk mit Betreiberprofilen
  • sofort einsatzbereite Lösung
  • kein Aufwand für Logistik und Lagerhaltung der SIM-Karten

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