Definition Was ist Wake on LAN (WoL)?

Wake on LAN ist ein standardisiertes Verfahren, um einen ausgeschalteten oder sich im Ruhezustand befindlichen Computer über ein Netzwerkkommando zu starten. Empfängt ein WoL-kompatibler und passend konfigurierter Rechner auf der LAN-Verbindung ein so genanntes Magic Packet, lösen Netzwerkkarte und BIOS den Startvorgang aus. Wake on LAN lässt sich lokal oder per Internetverbindung aus der Ferne anwenden.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
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(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Die Abkürzung WoL steht für Wake on LAN. Es handelt sich um ein bereits in den 1990er-Jahren standardisiertes Verfahren, einen sich im Ruhezustand befindlichen oder ausgeschalteten Rechner über das Versenden eines bestimmten Netzwerkdatenpakets zu starten. Sind die Netzwerkkarte, das BIOS und das Betriebssystem des Rechners WoL-kompatibel und entsprechend konfiguriert, löst ein von der Netzwerkkarte empfangenes so genanntes Magic Packet den Startvorgang des Rechners aus.

Ursprünglich war Wake on LAN nur für kabelbasierte Netzwerkverbindungen spezifiziert. Mittlerweile existieren Lösungen und WiFi-Netzwerkkarten, die das Auslösen des Startvorgangs über eine WLAN-Verbindung ermöglichen. Diese Funktion wird als Wake on WLAN (WoWLAN) bezeichnet und nutzt das gleiche Grundprinzip des Magic Packets.

Aktuelle Rechner und Netzwerkkarten unterstützen nahezu alle die WoL-Funktion. Das Starten eines Computers per Magic Packet ist sowohl im lokalen Netzwerk als auch über das Internet aus der Ferne möglich. Da ein Magic Packet nur im lokalen Netzwerksegment übertragen wird, sind für WoL über eine Internetverbindung spezielle Tools oder Einstellungen am Internetzugangsrouter des aufzuweckenden Rechners notwendig. Typische Einsatzbereiche von Wake on LAN sind der Remote-Zugriff und die Fernwartung von Servern oder Computern. Betriebssysteme wie Windows, macOS oder Linux unterstützen Wake on LAN.

Voraussetzungen für die Nutzung von WoL

Damit das Aufwecken eines Rechners per Magic Packet gelingt, sind mehrere Voraussetzungen zu erfüllen. Die Netzwerkkarte, das BIOS, das Motherboard und das Netzteil des Rechners müssen die Funktion unterstützen, was bei fast allen modernen Rechnern heute der Fall ist. Der Rechner und die Netzwerkkarte benötigen eine passende Konfiguration und sind dauerhaft mit Strom zu versorgen.

Für die LAN-basierte Variante von WoL ist eine Kabelverbindung des Rechners mit dem lokalen Switch oder Router notwendig. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, lässt sich der Computer aus den Zuständen S3 (Suspend to RAM), S4 (Suspend to Disk) und S5 (Heruntergefahren) aufwecken. Das Betriebssystem kommt ins Spiel, sobald ein Rechner gestartet und die Netzwerkkarte vom Betriebssystem beziehungsweise von den Betriebssystem-Treibern konfiguriert wurde. Wird der Rechner dann in einen Ruhezustand wie "S3 - Suspend to RAM" oder "S4 Suspend to Disk" versetzt, muss das Betriebssystem entsprechend eingestellt sein, dass Wake on LAN funktioniert.

Ist ein Rechner ausgeschaltet und im Zustand S5 wirken sich die Einstellungen des Betriebssystems nicht aus und die BIOS-Konfiguration ist maßgeblich. In diesem Fall arbeitet Wake on LAN zunächst unabhängig vom installierten Betriebssystem. Alle gängigen Betriebssysteme wie Windows, Linux oder macOS unterstützen WoL.

Funktionsweise von Wake on LAN

Die Netzwerkkarte ist in den Zuständen S3, S4 und S5 mit Energie versorgt und mit dem LAN verbunden. Erfüllt der Rechner alle zuvor beschriebenen Voraussetzungen und ist richtig konfiguriert, wartet die Netzwerkkarte in einem energiesparenden Schlaf-Modus auf den Empfang eines so genannten Magic Packets. Sobald dieses Paket empfangen wird und die MAC-Adresse des aufzuweckenden Rechners im Paket enthalten ist, wird die Aufweckfunktion ausgelöst. Netzwerkkarte und BIOS signalisieren dem Motherboard und Netzteil, den Rechner zu starten. Der Vorgang ist vergleichbar mit der Betätigung des Power-Buttons des Rechners.

Inhalt eine Magic Packets

Der Inhalt eines Magic Packets ist genau definiert. Nur wenn ein Rechner ein Magic Packet mit korrektem Inhalt empfängt, wird das Hochfahren ausgelöst. Es handelt sich um einen an alle Computer gerichteten LAN-Broadcast-Frame oder ein direkt an die Netzwerkkarte adressiertes Paket (zum Beispiel IP oder IPX), das als Nutzlast zunächst sechs Byte mit dem Wert 255 (FF FF FF FF FF FF) und anschließend 16-mal die 48-Bit (sechs Byte) lange MAC-Adresse des Zielrechners enthält. Die Nutzlast ist 102 Byte lang. Oft ist das Magic Packet als UDP-Paket an den Port 0, 7 oder 9 adressiert.

WoL im lokalen Netzwerk und über das Internet

Der Neustart eines Rechners über ein im lokalen Netzwerksegment versandtes Magic Packet ist in der Regel problemlos möglich und erfordert keine zusätzliche Netzwerkkonfiguration. Anders sieht es aus, wenn ein Rechner über eine Internetverbindung aus der Ferne per Magic Packet gestartet werden soll. In diesem Fall werden Broadcast-Frames nicht weitergegeben oder Funktionen wie Network Address Translation verhindern die Zustellung des Magic Packets. Dennoch lässt sich das Aufwecken per WoL auch über eine Internetverbindung auslösen. Es stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Folgende Funktionen oder Tools sind je nach Variante notwendig:

  • Directed Broadcasting
  • Dynamisches DNS (DynDNS) und Portweiterleitung
  • Auslösen des Versendens eines Magic Packets im lokalen Netzwerksegment durch Aufruf einer speziellen Routerfunktion (wie beispielsweise von der Fritz!Box unterstützt)
  • Nutzung eines aus der Ferne bedienbaren WoL-Tools eines im gleichen Netzwerksegment befindlichen Rechners beispielsweise per Remote Desktop Software wie TeamViewer

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