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Fast Packet Switching vs. ATM
Auf der reinen Datenseite ist ISDN allerdings für die allermeisten Anwendungen zu langsam. Man hat hier vor allem die mit X.25 begonnene Datenpaketvermittlung in zwei Richtungen weiterentwickelt: zum einen als schnelle Paketvermittlung Fast Packet Switching unter Beibehaltung der bisherigen Formate und zum anderen mit einer völlig anderen, neuartigen Technik, dem Asynchronous Transfer ModeATM, bei dem die Datenpakete in kleine Zellen zerlegt werden und man mit der Übertragung dieser Zellen zu Netzen kommen kann, die insgesamt wesentlich leistungsfähiger sind.
Die neunziger Jahre waren auf der technischen Seite durch diese Dinge geprägt, eine Entwicklung hat denn aber alles aus den Angeln gehoben: das Internet. Mit der TCP/IP-Protokollfamilie, die es schon seit den siebziger Jahren gab, die damals aber niemand so richtig ernst genommen hat, ist es zum ersten Mal wirklich gelungen, Rechner völlig unterschiedlicher Natur und ohne Ansehen von Größe, Speicherplatz, Taktrate und Betriebssystem miteinander zu vernetzen. Mit der DSL-Technik ist eine schnelle Alternative für den Teilnehmeranschluss in die Fläche gebracht worden, die wesentlich mehr kann als die Datenübertragung mittels ISDN. Außerdem ist durch das Internet auch erstmals so etwas wie ein „öffentliches Bewusstsein für Netze“ entstanden.
Die Einflussfaktoren des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends
Soweit man es bislang absehen kann, geht es jetzt um höhere Übertragungsleistung und höhere Qualität. Die Netze auf der Basis metallischer Leiter sind teilweise bis zu 50 Jahre alt, besonders wenn es in Richtung der Teilnehmer geht. Beginnend von den Netzkernen wird sich die optische Übertragungstechnik ausbreiten.
Von ISDN zu DSL hat sich die Teilnehmeranschlussrate innerhalb der letzten fünf Jahre verhundertfacht. Mit dem Wunsch, auch digitales Fernsehen und ähnliche Dienste über eine gemeinsame Benutzerschnittstelle zu bringen, wird sich diese Entwicklung nochmals vollziehen und Schnittstellen von 100 Mbit/s pro Haushalt werden schon heute von Metronetz-Providern ausprobiert. Sie tragen die optische Vernetzung in die Fläche. Darüber hinaus wird der Einfluss der Mobilität wachsen, was zu einer massiven drahtlosen Vernetzung führt.
Der prinzipielle Aufbau eines WAN
Ein WAN hat heute prinzipiell folgenden Aufbau: Es besteht aus dem Kommunikations-Subsystem und dem Umfeld. Das Kommunikations-Subsystem wird aus der Menge der Knotenrechner und aus der Menge der Datenkommunikationsverbindungen gebildet.
Die Knotenrechner werden auch als IMP bezeichnet (Interface Message Processor), die Verbindungen sind verschiedener Art, wie Telefonleitungen, metallische Leitungen höherer Kapazität, Lichtwellenleiterstrecken, Satellitenverbindungen usw.
Das Umfeld besteht aus den Teilnehmermaschinen, die aus der Vergangenheit heraus auch als Hosts bezeichnet werden, heute aber keine Großrechner mehr sein müssen, sondern durchaus auch PCs oder etwas anderes sein können. Die Teilnehmermaschinen werden an das Netzwerk über Teilnehmer-Anschlussleitungen (TALs) angeschlossen, welche ein Interface, eine Schnittstelle, zwischen Hosts und IMPs definieren. Eine bekannte Schnittstelle ist heute DSL.
Es gibt zwei Arten von IMPs: Solche, die ein oder mehrere Interfaces zu einem Host anbieten, und solche, die „innen“ im Kommunikations-Subsystem sind und deshalb ein solches Interface nach außen nicht bereitstellen müssen und können. Diese inneren IMPs, auch DSE oder IDSE (Daten-Schalt Einrichtung, Internetwork Data Switching Equipment) genannt, dienen nur der Store- und Forward-Weiterleitung innerhalb des an abgeschlossenen Kommunikations-Subsystems.
Die „äußeren“ IMPs stellen die Schnittstelle zum Umfeld bereit und werden als DCE Data Circuit Equipment) bezeichnet. DTE oder DÜE (Data Termination Equipment, Daten-Übertragungs-Einrichtung) ist hingegen eine übliche Bezeichnung für das Interface eines Umfeldgerätes zum Kommunikations-Subsystem, z.B. ein Host, Terminal oder Arbeitsplatzrechner; kurz, alle Geräte, die unmittelbar an das Kommunikations-Subsystem angeschlossen werden können.
Über den Autor
Dr. Franz-Joachim Kauffels ist seit über 25 Jahren als unabhängiger Unternehmensberater, Autor und Referent im Bereich Netzwerke selbständig tätig. Mit über 15 Fachbüchern in ca. 60 Auflagen und Ausgaben, über 1.200 Fachartikeln sowie unzähligen Vorträgen ist er ein fester und oftmals unbequemer Bestandteil der deutschsprachigen Netzwerkszene, immer auf der Suche nach dem größten Nutzen neuer Technologien für die Anwender. Sein besonderes Augenmerk galt immer der soliden Grundlagenausbildung.
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