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WAN-Basiswissen – Verkehrssteuerung mit Multiprotocol Label Switching Zehn Mythen und Halbwahrheiten über MPLS-Verkehrsleitsysteme

| Redakteur: Ulrike Ostler

Europäische Unternehmen nutzen für ihre Wide Area Networks beides: Multiprotokoll Label Switching (MPLS) und Ethernet. Für Hochgeschwindigkeits-Verbindungen, etwa zu Zweigstellen, fällt heute die Wahl zumeist auf Ethernet-Verbindungen. Doch 40 Prozent funktionieren mit MPLS. Trotzdem geistern allerlei MPLS-Halbwahrheiten und -Mythen durch die Köpfe von Netwerk-Ingenieuren, -Designern und -Beratern. Mit zehn davon wird hier aufgeräumt.

MPLS-Paketversand aus dem Whitepaper „MPLS in the Enterprise“ von Foundry Networks
MPLS-Paketversand aus dem Whitepaper „MPLS in the Enterprise“ von Foundry Networks
( Archiv: Vogel Business Media )

MPLS ist keineswegs ein Protokoll, das nur die großen Provider etwas angeht. Mit der Standardisierung des Multiprotocol Label Switching begann die Internet Engineering Task Force (IETF) im Jahr 1997. Es ermöglicht eine verbindungsorientierte Übertragung von Datenpaketen in verbindungslosen Netzen entlang eines zuvor aufgebauten, quasi signalisierten Pfads.

Ein MPLS-Weg besteht somit aus einer Reihe von Zwischenstationen, so genannten Label Switched Routes, die in der Lage sind, die Pakete aufgrund eines dem Paket vorgeschalteten Labels zu erkennen. Das geschieht oberhalb der Sicherungsschicht, auf Layer 2.

Damit müssen Router nicht jedes Mal neu entscheiden, welcher Weg der Günstigste für ein Datenpaket ist. Die Routing-Systeme werden entlastet und Bandbreiten besser ausgeschöpft.

Mythos

MPLS-Verkehrssteuerung ist ein Quality-of-Service-Feature. Das Verfahren erlaubt zwar, den Verkehr von einem überfüllten Pfad auf einen alternativen mit freien Bandbreitenkapazitäten umzuleiten, doch beinhaltet nicht per Definition QoS-Features wie garantierte Bandbreite, Regeln oder Modellierung.

Solche Funktionen können allerdings mit zusätzlichen Protokollen und Protokollerweiterungen wie CR-LDP oder RSVP-TE (RSVP = Resource Reservation Protocol) gestaltet und verteilt werden. Diese erlauben Ressourcen auf Routern zu reservieren und die Wegewahl zu beeinflussen. Allerdings lassen sich auch mit Hilfe von RSVP keine Bandbreiten reservieren, wie es der Modues Asynchronous File Transfer (ATM) erlaubt.

Deshalb hilft die Verwendung vom MPLS alleine nicht, um die Qualität zu verbessern.

Halbwahrheit

MPLS Traffic Engineering (TE) erhöht die Netzkonvergenz. Die Funktion MPLS Fast Reroute ermöglicht es, bei einem vorübergehenden Ausfall eines Links oder Knotens den gekapselten Verkehr über zuvor festgelegte, alternative Routen umzuleiten. Dabei liegen die Umschaltzeiten in der Regel unter 50 Millisekunden. Doch die Konvergenz und die Topologie des Folgenetzes ist nach wie vor über das IP-Routing-Protokoll festgelegt.

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(ID:2013201)